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Frankfurt steht kurz vor der höchsten Warnstufe. In der Stadt gilt bereits eine Maskenpflicht: Die einen machen‘s, die anderen nicht.

Corona

Frankfurt kurz vor Warnstufe 5: RKI meldet nur 2 Infektionen - Übermittlungsfehler?

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Die Corona-Zahlen in Frankfurt schnellen weiter in die Höhe. Die Stadt steht ganz kurz vor der höchsten Warnstufe des Eskalationskonzeptes. Die Info kommt spät: bei der Übermittlung der Zahlen gab es offenbar eine Panne. 

  • Daten-Panne in Frankfurt - 97 Neuinfektionen kommen nicht beim RKI an.
  • Die 7-Tage-Inzidenz der Stadt steigt wieder stark an.
  • Erreicht nach Offenbach nun auch Frankfurt die höchste Warnstufe des hessischen Eskalationskonzepts?

Frankfurt - Bei der Übermittlung der Corona-Zahlen vom Gesundheitsamt Frankfurt an das Robert-Koch-Institut hat es am Dienstag (13.10.) offenbar einen Übermittlungsfehler gegeben. Das RKI meldete am Morgen lediglich zwei Neuinfektionen in der hessischen Großstadt. Das Gesundheitsamt selbst 99. Das RKI hatte am Morgen 271 Corona-Neuinfektionen in Hessen gemeldet. Diese Zahl erhöht sich nun noch einmal deutlich.

Corona-Daten-Panne in Frankfurt: 7-Tage-Inzidenz knapp unter höchster Warnstufe

Das Gesundheitsamt in Frankfurt meldet am Dienstagnachmittag in einer Pressemitteilung 99 Corona-Infektionen in der Stadt. Die 7-Tage-Inzidenz in Frankfurt liegt damit bei 74,8 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Montag, den 12. Oktober lag dieser Wert noch bei 65,4. Die Stadt teilt mit, dass sich der Verwaltungsstab am Donnerstag, den 15. Oktober, zu seiner nächsten Sitzung treffen wird. Dort sollen die bisherigen Maßnahmen geprüft und über mögliche weitere Regelungen beraten werden. Am Donnerstagnachmittag soll es dann wieder eine Pressekonferenz geben, in der die Stadt über die Ergebnisse der Sitzung informiert.

Fehlende Daten - Informationen des Sozialministeriums verharmlosen die Lage in Frankfurt

Laut der Daten des RKI und des Hessischen Sozialministeriums hat Frankfurt am Dienstag, entgegen der Informationen, die die Stadt selbst meldet, eine 7-Tage Inzidenz von 62,1. Das ist eine Differenz von mehr als zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Es scheint also bei der Übertragung der Daten an das Robert-Koch-Institut (RKI) etwas gehörig schief gelaufen zu sein. Die Stadt begründet die Abweichung durch einen Übermittlungsverzug, also keinen „Fehler“. Das Gesundheitsamt Frankfurt melde mehrfach am Tag neuen Zahlen, diese würden aufgrund des frühen Redaktionsschlusses des Bulletins jedoch teilweise erst mit einem Tag Verzögerung berücksichtigt, so die Stadt weiter.

Mit der Inzidenz von 74,8 kratzt die Stadt Frankfurt jedenfalls scharf an der Warnstufe dunkelrot (5) des hessischen Eskalationskonzeptes. Diese gilt ab 75 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Dann würde der Planungsstab COVID-19 des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) die Steuerung der medizinischen Lage übernehmen. Dies beinhaltet einen noch engeren Austausch mit dem Land, Frankfurt bliebe jedoch weiter zuständig.

Corona-Entwicklung in Frankfurt: „Lage ist ernst, aber kein Grund zur Panik“

„Die Lage ist ernst“, appellierten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Gesundheitsdezernent Stefan Majer gemeinsam an die Bevölkerung. „Aber es gibt keinen Grund zur Panik. Wir bitten Sie: Halten Sie sich an die Regeln. Ihr Verhalten entscheidet mit über den Verlauf der Pandemie. Tragen Sie Maske, wahren Sie Abstand, achten Sie auf Hygiene, lüften Sie regelmäßig bei mehreren Menschen in geschlossenen Räumen.“

Oberbürgermeister Feldmann verteidigt auch noch einmal die bereits beschlossenen Corona-Regeln in der Stadt: „Das ist nicht populär; hilft aber, die Pandemie in den Griff zu kriegen.“

Inzidenz in Frankfurt steigt deutlich: Schon wieder neue Regeln?

Erst seit dem 9. Oktober, also vergangenen Freitag, gelten in Frankfurt verschärfte Corona-Regeln. In der Stadt gilt seitdem unter anderem eine Sperrstunde für die Gastronomie und eine Maskenpflicht in ausgewählten Bereichen der Innenstadt. So soll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 eingedämmt werden. „Die Lage ist ernst“, sagten Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann und Gesundheitsdezernent Majer auch schon bei der Pressekonferenz zur Verkündung der Maßnahmen. 

Corona-Regeln in Hessen und Frankfurt - Wut in der Stadt

Auch das Land Hessen hat die Corona-Maßnahmen angepasst. Der Grund: die besorgniserregende aktuelle Entwicklung des Infektionsgeschehens im Rhein-Main-Gebiet und dem ganzen Land. Landesweit gelten ab kommendem Montag (19.10.2020) zusätzlich zu lokalen Beschlüssen folgende Maßnahmen:

  • Gastwirte dürfen den Personalausweis ihrer Gäste verlangen, wenn sie an der Richtigkeit der in den Kontaktformularen angegebenen Daten zweifeln.
  • Die maximale Zahl an Gästen bei privaten Feiern in gemieteten Räumen wird auf 50 begrenzt. Für Feiern zuhause empfiehlt die Landesregierung dringend, nicht mehr als 25 Gäste einzuladen.
  • Steigt die 7-Tage-Inzidenz über 50 dürfen sich nur noch 25 Menschen in gemieteten Räumen treffen.
    Ab einer Inzidenz von 75 nur noch 10.
  • Öffentliche Veranstaltungen bleiben dagegen weiter mit 250 Teilnehmern erlaubt - Auch Weihnachtsmärkte sollen mit entsprechenden Hygienemaßnahmen möglich bleiben.

Corona in Frankfurt: Ärger über geltende Maßnahmen

Steigt die Inzidenz in Frankfurt über 75, dürfen sich also beispielsweise nur noch 10 Gäste zu privaten Feiern in gemieteten Räumen treffen. Der Unmut in der Stadt über die geltenden Corona-Regeln wächst ohnehin schon. Besonders die Gastronomen in Frankfurt reagierten verärgert auf die neuen Regeln. Der Vorsitzende der Initiative Gastronomie Frankfurt, Madjid Djamegari, erklärte: „Ausgerechnet jetzt alle Betriebe, die sich regelkonform und professionell um maximalen Gesundheitsschutz kümmern, mit dem Gießkannenprinzip zu bestrafen, ist ein Schlag ins Gesicht!“ Es gäbe keinen Grund, Gäste zur Sperrstunde auf die Straße zu schicken.

Doch nicht nur die Gastronomen sind sauer, in der ganzen Stadt brodelt es. Die Reaktionen im Netz zu den neuen Corona-Regeln in Frankfurt gehen weit auseinander - Bezeichnungen wie „Corona-Humbug“ und „Covidioten“ fluten Facebook und Twitter. Es wird viel diskutiert. Wie wird es in Frankfurt jetzt weitergehen? iwe

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