Frankfurter Landgericht
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Die Mutter muss sich nun vor dem Landgericht Frankfurt verantworten. (Archivfoto)

Frankfurt

Ärztin bringt eigenen Sohn zu spät ins Krankenhaus – jetzt ist er schwerbehindert

  • vonSebastian Richter
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Eine Frau aus Frankfurt muss sich vor Gericht verantworten, weil sie ihren kranken Sohn zu spät ins Krankenhaus gebracht haben soll. Seit dem ist das Kind schwerbehindert.

  • Eine Ärztin Frankfurt brachte ihren schwerkranken Sohn erst nach Tagen ins Krankenhaus.
  • Der Junge wurde schwerbehindert, was durch frühere Behandlung verhindert werden könnte.
  • Die Mutter muss sich jetzt vor dem Frankfurter Landgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Frankfurt – Mehrere Tage soll ein etwa zehnjähriger Junge schwerkrank im September 2017 zu Hause gelegen haben, erst dann brachte ihn seine Mutter ins Krankenhaus. Ihr Sohn soll grippeähnliche Symptome gehabt haben, außerdem soll seine Sprachfähigkeit eingeschränkt gewesen sein. Die Ärzte stellten in der Klinik erhebliche Hirnschäden fest, die eine hundertprozentige Schwerbehinderung zur Folge hatten.

Ärztin soll in Frankfurt eigenem Kind die Behandlung verweigert haben

Der Junge hat Diabetes, laut der Anklage hätte eine frühere Behandlung im Krankenhaus die Behinderung verhindern können. Die Mutter brachte ihren Sohn nicht nur viel zu spät in die Klinik, dort angekommen verweigerte sie auch einen Blutzucker-Test und verstieß gegen Anordnungen der Ärzte. Nun steht sie vor Gericht, zum Prozessauftakt erschien sie erstmal nicht.

Besonders schlimm dabei: Die Mutter ist selbst eine Ärztin und hätte demnach besser verstehen müssen, wie ernst die Situation ist. Nach Einschätzung der behandelnden Ärzte ist das Überleben des Jungen ein Wunder. Die Mutter muss sich vor Gericht wegen dem Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung verantworten.

Frankfurt: Angeklagte Ärztin bestreitet die Vorwürfe

Vor Gericht in Frankfurt bestritt die Angeklagte die Vorwürfe. Allerdings nicht mit klaren Argumenten, vielmehr sind ihre Antworten inhaltlich kaum nachzuvollziehen. Teilweise soll sie „einfach Worte aneinander“ gereiht haben, und sinnlose „medizinische Formulierungen“ erwidert haben, wie die „FAZ“ berichtet. Im Verlauf ihrer Aussage sollen das Gericht, der Verteidiger und die Staatsanwaltschaft deshalb Anzeichen für eine psychisch bedingte Einschränkung der Schuldfähigkeit gesehen haben: Die zuständige Amtsrichterin ordnete daraufhin eine psychiatrische Begutachtung an. Bis abschließend geklärt werden konnte, ob die Angeklagte schuldfähig ist, muss das Verfahren nun unterbrochen werden.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung verpasste die Angeklagte den Prozessauftakt. Die Polizei wollte sie in ihrer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen antreffen, allerdings verweigerte die 45-Jährige den Beamten den Zutritt. Daraufhin soll die Richterin einen Haftbefehl erlassen haben. Die Ärztin wurde festgenommen, um sie vor Gericht zu bringen. Das Sorgerecht wurde ihr inzwischen entzogen, der Sohn soll sich derzeit in einer Reha-Einrichtung und ansonsten beim Vater aufhalten.

Eine Alleinerziehende aus Unterliederbach kämpft dagegen wie eine „Löwin“ für ihren schwerbehinderten Sohn. (Sebastian Richter)

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