Am Jakobiweiher in Sachsenhausen in Frankfurt kann man sich entspannen. Foto:Judith Dietermann
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Am Jakobiweiher in Sachsenhausen in Frankfurt kann man sich entspannen. Foto:Judith Dietermann

Sommerferien in Frankfurt

Frankfurt: Lieblingsort in Saschsenhausen

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Wo kann man in Frankfurt die Sommerferien verbringen? Zum Beispiel am Jacobiweiher. Dort trifft man auf Enten, Reiher und Frösche

Sachsenhausen -"Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah", schrieb einst Johann Wolfgang von Goethe. Er hatte recht. So habe ich meinen Lieblingsort in der Zeit gefunden, als ich nicht weit hinfort schweifen durfte: während der Corona-Krise. Es ist der Jacobiweiher an der Oberschweinstiege im Stadtwald, der für mich in den vergangenen Wochen ein Ort geworden ist, an dem ich abschalten und zusammen mit meiner Familie die Natur genießen kann. Und das quasi direkt vor meiner Haustür, gerade einmal zehn Fahrradminuten von Niederrad, der Stadtteil in dem ich lebe, entfernt.

Benannt nach Bernhard Jacobi

Es ist die Ruhe, die ich auf dem Rundweg, ich wähle übrigens immer die kleine, völlig ausreichende Variante um den insgesamt sechs Hektar großen Teich, so genieße. Sie ist irgendwie immer da, egal wie vielen Spaziergänger man dort begegnet. Egal wie viele vor Freude jauchzende Kinder auf und ab rennen. Oder ob Flugzeuge über Stadtwald und Weiher hinwegdonnern - was derzeit allerdings weniger passiert. Hektik sucht man am Jacobiweiher, der 1932 unter Leitung des damaligen Frankfurter Forstamtsleiters Bernhard Jacobi, daher auch der Name, als Regenwasser-Rückhaltebecken angelegt wurde, vergebens. Es herrscht eine absolut entspannte Atmosphäre.

Was mir zudem noch aufgefallen ist: man grüßt sich dort. Blickt sich in die Augen und sagt "Hallo". Ein liebgewonnenes Phänomen, das ich aus meiner Heimat dem Siegerland kenne, hier in Frankfurt aber bislang vergeblich gesucht habe. Vielleicht ist es auch das, was mich an dem stets ruhenden Weiher mit seinen Enten, Graureihern und Fröschen so anzieht. Die Erinnerung an die Kindheit, an das Aufwachsen in und mit der Natur.

Es sind vor allem Familien mit Kindern, denen man am Jacobiweiher begegnet. Zu Fuß, auf dem Fahr- oder mit dem Laufrad sind sie unterwegs. Alle paar Meter hat der Nachwuchs die Möglichkeit, ans Wasser zu gehen. Stöcke oder Steine hineinzuwerfen oder die kleinen Fische und Frösche zu beobachten.

Stundenlang hocken auch meine Kinder dort. Besonders beliebt sind die großen Steine, in der Bucht gegenüber der kleinen Insel im Teich. Dort scheint die Sonne bis in die späten Abendstunden und spiegelt sich bei schönem Wetter faszinierend in der Wasseroberfläche, dementsprechend gut besucht ist diese Stelle auch.

Vielleicht ist dieser Platz deswegen auch mein Lieblingsort an meinem Lieblingsort. Zumindest verweile ich dort am längsten. Entweder auf einem der von der Sonne aufgewärmten Steine oder ganz klassisch auf einer der Bänke. Die gibt es übrigens entlang des Jacobiweihers zahlreich - und von jeder hat man einen gänzlich anderen Blick auf das ruhende Gewässer.

Wenn das Kind,in den Teich plumpst

Dass ich in der kleinen Bucht die meiste Zeit verbringe, mag aber vielleicht auch der Tatsache geschuldet sein, dass meine viereinhalbjährigen Zwillinge von diesem Ort nicht wegzubekommen sind. Auf dem Bauch liegen sie dort stundenlang auf den Steinen und holen mit Stöckchen all das aus dem Wasser oder vom Uferrand, was man als Mama lieber nicht sehen will. Bei soviel Naturbegeisterung ist es auch kaum verwunderlich, dass mindestens ein Kind regelmäßig in den Weiher plumpst. In voller Montur versteht sich. Aber auch das gehört dazu und wir sind mittlerweile geübt darin, das Kind in der freien Natur umzuziehen.

Nicht fehlen darf beim Gang um den Jacobiweiher übrigens der Besuch der beiden Kunstwerke aus der Reihe "Komische Kunst im Frankfurter Grüngürtel": die Eule im Norwegerpullover und der Pinkelbaum. Wo die zu finden sind? Das wird nicht verraten. Denn wer noch nicht am Jacobiweiher war, der sollte das alsbald nachholen. Und dabei selber nach Eule und Pinkelbaum suchen. judith dietermann

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