Mehr als zwei Dutzend Reifen haben Unbekannte nördlich der A 66,zwischen der Kneiselsmühle und dem Main-Taunus-Zentrum, illegal entsorgt. Im Hintergrund ist die Mauer des alten Unterliederbacher Friedhofs zu erkennen.	Foto: horst scheuner
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Mehr als zwei Dutzend Reifen haben Unbekannte nördlich der A 66,zwischen der Kneiselsmühle und dem Main-Taunus-Zentrum, illegal entsorgt. Im Hintergrund ist die Mauer des alten Unterliederbacher Friedhofs zu erkennen.

Frankfurter Westen

Schrott und alte Reifen entsorgt: Unbekannte missbrauchen Felder und Wiesen als Müll-Deponie

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Immer wieder entsorgen Unbekannte ihren Müll auf Wiesen und Feldern in Frankfurt. Bei der Zuständigkeit gibt es Kompetenz-Gerangel zwischen Ämtern und Behörden.

Frankfurt - Seit Wochen kämpft Hubert Noll gegen die Windmühlenflügel der Bürokratie. Der Zeilsheimer hat insgesamt drei Motorroller-Wracks entdeckt, die Unbekannte nördlich der Bebauung an der A 66 in die Grünanlagen geworfen haben - an unterschiedlichen Stellen. Er möchte, dass sie verschwinden - und muss erleben, wie von verschiedenen Stellen Zuständigkeiten hin- und hergeschoben werden.

Frankfurt: Felder und Wiesen als Deponie missbraucht - Gefahren für Kinder

"Ich habe mich schon vor Ort mit Mitarbeitern des Ordnungsamts und des Grünflächenamts getroffen", sagt Noll. Allerdings zeitigte das nur einen Teilerfolg: Nach drei oder vier Tagen sei einer der Roller abgeholt worden. Ein anderer, der unweit des Lachgrabens und der Kleingärten im Gebüsch liegt, ist offenbar nicht gefunden worden.

Noll hat deshalb die Position über Google Earth bestimmt und weitergeleitet - der Roller liegt allerdings immer noch im Gebüsch. Das dritte Zweirad steht offen sichtbar am Weg längs der Lärmschutzwand; der Roller ist ausgeschlachtet, Kabel hängen heraus. Dieses Wrack birgt Gefahren für spielende Kinder.

Frankfurt: Müll in Grünanlage an A66 abgeladen - Dutzende alter Reifen

Ortswechsel: Der Unterliederbacher Horst Scheuner entdeckte am Wochenende bei einem Spaziergang ein weiteres Umwelt-Vergehen: Wieder haben Unbekannte nördlich der A 66, zwischen Kneiselsmühle und Main-Taunus-Zentrum, Dutzende alte Autoreifen in die Landschaft gekippt. Das passiert immer wieder, ob an der A 66, im Sossenheimer Unterfeld, an der unter Naturschutz stehenden Schwanheimer Düne oder im Stadtwald: Überall tauchen Berge von Altreifen auf, für deren Entsorgung sich jemand offenbar das Geld sparen möchte. Angesichts der Zahl der Reifen dürfte es sich kaum um die Taten von Privatpersonen handeln, sondern um gewerblichen Müll.

Ebenso sieht es bei Bauschutt aus, der überall am Stadtrand in die Landschaft gekippt wird: denn die Abgabe im Bau- oder Wertstoffhof kostet Gewerbetreibende - im Gegensatz zu Kleinstmengen von privat - Geld; außerdem darf der Bauschutt nicht von mineralischen Abfällen, Dachpappe, Styropor, Ytong, Gips, Gasbeton, Glas, Asphalt oder Holz verunreinigt sein - da fahren manche Kleinstanbieter, die ohne Rechnung arbeiten, offenbar gerne mal im Dunklen nach dem Arbeitstag mit dem Anhänger in die Botanik.

Je nach Ablageort sind Grünflächenamt, Ordnungsamt, FES, Stadtentwässerung, Straßenbauamt, das Umweltamt der Stadt, die Landesbehörde Hessen Mobil oder auch andere Akteure zuständig, was den Kampf gegen den Müll in der Landschaft nicht einfacher macht. Melden kann man solche Funde online über den Mängelmelder unter www.ffm.de. Gestern waren dort von 24 489 gemeldeten Mängeln 19 053 beantwortet - nicht aber unbedingt beseitigt. (Von Holger Vonhof)

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