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Stau rund um den Frankfurter Mainkai: Autofahrer sollen auf andere Verkehrsmittel umsteigen

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Jenseits des Flusses ist der Mainkai gesperrt, und auf dem Schaumainkai gibt's Anfang November 2019 viel Stau im Berufsverkehr. FOTO: Michael Faust
Jenseits des Flusses ist der Mainkai gesperrt, und auf dem Schaumainkai gibt's Anfang November 2019 viel Stau im Berufsverkehr. FOTO: Michael Faust © Michael Faust

Für die Schulferien ist eine weitere Uferstraßen-Sperrung vorgesehen. Ein Umleitungskonzept gibt es noch nicht.

Frankfurt – Autofahrer müssen sich offenbar für den Sommer erneut auf Staus und Anwohner im Umfeld des Mainkais auf mehr Verkehr vor ihrer Haustür einstellen. Das wird aus einem Bericht des Magistrats klar, den die CDU zur anstehenden mehrwöchigen Sperrung der Uferstraße in der Innenstadt beantragt hatte.

Dass der Mainkai nach der Testsperrung vom Sommer 2019 bis Sommer 2020 erneut gesperrt werden soll, hatte die neue Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Diesen Januar beschloss das Vierer-Bündnis, die Uferstraße in der Innenstadt zwischen Untermain- und Alter Brücke während der Schulferien sowie an den Wochenenden für den Autoverkehr zu sperren.

Stau in Frankfurt: Der Test von 2019/20 soll ausgewertet werden

Einen Starttermin legten die Koalitionäre nicht fest. Inzwischen sind allerdings die Osterferien ohne Sperrung vorübergegangen. Zugesagt hat das Mobilitätsdezernat von Stefan Majer (Grüne), dass es eine neuerliche Sperrung nur auf Basis eines Umleitungskonzepts für den Autoverkehr geben werde. Das hatte beim 13-monatigen Test gefehlt: Folge waren lange Staus und viel Chaos, besonders Anwohner in Sachsenhausen waren stocksauer, viele Autofahrer und die Wirtschaft schimpften.

Welche Schlüsse die Regierung aus den Erfahrungen von 2019/2020 ziehen wolle, hat nun die CDU-Fraktion offiziell per Anfrage wissen wollen. Doch der Magistrat sagt dazu - noch - nichts: Eine "Begleituntersuchung zu den verkehrlichen Folgewirkungen" sei zwar von einem Ingenieurbüro erstellt worden. Die Ergebnisse würden aber erst "in Kürze" in einem Schlussbericht vorgestellt. Schon Stefan Majers Vorgänger Klaus Oesterling (SPD) hatte allerdings gewarnt, dass die Zahlen womöglich nur bedingt aussagekräftig sein könnten.

Frankfurter Zahlen stammen zum Teil aus der Pandemie

Denn zum Teil wurden die Zahlen während der Corona-Pandemie erhoben, als viele Menschen im Homeoffice oder wegen der Shutdowns daheim waren. Immerhin: Eine "Vorher-Situation" des Straßenverkehrs auf Grundlage von Daten eines Navigationsanbieters sei in einer Novemberwoche 2018 erhoben worden, die "Während-Situation" im Oktober 2019. Die Kontrollzählung der Verkehrsmengen an "strategischen Knotenpunkten" erfolgte allerdings im März 2020 fünf Tage vor dem ersten Shutdown. Zum Zeitpunkt der Zählung waren viele Firmenmitarbeiter bereits ins Homeoffice gewechselt.

Immerhin: Etwas aussagekräftiger dürften die übrigen Zählungen ausfallen. So wurden die Fußgängerbewegungen im Juli 2019 und Mai 2020 erhoben. Auch seien die Fußgänger, Radfahrer, Motorräder, Motorroller und E-Scooter auf dem Mainkai und dem parallel verlaufenden Uferweg am 20. September 2019 gezählt worden, also vor der Pandemie und zweieinhalb Monate nach Sperrbeginn. Wann das Konzept für die neuerliche Sperrung vorgelegt wird, dazu äußert sich der Magistrat in der Antwort auf die CDU-Anfrage nicht. Er bestätigt aber, dass es "zurzeit" entstehe. "Dabei soll insbesondere für den Schwerverkehr ein eigenes Umleitungs- beziehungsweise Umfahrungskonzept erarbeitet werden."

Frankfurter und Pendler sollen andere Verkehrsmittel nutzen

Auf Stau und mehr Lärm aber scheinen sich die Autofahrer und Anwohner erneut einstellen zu müssen. Denn der Magistrat gesteht zu: "Eine Sperrung einer Hauptverkehrsachse, die mit einem Verkehrsaufkommen von circa 20 000 Fahrzeugen pro Tag belegt ist, wird niemals gänzlich ohne Verkehrsverlagerungen möglich sein."

Es gelte abzuwägen, "welche Reisezeitverlängerungen als verträglich anzusehen sind" und wie "sich Verlagerungen verträglich abwickeln lassen". Neben Umleitungsrouten erwähnt der Magistrat auch die "Veränderung des Modal Splits" als eine Lösung. Sprich: Menschen sollen statt des Autos andere Verkehrsmittel benutzen. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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