Morgens um neun am Museumsufer: Solche Staus waren während der probeweisen Mainkai-Sperrung 2019 an der Tagesordnung.
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Morgens um neun am Museumsufer Frankfurt: Solche Staus waren während der probeweisen Mainkai-Sperrung 2019 an der Tagesordnung.

Verkehr in Sachsenhausen

Angst vor der nächsten Mainkai-Sperrung in Frankfurt - „Erneut völlig vorbereitungslos“

  • Stefanie Wehr
    VonStefanie Wehr
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Der nördliche Mainkai in Frankfurt wird erneut gesperrt. Am südlichen Ufer werden derweil massive Staus befürchtet, wenn Sachsenhausen mit „riesigen Verkehrsmassen geflutet“ wird.

Frankfurt - Als im September 2020 der nördliche Mainkai wieder für den Autoverkehr geöffnet wurde, atmeten Anwohner des südlichen Mainufers in Frankfurt auf. Noch am selben Abend war es am Schaumainkai viel ruhiger, und auch Anwohner in südlicher gelegenen Straßen bemerkten den Unterschied.

Doch Lärm und Abgase sollen zurückkommen. Der Mainkai wird ab Sommerferienbeginn wieder gesperrt. Ab 25. Juli wird die Hauptverkehrsachse am nördlichen Mainufer für sechs Wochen komplett dicht sein. Aber schon vorher zur Eurobike-Messe, die erstmals am Frankfurter Mainkai stattfindet, ist von 13. bis 17. Juli die Verkehrsachse dicht.

Frankfurt: Ab Sommerferien bleibt der Mainkai nachts gesperrt

Nach den Sommerferien wird der Mainkai während der Woche ab 19 Uhr abends gesperrt, um 6 Uhr morgens wieder geöffnet, nur an Samstagen und Sonntagen bleibt die Straße auch tagsüber dicht, damit Menschen dort flanieren, Roller- oder Radfahren können. Ab 2026 soll er dann wieder ganz gesperrt und die Straße umgestaltet werden.

Das angekündigte Umleitungskonzept steht indes noch aus. Es soll kurz vor der Sperrung in den Sommerferien erst vorgestellt werden, frühestens am 4. Juli in der Sitzung des Verkehrsausschusses. Bevor das Konzept nicht abgesegnet und vor allem den vom Umleitungsverkehr betroffenen Bürgern vermittelt wurde, soll es keine Sperrung geben, forderte jüngst der Ortsbeirat 5.

Erneute Mainkai-Sperrung in Frankfurt: Wie hart trifft es Sachsenhausen?

Und auch die anlässlich des Verkehrschaos 2019/2020 gegründete Bürgerinitiative "Sachsenhausen wehrt sich" nimmt wieder Fahrt auf. Der Gründer Herbert Schmoll versendet derzeit E-Mails an die Stadtverordneten der Koalition: "Ich möchte somit an die Verantwortung appellieren, die diese Leute für die Sicherheit der Frankfurter Bürger haben."

Denn die Mainkai-Sperrung, ist sich der Sachsenhäuser sicher, wird irgendwann Opfer fordern. Etwa Kranke, die in einem Rettungswagen liegen, der wegen der Staus nicht rechtzeitig im Krankenhaus ankommt. Dieses Szenario wird Schmoll nicht müde zu wiederholen, denn schon während der Sperrung 2019/20 hätten Rettungskräfte im Stau am Schaumainkai gestanden. Zudem werde hier "einer Maßnahme zugestimmt, mit der das größte Wohngebiet in Frankfurt - der Stadtteil Sachsenhausen mit 60000 Einwohnern, acht Grundschulen und tausenden Schulkindern - mit riesigen Verkehrsmassen geflutet wird", schreibt Schmoll in seiner Mail.

Frankfurt: Mainkai-Sperrung „erneut völlig vorbereitungslos“?

"Eine Sperrung einer Hauptverkehrsachse, die mit einem Verkehrsaufkommen von 20000 Fahrzeugen pro Tag belegt ist, wird niemals gänzlich ohne Verkehrsverlagerungen möglich sein", sagt der Magistrat und kündigt an, die Sperrung wissenschaftlich begleiten zu wollen und das besagte Umfahrungskonzept zu erstellen. Dabei gehe es darum, die Zeit zu minimieren, die Autofahrer wegen der Umwege verlieren.

In Sachsenhausen sieht man diese vagen Ankündigungen skeptisch: "Man geht erneut völlig vorbereitungslos in diese Sperrung, generiert Mega-Staus", sagt Schmoll. Die BI kündigt eine Demonstration gegen die Sperrung an, "aber erst, wenn das volle Ausmaß des Schadens sichtbar wird, also dann, wenn der Mainkai außerhalb der Ferien gesperrt wird. Einen Vorgeschmack gab es ja schon anlässlich der Feiern zum Europapokalspiel, als der Mainkai gesperrt war". stw

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