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Ein Helm ist keine Pflicht, kann bei 20 Stundenkilometern aber nicht schaden.

Verkehr

Mietroller fahren ab Juli in Frankfurt: Es wird wohl voller auf den Straßen, wird es aber auch klimafreundlicher?

Mehrere Anbieter von Leihrollern haben die Zulassung beim Kraftfahrtbundesamt beantragt. Die Stadt Frankfurt will verhindern, dass Leihroller wild geparkt werden.

„Tier“ ist einer der Leihroller-Anbieter, die in Frankfurt auf dem Markt kommen wollen. Das Berliner Unternehmen will zunächst Hunderte elektrische Tretroller aufstellen, sobald wie möglich. Nachdem die Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge am Samstag in Kraft getreten ist, stehe nur noch die Genehmigung des Kraftfahrbundesamtes aus, sagte ein Sprecher von „Tier“. Die Anträge würden binnen zwei Wochen bearbeitet, so ein Sprecher des Kraftfahrtbundesamts.

Anfang Juli voraussichtlich können Kunden die grün-schwarzen Roller von „Tier“ per Smartphone-App buchen. Eine Fahrt kostet einen Euro Startgebühr plus 15 Cent pro Minute. Bei zehn Minuten sind das 2,50 Euro.

Der grüne Gedanke dahinter: Statt mit dem Auto in die überfüllte Innenstadt zu fahren, nehmen Kunden lieber Bus und Bahn und fahren die letzten ein, zwei Kilometer mit dem Tretroller, auch E-Scooter genannt. Die Tretroller sollen Teil einer Mobilitätswende sein, um die Innenstadt von Autos zu entlasten, sie umweltfreundlicher und lebenswerter zu machen.

Vielleicht kommen aber erstmal Hunderte oder Tausende neue Elektrokleinstfahrzeuge hinzu. Das Verkehrsdezernat geht davon aus, dass es nicht bei einem Anbieter bleibt. Zehn Anbieter hätten sich bei der Stadt gemeldet. Sie tragen griffige Namen wie Wind (vormals Byke), Voi, Limebike oder Bird. „Aufgrund der Kompaktheit der Stadt ist Frankfurt für die Anbieter besonders interessant“ sagte Hans Preißl, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). „Alle wollen die Ersten sein.“

Bürgersteige sind tabu

Die Anbieter wollten mit 200 bis 500 Rollern anfangen und die Zahl auf bis zu 3000 Roller steigern. Eine fünfstellige Zahl von Tretrollern auf Straßen und Plätzen würde dafür sorgen, dass wohl auch Bürgersteige, Einfahrten, U-Bahn-Aufgänge zugeparkt wären, so die Befürchtung der Stadt. Das würde den Verkehr be- statt entlasten. Um dem Chaos vorzubeugen, hatte das Verkehrsdezernat zuletzt ein Merkblatt veröffentlicht, wie vor zwei Jahren, als Leihrad-Anbieter nach Frankfurt kamen. Von denen sind neben den etablierten Call-a-Bike und Nextbike nur noch Wind/Byke übrig. Limebike habe angekündigt, die Leihräder durch Tretroller ersetzen zu wollen, sagte Preißl. Das Leihroller-Merkblatt würde nun überarbeitet und in der kommenden Woche veröffentlicht. Rettungswege, Ein- und Ausfahrten, Zugangswege seien weiterhin tabu, auch Fahrten in Parks, Grünanlagen und am Main.

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Auch der Bund hatte Regeln aufgestellt: Tretroller müssen wie Räder auf dem Radweg fahren. Wenn es keinen gibt, müssen sie auf die Straße ausweichen. Der Bürgersteig ist tabu. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 Stundenkilometer. Versicherung ist Pflicht. Bei privaten Käufern müssen sich Kunden eine Versicherungsplakette zum Aufkleben besorgen. Bei Leih-Rollern übernimmt das der Anbieter.

„Tier“ hat sich vorgenommen, die Tretroller abends einzusammeln, nachts aufzuladen und morgens in der Stadt zu verteilen. Damit kein Chaos entsteht.

Von Florian Leclerc

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