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Gefahren in Frankfurt: Rechts ein Auto, links ein Auto und dazwischen der Radfahrer. So eng ist es südlich der Hügelstraße auf der Eschersheimer.

Verkehr

Täglich in Lebensgefahr: Frankfurts gefährlichste Ecken für Radfahrer

Verkehr in Frankfurt: Die Kreuzung Hügelstraße/Eschersheimer Landstraße ist für Radfahrer besonders gefährlich. 

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  • Gefährliche Straßenzüge
  • Kinder in Lebensgefahr

Frankfurt - Vorsichtig rollt der Radfahrer die Eschersheimer Landstraße in Richtung Stadtmitte herunter. Stets hat er eine Hand an der Bremse, die andere an der Klingel um rechtzeitig reagieren und warnen zu können, wenn es mal wieder brenzlig wird. Denn während er nördlich der Hügelstraße seinen eigenen Fahrstreifen hatte, so teilt sich der Radfahrer fortan die viel befahrene Straße mit dem rollenden Verkehr. Und der nimmt nicht immer Rücksicht auf das Zweirad.

Hinzu kommen die am rechten Fahrbahnrand abgestellten Fahrzeuge. Von jetzt auf gleich kann sich dort eine der Autotüren öffnen. Für den Radfahrer wäre das ein gefährliches, im schlimmsten Falle vielleicht sogar tödliches Hindernis. Erst ab der Straße "Am Grünhof" haben die Radler wieder ihren eigenen Fahrstreifen.

"Ich lasse meine Kinder in diesem Abschnitt nicht fahren. Das ist viel zu gefährlich", sagte erst jüngst eine Mutter in der Sitzung des Ortsbeirates 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim). Besonders gefährlich sei die Kreuzung Hügelstraße/ Eschersheimer Landstraße, wo 2018 ein Kind auf seinem Fahrrad schwer verunglückte, so die besorgte Frau.

Während die CDU-Fraktion, mittlerweile sogar erfolgreich, für eine bessere Ausschilderung der Nachbarrouten, also über die Nebenstraßen plädierte, setzten sich SPD, Grüne und Linke viel mehr dafür ein, dass die Lücke auf der Eschersheimer geschlossen wird. Sprich: Zwischen Hügelstraße und Am Grünhof sowie zwischen Hügelstraße und Humserstraße endlich einen Radweg einzurichten. Denn dieser Abschnitt ist in dem finalen Antrag "Fahrradstadt Frankfurt am Main", der am 29. August vergangenen Jahres von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, nicht enthalten.

Kompromisse habe man eingehen müssen, sagen die Vertreter der Initiative. Und einer dieser Kompromisse war eben der Verzicht auf den Lückenschluss auf der Eschersheimer. "Das war eine der bitteren Pillen, die wir in den Verhandlungen schlucken mussten", sagt Dr. Norbert Szep vom Radentscheid.

Ob die von Grünen, Linken und SPD angeregte Umbauplanung nachträglich doch noch in die Liste aufgenommen werden kann, darüber könne man jetzt keine Aussage treffen, so der Magistrat in einer Stellungnahme. Deswegen könne man auch nicht sagen, ob überhaupt und wann eine baulich abgetrennte Fahrradspur im angesprochenen Abschnitt der Eschersheimer und auch der damit verbundene Umbau der Kreuzung Eschersheimer/ Hügelstraße realisiert werden könne.

Denn: Zum Bau weiterer Radwege in Frankfurt sei die Schaffung der Projektgruppe "Fahrradfreundliche Stadt"* Voraussetzung. Acht Stellen für technische Angestellte, die jedoch noch nicht besetzt seien, sind vorgesehen. "Die Projektgruppe wird sich, sobald die Stellen besetzt sind, mit den priorisierten Maßnahmen sowie mit weiteren Radverkehrsprojekten befassen", heißt es in der Stellungnahme aus dem Römer.

Frankfurt: Vorschläge für mehr Sicherheit für Radfahrer

Allerdings schlägt der Magistrat eine Alternative vor: Statt einer baulichen Abtrennung von Rad- und Auto-Verkehr, sei das Anbringen von Fahrradpiktogrammen möglich. Mit dem Ziel, den Radverkehr etwas mittiger auf dem rechten Fahrstreifen zu führen. Zudem sollten die Piktogramme verhindern, dass Fahrzeuge die Radfahrer mit zu wenig Sicherheitsabstand überholen.

Aufgebracht werden sollen diese Piktogramme, die auf dem Asphalt aufgemalt werden und einen Radfahrer darstellen, im Rahmen der laufenden Unterhaltungsarbeiten. Wenn das Wetter es zulässt. 

jdi

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