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Das Urinal in der Moselstraße ist robust und sozial kontrollierbar. Es lässt sich ? bei Bedarf ? leicht versetzen und ist wartungsarm.

Urinal in der Moselstraße

Frankfurt macht mobil gegen die Wildpinkler

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Wiederholt klagten Anwohner des Bahnhofsviertels über eine Reihe von Missständen im Quartier. Ein Kritikpunkt war immer wieder das sogenannte „Wildpinken“. Nun hat die Stadt ein Urinal aufgestellt. Erst einmal provisorisch. Im September soll die dauerhafte Lösung kommen.

Auch wenn es sich als silbergrauer Farbtupfer eher unauffällig in die Landschaft einfügt, so hat es bereits seinen Benutzerkreis gefunden: Die Rede ist von dem provisorischen Urinal, das nach den Erfahrungen im Sommer 2014 erneut in der Moselstraße/Ecke Karlsplatz aufgestellt wurde. Eine Übergangslösung, bis mit etwas Verspätung in ein paar Monaten das dauerhafte Urinal aus Edelstahl des Projekts Stadtumbau im Bahnhofsviertel an gleicher Stelle aufgestellt werden kann.

„Wir haben das Provisorium aufstellen lassen, da in der warmen Jahreszeit draußen noch mehr Getränke konsumiert werden, was ein entsprechendes Verhalten begünstigt“, erklärt die Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt Claudia Gabriel. Das Urinal ist je 1,15 Meter lang und breit und 2,06 Meter hoch. „Es wird hauptsächlich von Männern benutzt, die sonst im Stehen an die Hauswände urinieren, was vor allem zu Beschwerden seitens der Anwohner und Geschäftsleute führt.“ Das Urinal ist bewusst offen, um keine Gelegenheit zu Drogen- oder Sexgeschäften zu geben. „Nicht wenige der Benutzer sind jedoch Freier, die in den Bordells keine Toilette benutzen dürfen“, sagt Gabriel.

Das dauerhafte Pissoir wurde von Friedrich Söllner in der Form einer Stahlwelle mit zwei Urinalständern mit Abfluss in die Kanalisation speziell für diesen Standort konzipiert. Es ist 1 Meter breit, 1,50 Meter lang, immerhin 3 Meter hoch und soll mindestens einmal täglich mit Wasser gereinigt werden. Rein technisch gesehen könnte es auch von Männern und Frauen benutzt werden, wie der Projektleiter Karsten Krüger erläutert: „Da wir uns aber auch hier für eine offene Bauweise entschieden haben, ist die Hemmschwelle für Frauen entsprechend höher.“ Dezernatssprecher Mark Gellert erinnert an ein ähnliches provisorisches Modell während der Frauenfußball-WM 2011 an der Hauptwache: „Das hat sich dort für Frauen auch nicht besonders bewährt.“

Laut offizieller Planung soll das dauerhafte Urinal am Karlsplatz nun im September aufgestellt werden. „Da wir aber auch diesen Auftrag europaweit ausschreiben mussten und die Angebote noch einholen, kann man noch keinen verbindlichen Zeitpunkt nennen“, räumt Krüger ein. Ebenso wenig einen konkreten Preis, der sich im oberen vier- oder im fünfstelligen Bereich bewegen könnte. Dafür aber bestätigt Krüger, dass man das Urinal dann tatsächlich als eine Art Unikat bezeichnen könnte.

(got)

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