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Ragt heraus: das Brentano-Hochhaus an der Thudichumstaße in Frankfurt. Mieter sind verärgert. 

Rödelheim

Frankfurt: Widerstand im Brentano-Hochhaus - Mieterhöhung während Corona macht Anwohner sauer

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In Frankfurt sind Anwohner im Brentano-Hochhaus sauer. Grund ist eine geplante Mieterhöhung in Zeiten des neuartigen Coronavirus.

  • In Frankfurt gibt es erneut Widerstand im Brentano-Hochhaus.
  • Grund ist eine geplante Mieterhöhung.
  • Das finden die Mieter, vor allem in Zeiten von Corona, ungerecht.

Frankfurt - Lärm, Schmutz und Mieterhöhungen - seit vor rund zwei Jahren die Modernisierungsarbeiten im Brentano-Hochhaus in der Thudichumstraße 18-22 begannen, gibt es Widerstand von den dort lebenden 150 Mietparteien. So auch jetzt. Denn der Eigentümer, die Schader-Stiftung, sowie die Gebäudeverwaltung Vegis setzten nun das um, was sie bereits angekündigt hatten: Die Mieten werden erhöht, teilweise bis zu 2,30 Euro pro Quadratmeter. Gelten soll die Erhöhung allerdings nicht wie ursprünglich geplant ab dem 1. Januar 2021, sondern erst drei Monate später. Mit Verweis auf die Corona-Krise.

Frankfurt: Anwohner im Brentano-Hochhaus fürchten überteuerte Mieten

"Dass sich die Schader-Stiftung sozial gibt, darüber können wir nur lachen", sagt derweil eine langjährige Mieterin in Frankfurt. Statt die Mieterhöhungen drei Monate später anzusetzen, hätte man die Mieter lieber in ihren Forderungen nach einer sozial verträglichen Modernisierung ernst nehmen sollen. "Uns war von Anfang an klar, dass das zur Verdrängung unserer Nachbarn führt", fügt derweil Malte Stieber hinzu, der ebenfalls seit einigen Jahren im Brentano-Hochhaus wohnt und Sprecher der Mieter ist. Zudem befürchte man, dass die derzeit leerstehenden Wohnungen hochwertig saniert und dann zu überteuerten Preisen neu vermietet werden, so Stieber.

Im Februar 2020, erklärt derweil Uwe Wanitschek, Prokurist bei Vegis, seien die Modernisierungsarbeiten in dem 1978 erbauten, 15-stöckigen Hochhaus beendet worden. Dazu gehörten beispielsweise Maßnahmen, die der energetischen Ertüchtigung, dem Brandschutz, der Sicherheit und dem barrierearmen Zugang zum Haus dienten. In diesem Zuge seien den Bewohnern die bereits seit Januar 2018 bekannten Mieterhöhungen auch formal angekündigt worden, um gemäß geltender Bestimmungen einen Teil der Kosten auf die Mietparteien umzulegen. "

Frankfurt und Corona: Es hätte die Mieter noch härter treffen können

Diese Ankündigung bezieht sich ausschließlich auf die Erhöhungen, die am 1. April 2021 wirksam werden. Ein Jahr nach der formalen Ankündigung und über drei Jahre nach der ersten Mitteilung", betont Wanitschek. Dabei sei die gesetzlich vorgegebene Frist von neun Monaten angesichts der Corona-Krise um drei weitere Monate verlängert worden. "Der gesetzlich mögliche Rahmen der Modernisierungsmietanpassung wurde zudem bei weitem nicht ausgeschöpft", fügt er hinzu. Es hätte die Mieter in Frankfurt also noch härter treffen können.

Dieses "vermeintliche Entgegenkommen" könne nur schwer darüber hinwegtäuschen, dass die Schader-Stiftung Mieterhöhungen in einer Zeit ausspreche, die von Sorgen um Gesundheit und Existenz sowie Jobverlust geprägt sei, erwidern die Mieter und schlagen stattdessen eine temporäre Mietminderung und keine -erhöhung vor. Dass nicht das Wohlergehen der Mieter an erster Stelle stünde, zeige zudem, dass die Bauarbeiten weiterlaufen würden.

Frankfurt: „Bauarbeiter stellen ein zusätzliches Corona-Infektionsrisiko dar“

 "Am 30. März wurden wir um viertel vor acht von drei Schlagbohrern geweckt", beklagt sich Mieterin Christina Gräber. An das Arbeiten von daheim sei dabei nicht zu denken. Und auch die Anwesenheit der zahlreichen Bauarbeiter, die derzeit ein zusätzliches Corona-Infektionsrisiko darstellten, wird kritisiert. "Derzeit laufen lediglich noch in einigen leerstehenden Wohnungen Arbeiten. Diese dienen dazu, die betreffenden Wohnungen in einen vermietungsfähigen Zustand zu bringen und diese dem Wohnungsmarkt zuzuführen", erklärt derweil Uwe Wanitschek. 

Dabei würden selbstverständlich auch weiterhin die strengen Vorgaben der Bauaufsicht strikt eingehalten. Auch die behördlichen Vorgaben in Bezug auf die aktuelle Corona -Pandemie würden eingehalten. Als zuständige Hausverwaltung stehe man den Mietern zudem hilfreich zur Seite, wenn diese staatliche Angebote gemäß der geänderten Mietvorschriften in Anspruch nehmen möchten.

Von Judith Dietermann

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