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Mal eben anhalten und abladen, ist bei solchen Warenmengen utopisch. Oft dauert die Anlieferung der Waren für eine Baustelle im Bäckerweg in Frankfurt mehrere Stunden. Leidtragender ist der Verein Arbeitslosenselbsthilfe, dessen Zufahrt dann blockiert ist.

Verein in Bedrängnis

Ärger bei Anwohnern: Lkw blockieren Straße im Nordend

Der Lieferverkehr für eine Baustelle im Bäckerweg in Frankfurt sorgt für Unmut bei den Nachbarn. Für einen Verein sei die Situation sogar geschäftsschädigend.

Frankfurt - Wenn Michael Dietrich in den Bäckerweg im Nordend in Frankfurt einbiegt, schnellt sein Puls schlagartig in die Höhe. Und das Bangen beginnt. Oft blockieren Lastwagen, die Baumaterial für eine Baustelle direkt nebenan im Hinterhof anliefern, die Zufahrt zum Bäckerweg 8. Dort sitzt der Verein Arbeitslosenselbsthilfe, dessen Geschäftsführer Dietrich ist.

Frankfurt: Lkw blockieren Straße im Nordend

Dass er nicht auf seinen Parkplatz fahren kann, sei zwar ärgerlich, aber nicht ganz so schlimm. Aber: "Unsere Transporter müssen rein- und rausfahren, sonst können wir nicht arbeiten", schimpft er.

Der Verein kümmert sich unter anderem um Wohnungsauflösungen und Entrümpelungen. Die dafür nötigen Transporter parken nachts auf dem Gelände im Bäckerweg 8. Dort gibt es auch ein Lager, in dem Möbel, die gut erhalten sind und noch verkauft werden können, abgestellt sind. "Zum Ein- und Ausladen müssen wir in den Hof fahren", erklärt Dietrich und ergänzt: "Wir sind oft unter Zeitdruck, weil wir Termine und Fristen einhalten müssen."

Frankfurt: Verein ergreift drastische Maßnahmen gegen Lkw

Er habe mehrfach das Gespräch mit Lieferanten, Bauleitung und Bauarbeitern gesucht. Das Ergebnis sei unbefriedigend gewesen. "Da bekommt man blöde Antworten, etwa: 'Hör' doch auf mit dem alten Scheiß'", berichtet er. Weil die freundliche Tour nicht gefruchtet habe, habe er drastischere Maßnahmen ergriffen. "Jeder, der hier vor der Einfahrt parkt, wird angezeigt." Ob das allerdings etwas bringt? Dietrich weiß es nicht.

Der Frankfurter Bauherr Arthur Wiener erklärt, dass die Baustelle eine schwierige sei. Es sei alles sehr beengt. Man bemühe sich aber, die Anwohner nicht über Gebühr zu beeinträchtigen. "Ich finde, wir haben das gut im Griff", sagt Wiener und bittet aufgrund der schwierigen Bedingungen für die Baustellenabwicklung um Verständnis. Lieferanten müssten für den kürzlich begonnenen Innenausbau im Moment die Waren anliefern. "Was sollen wir denn tun?", fragt Wiener. Und er verweist auf eine Halteverbotszone, die eigens ausgeschildert worden sei.

Frankfurt: Keine Genehmigung für Lkw

Markus Stenzel vom Straßenverkehrsamt in Frankfurt bestätigt, dass sein Haus ein Halteverbot auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Hausnummer 9) genehmigt habe, um das Rangieren zum Hinterhausgrundstück Nummer 10 zu ermöglichen beziehungsweise dort Ladetätigkeiten auszuführen, ohne die Straße zu sperren. Ladetätigkeiten wie auf dem großen Foto zu sehen, seien nicht genehmigt worden. Er werde mit dem Antragsteller Kontakt aufnehmen, um auf seine Verpflichtung, die verkehrsrechtliche Anordnung einzuhalten, hinzuweisen. Die Baustellenüberwachung des Straßenverkehrsamtes sei bereits informiert worden.

Das hört Dietrich gerne. Er sei mit seinen Beschwerden nicht weit gekommen. Polizei und Parkraumüberwacher hätten nur sporadisch reagiert. "Ich frage mich aber, wie man so eine Baustelle überhaupt genehmigen kann", sagt der Geschäftsführer.

Wohnhaus mit 43 Wohnungen entsteht in Frankfurt – Anwohnerin soll wegen Baustelle weggezogen sein

Nach Mitteilung der Bauaufsicht ist alles rechtens. In dem Hinterhof entsteht ein Neubau mit insgesamt 43 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 25 Stellplätzen. Weichen mussten dafür ein Wohnhaus sowie ein Gemeindehaus, beides hatte einer Religionsgemeinschaft gehört. 

Anwohner hatten nach Bekanntwerden der Baupläne ihre Bedenken geäußert, dass es laut werden könnte im Carré. Laut Dietrich ist eine ältere Dame deshalb sogar weggezogen. Sie habe auch darüber geklagt, dass ihr künftig ein Riesenklotz die Sicht versperre. Wann das Wohnhaus bezugsfertig ist, weiß Dietrich nicht. Er rechnet aber noch mit mindestens einem Jahr Bauzeit.

Von Matthias Bittner

Bei einem Brand im Nordend in Frankfurt entstand kürzlich ein hoher Sachschaden. Die Feuerwehr war im Großeinsatz.

Die Straßen um den S-Bahnhof Niederrad sind abends dunkel und unheimlich. Anwohner fordern eine bessere Beleuchtung. Das kann jedoch noch dauern.

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