Die Ladesäulen für Elektroautos sind in Frankfurt rar. Lange Genehmigungsverfahren schrecken Investoren ab.
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Die Ladesäulen für Elektroautos sind in Frankfurt rar. Lange Genehmigungsverfahren schrecken Investoren ab.

Verkehr

Ladesäulen lassen auf sich warten: E-Mobilität kommt in Frankfurt nicht voran

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Bis 2030 soll der Anteil an E-Autos in Frankfurt rasant ansteigen. So zumindest der Plan. In der Realität fehlt die Infrastruktur. Es werden derzeit kaum Ladesäulen aufgestellt.

Frankfurt – Der städtische Energieversorger Mainova hält weiterhin daran fest, die Elektromobilität in Frankfurt voranzutreiben. Das zumindest geht aus einer schriftlichen Antwort von Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) hervor. Darin heißt es: "Der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Frankfurt ist aus Sicht der Mainova eine wichtige Voraussetzung für eine Etablierung von Elektrofahrzeugen. Vor diesem Hintergrund ist die Mainova am Ausbau der E-Ladeinfrastruktur weiterhin interessiert."

Frankfurt benötigt mindestens 800 Ladesäulen für E-Autos

Mit dieser Antwort reagiert der Stadtrat auf eine Anfrage des Linken-Stadtverordneten Martin Kliehm, der wissen wollte, wie die Stadt die dringend benötigten, mindestens 800 Ladesäulen realisieren will, nachdem die Firma Allegro abgesprungen ist. Der Großinvestor wollte im Stadtgebiet 280 Normal- sowie 80 Schnell-Ladesäulen aufstellen, hatte allerdings im März einen Rückzieher von diesem Plan gemacht, da bis Anfang des Jahres immer noch keiner der zehn im Stadtgebiet angefragten Standorte für Schnell-Ladesäulen genehmigt worden war. "Das Unternehmen begründete die Entscheidung damit, dass der Aufwand der Planung, Genehmigung und Installation der geplanten Ladesäulen im öffentlichen Raum nicht im Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit des Vorhabens stehe", teilte Frank mit.

Auch der städtische Energieversorger wartet noch auf die Gestattung der favorisierten Standorte. Diese wurden bereits im Herbst des vergangenen Jahres beantragt. Mainova will im Stadtgebiet 40 Schnellladepunkte an 20 Schnell-Ladesäulen an zwölf verschiedenen Standorten realisieren. Einen Zeitpunkt zur Umsetzung nennt Frank nicht.

E-Mobilität in Frankfurt: Wer Ladesäulen aufstellen will, braucht eine Sondernutzung

"Im Zuge aktueller Antragsverfahren von Ladeinfrastruktur-Betreibern hat sich gezeigt, dass konkurrierende planerische Vorgaben die Errichtung von Ladesäulen im öffentlichen Raum erschweren", so der Stadtrat. Für die Errichtung einer Ladesäule im öffentlichen Raum müssen privatwirtschaftliche Investoren eine Sondernutzung bei der Stadt beantragen. Dazu werde ein Gestattungsvertrag zwischen der Stadt und dem Investor abgeschlossen. "Aber es bestehen Bedenken, dass die Ladeinfrastruktur das Stadtbild negativ beeinflussen könnte und der motorisierte Individualverkehr durch die Errichtung der Ladesäulen gefördert würde", teilte Frank mit.

Seit Ende des vergangenen Jahres gibt es in Frankfurt den "Leitfaden zum Errichten von Ladeinfrastruktur" sowie das Konzept "Elektromobilität 2030". Schon 2009 hatten die Stadtverordneten beschlossen, dass Frankfurt eine Vorreiterrolle in Sachen Elektromobilität einnehmen soll. Doch daraus wurde nichts - noch nicht mal ansatzweise. Denn was die Elektromobilität betrifft, hinkt Frankfurt anderen Metropolen hinterher. Das soll sich bis 2030 jetzt aber wirklich ändern.

Frankfurt: 17,5 Prozent sollen E-Autos sein – Infrastruktur fehlt

Das neue Konzept sieht unter anderem vor, dass 17,5 Prozent der Privatautos einen Elektromotor haben sollen. Derzeit liegt der Anteil der Elektroautos in Frankfurt bei 0,45 Prozent. Insgesamt gibt es rund 430 000 Fahrzeuge in der Stadt. Zudem soll die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Gibt es bislang 104 normal- und 18 Schnellladepunkte, sollen es in zehn Jahr 875 Normal- und 350 Schnellladepunkte sein. (jlo)

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