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Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht im Kneipenviertel in Alt-Sachsenhausen. Viele Partygänger nerven aber auch die Anwohner im nahen Brückenviertel. 

Frankfurt Brückenviertel

Alt-Sachsenhausen: Anwohner beschweren sich über Lärm - doch der Magistrat zeigt wenig Verständnis

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Feierwütige im Frankfurt nerven Anwohner. Vor allem zwischen 22 und 5 Uhr feiern Partygänger aus Alt-Sachsenhausen im Brückenviertel weiter.

  • Im Brückenviertel in Frankfurt klagen Anwohner über Lärm von Partygängern.
  • Die FDP fordert eine höhere Präsenz des Ordnungsamtes im Viertel.
  • Der Magistrat hält von dem Vorschlag nichts.
Frankfurt - Lärm bis in die Morgenstunden, Scherben auf den Gehwegen, Müllberge durch Pizzakartons und Uringestank: Die Anwohner im Brückenviertel leiden unter der Nähe zum Party-Viertel Alt-Sachsenhausen. Vor allem die Schiffer-, Brücken- und Gutzkowstraße seien betroffen. Nachdem sich viele Anwohner bei einer Bürgerfragestunde im Ortsbeirat 5 beschwert hatten, reichte die FDP im vergangenen September einen Antrag bei der Stadtverordnetenversammlung ein. „Erforderlich ist eine deutlich verstärkte und regelmäßige Präsenz von Mitarbeitern des Ordnungsamtes, um die Einhaltung der ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen insbesondere in den Abend- und Nachtstunden zu gewährleisten“, heißt es darin. Daraus wird nun nichts werden, wie aus dem Bericht des Magistrats vom 6. März hervorgeht.

Lärm im Frankfurter Brückenviertel: Wenig Verständnis im Magistrat

Die Stadtverordnetenversammlung hatte den Antrag im Dezember zur Prüfung und Berichterstattung an den Magistrat überwiesen. Dort zeigt man für das Ansinnen der FDP und die Probleme der Anwohner im Brückenviertel in Frankfurt wenig Verständnis. Es würden durch Begrünungskonzept, Weihnachtsbeleuchtung, die Kennzeichnung des Parkraumes für freiere Gehwege und die Installation von Fahrradständern bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität „und damit zur Stärkung des Kreativquartiers Brückenviertel umgesetzt“, heißt es.

FDP fordert höhere Präsenz des Ordnungsamtes gegen den Lärm im Frankfurter Brückenviertel

„Vom Magistrat kommt nicht viel“, widerspricht der FDP-Stadtverordnete Uwe Schulz. Im aktuellen Bericht werde auf die Initiative „AltSaxNeu“ und den Gewerbeverein hingewiesen. „Was sie machen, ist auch zielführend und gut“, die Probleme des Brückenviertels löse das aber nicht, da müsse der Magistrat tätig werden. Der weist die Forderung der FDP, die Präsenz des Ordnungsamtes zu erhöhen, klar zurück. 

„Eine durchgehende Überwachung ganzer Bereiche kann weder durch die Stadt- noch durch die Landespolizei gewährleistet werden.“ Im Beschwerdefall solle sich die Bevölkerung an das Sicherheitstelefon der Stadtpolizei unter der Rufnummer (069) 21244044 wenden. „Dort erreicht man rund um die Uhr Mitarbeiter, die umgehend die erforderlichen Maßnahmen einleiten werden“, versichert der Magistrat. „Unter der Nummer landen sie bei der Task Force, aber darüber habe ich von den Bürgern nicht viel positive Rückmeldung erhalten. Im Gegenteil, die Anrufer erreichen entweder gar niemanden, oder werden auf einen Einsatz zwei bis drei Stunden später vertröstet. Dann hat sich das Problem normalerweise von selbst erledigt“, kritisiert Schulz.

Lärm in Frankfurt: Probleme sind nachts, nicht zu Bürozeiten

Gar kein so großes Problem sieht dagegen Frank Winkler, Mitglied der Initiative „AltSaxNeu“. „Für Alt-Sachsenhausen könnte ich so einen Antrag verstehen, da ist nicht alles super, aber im Brückenviertel ist es im Vergleich geradezu in Ordnung“, sagt Winkler, der in Alt-Sachsenhausen die historische Schankwirtschaft Lorsbacher Thal betreibt. „Die FDP sollte ihre Perspektive mal lieber auf ganz Sachsenhausen ausweiten“, empfiehlt er. 

Das Ordnungsamt solle statt vermehrter Präsenz im Brückenviertel besser den immer wieder plötzlich in Alt-Sachsenhausen auftauchenden Sperrmüll bekämpfen. „Aber das Problem entsteht nachts, das kann nicht zu Bürozeiten gelöst werden.“ Selbiges trifft natürlich auf Lärm und Vandalismus durch betrunkene Partygänger zu. Die Aufgabe, diese in ihre Schranken zu weisen, sieht Winkler aber nicht wie die FDP beim Ordnungsamt, sondern bei der Polizei. „Und die machen hier eine super Arbeit. Es ist sensationell, was das 8. Revier leistet. Da habe ich Hochachtung vor.“

Lärm im Frankfurter Brückenviertel: FDP gibt nicht auf

Aufgeben möchte der Stadtverordnete Schulz nach dem Bericht des Magistrats nicht. Die Bürger, die sich im Ortsbeirat beschwert haben, scheinen ihm nicht besonders lärmempfindlich zu sein, es habe zahlreiche Fragen zur Situation im Brückenviertel gegeben. „Ich habe bereits einen neuen Antrag eingereicht - auf Aufstockung der Task Force. Die meisten Probleme treten im Brückenviertel in Frankfurt zwischen 22 und 5 Uhr morgens auf. Die Task Force ist im Gegensatz zum Ordnungsamt auch dann besetzt. Mit einer Aufstockung könnte man das Problem angehen.“

Von Astrid Kopp

Das Problem ist nicht neu: Bereits 2019 beschwerten sich Anwohner des Brückenviertels in Frankfurt über Lärm Müll und Urin.

Feuer in einer Frankfurter Shisha-Bar: Sie ist im Stadtteil Sachsenhausen bestens bekannt – und bei den Anwohner äußert unbeliebt.

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