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Frankfurt: Loverboy zwingt junge Frau zur Prostitution

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Von: Matthias Gerhart

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Die große Liebe fand die junge Frau in Frankfurt nicht bei ihrem Loverboy - ganz im Gegenteil.
Die große Liebe fand die junge Frau in Frankfurt nicht bei ihrem Loverboy - ganz im Gegenteil (Symbolbild). © picture alliance / dpa

Sie hatte sich die große Liebe erhofft. Doch in Frankfurt wird eine junge Frau von einem Loverboy übel ausgenutzt und zur Prostitution gezwungen.

Frankfurt - Die sogenannte Loverboy-Methode hat seit mehr als 20 Jahren System. Vor allem junge Männer aus Osteuropa versprechen unerfahrenen Mädchen die ewige Liebe und eine gemeinsame Zukunft - endlich sollten die jungen Frauen einmal auf Rosen gebettet sein, anders als bisher im kargen Leben in ihrer Heimat. In der Fremde landen die Frauen dann im Bordell, während der "Loverboy" bereits nach den nächsten Opfern Ausschau hält.

Frankfurt: Loverboy zwingt Opfer zu Liebesdiensten in der Moselstraße

Ein solcher "Loverboy"-Fall beschäftigte am Mittwoch das Frankfurter Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß ein 28 Jahre alter Reinigungsmitarbeiter, gebürtig aus Bulgarien. Dort hatte er bereits vor 2018 eine heute 21 Jahre alte Frau kennengelernt, die er später in Deutschland in einer Kölner Eisdiele zufällig wiedertraf. Obwohl er bereits fest liiert war und mit seiner wirklichen Partnerin bereits ein Kind hatte, gaukelte er der Landsfrau seine Zuneigung vor.

Um später ein gemeinsames Leben auch finanziell in vollen Zügen genießen zu können, bedürfe es zunächst allerdings einer gewissen Anstrengung: Was das genau bedeutete, erfuhr die Frau in Frankfurt in der Moselstraße im Bahnhofsviertel. Dort warteten die Häuser mit der roten Außenbeleuchtung auf sie. Im Vertrauen auf die Zusagen ihres vermeintlichen Partners ließ sie sich auf die neue Tätigkeit ein - und versorgte täglich bis zu zwanzig Freier mit unterschiedlichsten Liebesdiensten.

Schläge und Tritte für die Frau, als sie ihm auf die Schliche kommt

Erst nach einigen Monaten sprach es sich bis zu ihr herum, dass der "Loverboy" bereits anderweitig in festen Händen war und dort sogar Nachwuchs gezeugt hatte. Der Enttäuschung folgte der Versuch, die ungeliebte Beschäftigung an den Nagel zu hängen. Das jedoch wurde von dem Angeklagten mit Schlägen und Tritten sanktioniert.

Darüber hinaus musste die Frau nun ihre sämtlichen Einnahmen abliefern - zuvor hatte er ihr immer wieder ein großzügiges Taschengeld überlassen, mit der beispielsweise eine schicke Handtasche finanziert werden konnte. Nach weiteren Monaten aber entkam die Frau mit Hilfe einer Frauenrechtsorganisation dem Rotlichtmilieu.

Vor Gericht kommt der Loverboy glimpflich davon

Vor Gericht war der Angeklagte anwaltlich gut beraten und legte ein umfassendes Geständnis ab. Dadurch sicherte er sich eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten - darüber hinaus stellte er eine bereits geleistete Kaution von 3000 Euro als Schadensersatz dem Opfer zur Verfügung. Die Frau erschien übrigens nicht im Zeugenstand. Ihr Aufenthaltsort ist derzeit nicht bekannt - ein Umstand, der im Zweifel auch dem Angeklagten zugute kam. (Matthias Gerhart)

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