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Die Zeit drängt, sagt Alex Azary, der Vorsitzende der Friends of Momem. 

Kultur

Momem wartet auf Geld der Stadt - Verzögerte Eröffnung sorgt für Probleme

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Noch immer wurde das Momem in Frankfurt nicht eröffnet. Denn die Stadt hat die Finanzierung noch nicht freigegeben. Das sorgt für große Probleme bei der Planung. 

Frankfurt - Damit das Momem, das Museum für moderne elektronische Musik, bald an der Hauptwache eröffnen kann, müsste die Koalition aus CDU, SPD und Grünen die Anschubfinanzierung in Höhe von einer halben Million Euro nun freigeben. Das sagte Alex Azary, der Vorsitzende der Friends of Momem, der Frankfurter Rundschau.

Ursprünglich hatte sich die Koalition schon vor der Sommerpause auf die Freigabe der Mittel verständigt. Die CDU-Fraktion bat sich dann eine Bedenkzeit aus, um nun eine Bedingung an die Vergabe zu knüpfen. Die 500 000 Euro müssten bis Ende 2020 zurückgezahlt werden, gleichzeitig müsse das Momem Spenden in Höhe von 350 000 Euro nachweisen.

Frankfurt: Momem wartet auf die Anschubfinanzierung - Probleme 

„Das ist ein Problem“, sagte Alex Azary. Denn die Kooperationspartner wollten nur in ein fertiges Museum investieren. Auch hätten sie Vertrauen verloren, weil das Momem ursprünglich 2016 eröffnen sollte. Der verspätete Auszug des Kindermuseums Anfang 2018 und die Übersendung des unterschriebenen Mietvertrags durch die Stadt im Februar verzögerten die Eröffnung. Sie war für September 2019, dann für Dezember 2019 und nun – „hoffentlich“ (Azary) – für Frühjahr 2020 geplant.

Eröffnen wird das Momem nicht mit der Ausstellung „Electro. From Kraftwerk to Daft Punk“ der Pariser Philharmonie. Diese wird von April an ein halbes Jahr im Londoner Designmuseum gezeigt. Noch hofft Azary, die Überblicksschau über die Entwicklung der elektronischen Musik im Herbst in Frankfurt präsentieren zu können. Doch die Verträge müssten jetzt verhandelt werden. Zur Planungssicherheit müsse die Koalition die Mittel freigeben. „Die Bedingung der CDU-Fraktion, dass wir zeitgleich die Spenden einwerben müssen, soll bitte entfallen“, sagte Azary.

Eröffnung des Momems in Frankfurt verzögert sich - Wer ist Schuld?

„Ich empfehle Herrn Azary, nun die Initiative zu ergreifen, und den Fraktionen in einer Mail darzustellen, wie er sich das vorstellt“, sagte Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU. Zwischen den beiden war zuvor ein Disput entbrannt, wer die verzögerte Eröffnung des Momem zu verantworten hat. Die CDU-Fraktion, welche die Freigabe der Mittel laut Azary vor der Sommerpause blockiert habe; oder die Friends of Momem, die laut Dürbeck entgegen der ursprünglichen Vereinbarung eine Anschubfinanzierung forderten.

„Ich kann beide Positionen verstehen“, sagte Ursula Busch, die Fraktionsvorsitzende der SPD im Römer. Das Momem wäre eine „schöne Attraktion und würde gut zu Frankfurt passen“. Auch der Oberbürgermeister als Schirmherr befürworte das Projekt. Allerdings müssten sich die Regierungsfraktionen nun auf eine gemeinsame Position einigen.

Frankfurt: Momem noch nicht eröffnet - Fraktionen sind sich nicht einig

„In der Politik dauern die Dinge manchmal etwas länger“, sagte Sebastian Popp, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Römer. Wichtig sei ihm, dass sich das Momem selbst trage und, neben dem Darlehen als Anschub, keine städtischen Mittel benötige. Das sehe auch der Business Plan des Betreibervereins vor. Die Stadt wiederum überlasse dem Momem die Räume mietfrei – bis auf 3000 Euro Nebenkosten pro Monat. 

„Warum macht das Momem seit der Schlüsselübergabe im Juni 2018 eigentlich keine Partys, Lesungen, Vorträge in den Räumen?“, fragte Dürbeck. Weil die Räume noch unsaniert seien, so Azary. Dafür legten die DJs bei der „Club-Nacht“ des Norsk Festivals im Mousonturm am 17. Oktober auf sowie auf der „Closing Party“ der Buchmesse am 19. Oktober im Atelierfrankfurt.

Von Florian Leclerc

Die Stadt Frankfurt lehnt ebenfalls eine Nutzung des früheren Technoclubs U60311 als Veranstaltungsort für das Technomuseum Momem ab. 

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