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Grau in grau sieht es am Mainkai derzeit aus. Das soll sich ändern. Ein Vorschlag: Mobile Begrünung, die bei Veranstaltungen umgestellt werden kann.

Für Autoverkehr gesperrt

Mehr Grün für den gesperrten Mainkai

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Ob provisorisch oder auf Dauer, noch wirkt der für den Autoverkehr gesperrte Mainkai etwas unattraktiv, wenn dort keine Veranstaltung ist.

  • Derzeit ist der Mainkai in Frankfurt noch grau
  • Dies soll sich jedoch ändern
  • Der Mainkai soll grün werden

Frankfurt – Auch deshalb verschönert für die Bürgerinitiative "Pro Mainkai-Sperrung" morgen von 10 bis 14 Uhr die Betonpoller am Café Fahrtor mit Holzbänken und Blumenbeeten. Diese Aktion, ist erst der Anfang für eine mobile Begrünung des Mainkais.

So bringt Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD) in die nächste Sitzung des Ortsbeirats 1 (Altstadt, Bahnhofsviertel, Europaviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt) zwei Anträge für einen "urbanen Garten" und eine "wandernde Baumallee" ein, die aus dem Budget des Gremiums finanziert und von Paten betreut werden sollen.

Mainkai in Frankfurt: Projektstart könnte schon Ende März sein

Beide Begrünungsprojekte bestehen aus mobilen Elementen, die bei Großveranstaltungen wie Flohmarkt oder Iron Man auf eine Fläche an den Gleisen der Hafenbahn verlagert und im Fall einer Aufhebung der Sperre für den Autoverkehr auch an anderen Orten aufgestellt werden könnten. Erteilt das Amt für Straßenbau und Erschließung zeitnah die nötige Genehmigung, soll die Begrünung schon Ende März beginnen. "Wir haben zehn Zusagen von Paten bekommen und gehen von weiteren Interessierten aus", sagt Strank.

Er hat die beiden Begrünungsprojekte mit dem angehenden Architekten und Stadtplaner Johannes Heynold nach dem Vorbild vergleichbarer Aktionen in Stuttgart entwickelt und die Kosten für Frankfurt kalkuliert: Danach sollen die "urbanen Gärten" eine Anschubfinanzierung von 4500 Euro erhalten, was bei 30 mobilen Hochbeeten etwa 130 Euro pro Modul entsprechen soll.

Mainkai in Frankfurt: Blumenkübel und Sitzelemente

Entsprechend wurden die Kosten für zehn Pflanzkübel mit Bäumen und umlaufenden Sitzflächen mit 6200 Euro kalkuliert, was einem Kostenaufwand von 620 Euro pro Stück entspricht. Zwei Skizzen für die beiden Anträge zeigen, dass zehn Sitzelemente mit den Bäumen an der Nordseite des Mainkais entlang des Historischen Museums am Saalhof stehen sollen. Gegenüber auf der Mainseite sollen die urbanen Gärten mit 30 Pflanzmodulen angelegt werden.

"Für die Bäume der wandernden Allee könnten wir uns nach Stuttgarter Vorbild Zieräpfel, Kugelahorne und hängende Maulbeerbäume vorstellen", sagt Heynold. Die Beete der urbanen Gärten sollen vor allem mit heimischen Kräutern bepflanzt werden. "Hier ist Selbstgärtnern gefragt, dafür lockt dann schon sehr bald der Duft der Kräuter für die Grüne Soße", wirbt Heynold. Auch der Verein Umweltlernen und der ökologische Verkehrsclub VCD soll in die Bepflanzung und Pflege der mobilen Grünflächen am Mainkai einbezogen werden.

Mainkai in Frankfurt: Positiv für das Mikroklima

"Seit langer Zeit hat der Ortsbeirat gefordert, den Mainkai für die Autos zu sperren, nun bekunden die Anwohner großes Interesse daran, die gewonnene Fläche durch Begrünung und einen urbanen Garten aufzuwerten", begründet Strank seinen Antrag. Zumal sich Bäume und sonstige Grünpflanzen auch positiv auf das Mikroklima auswirken, da sich der Asphalt in der Innenstadt im Sommer stark aufheize.

"Einem solchen Begrünungsprojekt werden wir grundsätzlich zustimmen, wenn gewährleistet ist, dass die Baum- und Gartenelemente innerhalb des Ortsbezirks verbleiben, falls die Sperrung am Mainkai wieder aufgehoben wird", erklärt Grünensprecher Andreas Laeuen. "Das Umweltdezernat begrüßt solche Aktionen, die aus der Mitte der Bürgerschaft kommen", stimmt auch die dortige Sprecherin Susanne Schierwater zu. "Aber die Nachhaltigkeit und dauerhafte Pflege durch die Paten muss gesichert sein."

Mainkai in Frankfurt: CDU zweifelt an Zuverlässigkeit mancher Paten

Deshalb gibt es auch Zweifel. Wolfgang Kreickmann (CDU) zweifelt an der dauerhaften Zuverlässigkeit so mancher Paten, sein Fraktionssprecher Michael Weber bemängelt den fehlenden Platz und den hohen Aufwand, die Elemente für Sonderveranstaltungen zu entfernen. "Ich finde es kritisch, hier Geld für eine zeitlich begrenzte Maßnahme in die Hand zu nehmen", sagt Ralf-Schmidt Berberich vom unabhängigen Bündnis.

Die Schadstoffbelastung am Mainkai in Frankfurt bleibt zu hoch. Die Straßensperrung hat zwar geholfen – ein Fahrverbot scheint nach deren Aufhebung aber unabwendbar.

Der Kopf einer Bürgerinitiative in Frankfurt hat einen Todesfall erfunden, um die Mainkai-Sperrung zu kritisieren. Jetzt fühlt er sich missverstanden.

Von Gernot Gottwals

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