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Proberäume im Musikbunker weiter auf der Kippe: Wird er stattdessen zur Lagerfläche?

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Von: Thomas Stillbauer

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Räumen müssen die Bands den Bunker nicht. Musizieren dürfen sie darin allerdings auch nicht.
Räumen müssen die Bands den Bunker nicht. Musizieren dürfen sie darin allerdings auch nicht. © Monika Müller

Der Musikbunker Marbachweg in Frankfurt soll vorerst nur noch Abstellkammer sein, berichtet ein Musiker. Die Übungsräume müssten ruhen, bis eine Voraussetzung erfüllt ist.

Frankfurt – Die Bands im ehemaligen Luftschutzbunker am Marbachweg können zwar vorerst in ihren Proberäumen bleiben – aber möglicherweise dürfen sie sie zunächst nur noch als Abstellkammern benutzen.

„Der Status quo ist wohl, dass der Bunker erst mal nicht geschlossen wird, aber ab dem 1. Januar 2022 auch nicht als Proberaum, sondern nur als Lagerfläche verwendet werden darf“, berichtet Joachim Schütz, einer der Musiker, der Frankfurter Rundschau. Er habe mit der zuständigen Bundesbehörde telefoniert. „Ist natürlich schön, dass wir erst mal nicht räumen müssen“, sagt er, „aber es steht leider noch in den Sternen, wann wieder regulär geprobt werden darf.“

Frankfurt: „Keine befriedigende Lösung“ für Proberäume der Bands im Bunker

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Verwalterin des bundeseigenen Bunkers habe sich im Gespräch auf die angekündigten Schritte zum Brandschutz bezogen. Mangelnde Sicherheit vor Feuer und Rauch war auch der Grund dafür gewesen, dass die Bima ursprünglich den drei Hauptmietern zum Jahresende gekündigt hatte. Dem Kulturdezernat war es anschließend gelungen, eine dreijährige Frist auszuhandeln, in der die Räume den Bands, Studiobetrieben und Musikschulen weiter zur Verfügung stehen. Die Bima hatte sich sogar bereiterklärt, selbst für die Brandschutzertüchtigung zu sorgen.

Dass bis dahin keine Musik gemacht werden darf, sei aber „aus meiner Sicht immer noch keine wirklich befriedigende Lösung“, sagt der Musiker. „Die Jubelschreie kamen dann wohl doch etwas früh.“

Frankfurt: Sicherheitsmängel in Musikbunker sollen abgestellt werden

„Unser aktueller Kenntnisstand ist, dass die Bima derzeit prüft, wie die Sicherheitsmängel in dem Gebäude möglichst zeitnah abgestellt werden können“, heißt es dazu aus dem Kulturdezernat, „mit dem Ziel, dass der Bunker bis Ende 2024 weiter als Musikbunker betrieben werden kann.“ Städtischerseits prüfe das Amt für Bau und Immobilien derzeit parallel, wie einer der Bunker, die die Stadt besitzt, als Ersatz für die Zeit danach ertüchtigt werden könne, teilte ein Sprecher von Dezernentin Ina Hartwig (SPD) mit: im Sinne einer langfristigen Lösung für die Musikschaffenden.

Bei der Bima war in dieser Woche zur Frage der Bunkernutzung ab Januar keine nähere Auskunft zu erhalten – eine Sprecherin konnte die Nachricht weder bestätigen noch dementieren.

So bleibt den Musikerinnen und Musikern offenbar nur, zu warten und sich überraschen zu lassen. Joachim Schütz fragt sich allerdings, wie es sich auf die Miete auswirken wird, „wenn wir den Bunker dann nur als Lagerfläche verwenden dürfen“. Er habe die Bima diesbezüglich angeschrieben, aber keine Antwort erhalten. „Denn so“, sagt Schütz, „wäre das ein ziemlich kostspieliger Lagerraum.“ (Thomas Stillbauer)

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