Der Angeklagte (r) wird zu Beginn des Mordprozesses in den Gerichtssaal des Landgerichts Frankfurt geführt.
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Ehefrau getötet und Leiche in den Müll geworfen: Der Angeklagte (r) wird zu Beginn des Mordprozesses in den Gerichtssaal des Landgerichts Frankfurt geführt.

Schockierendes Verbrechen

Im Müll entsorgt: Lebenslange Haft für Mord an der Ehefrau – Verteidigung geht in Revision

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Er tötete seine Ehefrau und warf sie auf den Müll: Seine Verteidigung legt im Mülldeponie-Prozess nun Revision gegen das Urteil des Landgerichts Frankfurt ein.

Update vom Freitag, 23.04.2021, 13.50 Uhr: Im Prozess um eine getötete Frau, deren Knochen später im Müll gefunden worden waren, hat die Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Das teilte das Landgericht Frankfurt am Freitag (23.04.2021) mit. Der 38-jährige Ehemann war nach zweieinhalb Monaten Verhandlung am vergangenen Freitag zu lebenslanger Haft wegen Mordes aus Habgier verurteilt worden.

Nach Überzeugung der Schwurgerichtskammer hatte der Deutsche seine 43 Jahre alte Ehefrau im Oktober 2019 getötet, um mit seiner neuen Freundin in der Eigentumswohnung des Opfers in Frankfurt-Nied wohnen zu können. Die Polizei hatte bei einer akribischen Suchaktion auf einer Mülldeponie im Main-Taunus-Kreis Knochenpartikel sichergestellt, die von der Ermordeten stammten.

Frau ermordet und in Müll geworfen – zu lebenslanger Haft verurteilt

Erstmeldung vom Freitag, 16.04.2021: Frankfurt – Es war ein schauriger Fund im Januar 2020: Nach monatelanger Suche hatte die Polizei die Knochen einer 43 Jahre alten vermissten Frau aus Frankfurt entdeckt. Seit Oktober 2019 war sie verschwunden, sie kam nie an ihrem Arbeitsplatz an. Schnell geriet damals ihr 37-jähriger Ehemann in Verdacht.

Weil er seine Ehefrau getötet und die Leiche in den Müll geworfen hatte, ist der nun 38-Jährige vom Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging am Freitag (16.04.2021) im Urteil von Mord aus Habgier aus. Die 43-jährige Frau sei von ihrem Mann umgebracht geworden, damit sich dieser in den Besitz der Eigentumswohnung in Nied habe bringen können, hieß es im Urteil. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Ehemann ermordet Frau in Frankfurt: Richter findet deutliche Worte für die Tat

„Der Angeklagte ist ein Mensch, der die Ermordung seiner Frau geplant und durchgeführt und anschließend ihre Leiche auf den Müll geworfen hat“, sagte der Vorsitzende Richter in Frankfurt. Dies stehe sittlich und moralisch auf niedrigster Stufe.

Der Ehemann hatte sich bei seiner Vermisstenanzeige bei der Polizei Frankfurt in Widersprüche verwickelt, in dem seit Anfang Februar laufenden Verfahren allerdings keine Aussagen mehr gemacht. Der Vorsitzende Richter erinnerte an zahlreiche Indizien, die für die Täterschaft des Deutschen sprächen. Unter anderem war bei einer Durchsuchung das Mobiltelefon der Vermissten in der Wohnung gefunden worden. Im Computer des Angeklagten fanden sich darüber hinaus Anhaltspunkte, wonach er nach diversen Tötungsarten gesucht hatte.

Schockierender Mord in Frankfurt: 38-Jähriger könnte früher aus dem Gefängnis entlassen werden

Ein zweites Mordmerkmal konnte die Strafkammer in Frankfurt dagegen nicht feststellen, so dass auch die besondere Schwere der Schuld nicht festgestellt wurde. Der Mann könnte also nach 15 Jahren in Haft entlassen werden. Auch die Staatsanwaltschaft hatte in diesem Sinne plädiert.

Vor dem Leichenfund der 43-Jährigen starteten die Beamten mehrere umfassende Suchaktionen. Kurz nach dem Verschwinden hatte unter anderem eine Hundertschaft der Polizei erfolglos ein mit Bäumen und Sträuchern bewachsenes Gelände in Frankfurt-Nied durchkämmt. (tvd/dpa)

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