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Mord aus Habgier: Anklage nach 28 Jahren - DNA bringt Polizei auf richtige Spur

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Von: Ute Vetter

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Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt hat Anklage in einem 28 Jahre alten Mordfall erhoben. (Symbolbild)
Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt hat Anklage in einem 28 Jahre alten Mordfall erhoben. (Symbolbild) © Christoph Hardt/imago

Fast 30 Jahre nach einem Mord hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Moderne Technik brachte die Ermittler auf seine Spur.

Frankfurt – Der Fall erschütterte die Stadt: Es geschah am 20. Januar 1994. Um die Mittagszeit betreten zwei Männer den Optikerladen des 60-jährigen Besitzers in der Großen Eschersheimer Straße 13, überwältigen ihn. Sie fesseln und knebeln ihr Opfer, verbinden ihm die Augen. Dann raffen sie alles zusammen, was ihnen von Wert erscheint.

Doch dem Opfer gelingt es derweil, sich zu befreien - was ihm letztlich zum Verhängnis wird. Spätestens jetzt beschließen die Täter nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft, den Optiker zu töten, um als Täter später nicht von ihm identifiziert zu werden. Einer der beiden soll zuvor auch Kunde bei ihm gewesen sein.

Brutaler Mord mitten in Frankfurt: DNA-Untersuchung bringt Ermittler auf die Spur der Täter

Vier Mal stoßen die Männer ihrem Opfer ein Messer in den Hals, so heftig, dass einer der Stiche bis zur Wirbelsäule reicht. Drei Mal rammen sie ihm das Messer ins Gesicht, würgen den Mann zudem mit einem Schal. Dann fliehen die Täter mit mehreren Bankkarten, Euroschecks und mindestens 1000 Euro in bar. Auch die Armbanduhr des Opfers lassen sie mitgehen.

Nun, 28 Jahre nach der Tat, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mord aus Habgier gegen einen heute 48 Jahre alten türkisch-stämmigen Deutschen aus Ober-Ramstadt erhoben, wie die Behörde gestern mitteilte. Auf die Schliche kamen die Ermittler dem Mann, nachdem sie den ungelösten Mordfall im Dezember 2017 neu aufrollten und Spuren vom Tatort mittels neuer Techniken analysierten. Unter anderem führten am Ende DNA-Untersuchungen die Ermittler auf die Spur des Täters.

Jahrzehnte nach Mord in Frankfurt: Tatverdächtiger in Haft

Der mutmaßliche Mörder wurde daraufhin am 22. März vergangenen Jahres festgenommen und sitzt seitdem in Haft. Zu den Vorwürfen äußerte er sich bisher nicht, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Da er zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt war, wurde Anklage vor der Jugendkammer des Landgerichts Frankfurt erhoben. Sie lautet auf gemeinschaftlichen Mord und Raub mit Todesfolge. Als Ursache für den Tod des 60-Jährigen gibt die Staatsanwaltschaft an: "Der Mann verstarb letztlich durch Ersticken respektive Erdrosseln in Verbindung mit dem hohen Blutverlust und einer geringen Bluteinatmung."

Der damals 29 Jahre alte, mutmaßliche Mittäter ist den Angaben zufolge Türke. Er soll sich spätestens ein Jahr nach der Tat in die Türkei abgesetzt haben, das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt. Er soll laut Staatsanwaltschaft Kunde des Opfers gewesen sein und mit dessen Gewohnheiten und den räumlichen Gegebenheiten vertraut gewesen sein. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, war seinerzeit eine Belohnung von 20 000 Mark ausgesetzt worden. (red/lhe)

Nach jahrelangen Ermittlungen konnte ein anderer Fall in Frankfurt mittels einer DNA-Analyse aufgeklärt werden. Die Mörder der „Toten vom Ikea-Parkplatz“ fanden sich in einer Datenbank der Polizei. Vor Gericht kamen schauerliche Details ans Licht.

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