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Müll auf dem Mainkai bleibt lange liegen und nervt Bürger.

Spaziergänger und Jogger entsetzt

Müll-Massen am Mainufer: Sogar Silvester-Dreck liegt noch herum

Sonntags stapelt sich haufenweise Müll am Tiefkai in Frankfurt, auch Silvester-Dreck ist noch nicht entfernt. Spaziergänger und Jogger sind entsetzt.

  • Müll-Massen am Mainufer
  • Spaziergänger und Jogger entsetzt
  • Behörden in Frankfurt verwundert

Frankfurt - Bürger, die in den vergangenen Tagen am Sachsenhäuser Mainufer spazieren gingen, wunderten sich über die Massen von Müll, die dort um Sitzbänke herum, neben Mülleimern und über die Grünflächen verstreut lagen. "Am Mainufer sieht es seit Wochen aus wie Hund", regte sich am Sonntag die Sachsenhäuserin Petra M. auf, die regelmäßig am Mainufer joggt.

"Was ist denn hier los?", fragte sich auch der Sachsenhäuser Mikosch Siegel, als er nach einem Städel-Besuch einen Spaziergang am Mainufer machen wollte. "Es sah richtig schlimm aus, ich war entsetzt."

Müll sammelte sich nicht nur rund um Bänke und Mülleimer auf dem Boden an, sondern auch im Gebüsch. Dort lagen haufenweise leere Alkoholflaschen. Besonders viele davon waren im Abschnitt unterhalb von Alt-Sachsenhausen zu sehen. Nilgänse und Enten watschelten durch Müllhaufen. Der Rasen war an vielen Stellen übersät mit Plastikteilen von Silvesterkrachern, am Aufgang zum Theodor-Stern-Kai lagen Verpackungen von Silvesterraketen, Sektflaschen und anderer Unrat herum.

Müll-Massen in Frankfurt: Wird das Mainufer vernachlässigt?

Siegel ist deshalb verwundert, weil er sich mit dem Thema ohnehin oft befasst. Er organisiert regelmäßig Müllsammelaktionen mit Freiwilligen. Beim Frankfurt Cleanup Day von der Stadt und der Initiative Cleanffm der Stabstelle Sauberes Frankfurt im September war die lose organisierte Gruppe um Siegel und seine Mitstreiter als Kooperationspartner beteiligt.

"Bei der Aktion haben alle angepackt. Warum wird den Rest des Jahres das Sachsenhäuser Ufer so vernachlässigt?", fragt er sich. Von der Stadt Frankfurt, die sich als Green City bezeichne, habe er mehr erwartet.

Müll am Mainufer: Behörden in Frankfurt verwundert

Susanne Schierwater, die Sprecherin der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, kann sich die Müllansammlung nicht so recht erklären. "Wir gehen davon aus, dass das hoffentlich eine Ausnahme ist", sagt sie. Nach Silvester, am 2. Januar, werde das Ufer saubergemacht, versichert sie. Die Beschwerden über Dreck hätten insgesamt im vergangenen Jahr abgenommen, sagt Schierwater weiter. Genau beziffern ließe sich der Rückgang an Anrufen aber nicht. Im Sommer werde das Mainufer täglich gesäubert. "Im Winter wird montags, mittwochs und freitags gereinigt", sagt Schierwater. Sonntags würden aber aus Kostengründen zurzeit keine Reinigungskräfte eingesetzt.

Das zuständige Grünflächenamt beteuert, dass es dort sauber sein müsste, weil nach Silvester besonders genau hingesehen und auch am Mainufer viel Müll weggeräumt werde. "Das wundert mich", sagt der Leiter der Grünflächenabteilung Bernd Roser.

"Wahrscheinlich sind am Wochenende dort Partygänger unterwegs, die es nicht hinbekommen, ihren Müll in die nächste Tonne zu tragen", vermutet Susanne Schierwater. "Sie stellen ihn einfach irgendwo ab. Das ist unverständlich." Was für die Menschen ein unschöner Anblick sei, sei für die Tiere am Mainufer nicht gut und nicht gesund.

Mainufer in Frankfurt voller Müll: Kaum Strafen für Verschmutzer

Gegen unachtsame nächtliche Müllverursacher ist die Stadt machtlos. Dass aber sonntags die Spaziergänger den Anblick aushalten müssen, findet Mikosch Siegel nicht in Ordnung. "Das geht so nicht weiter", findet er. Der Wahlfrankfurter, der viele Jahre im vergleichsweise blitzsauberen Zürich lebte, kann nicht verstehen, warum hier dem Verursacher von Müll im öffentlichen Raum keine Strafen auferlegt werden. "Es gibt ja einen Bußgeldkatalog, doch der wird nicht angewendet," echauffiert sich Siegel.

Im Ortsbeirat 5 sprachen die Stadtteilpolitiker jüngst auch über den Müll am Mainufer, der im Sommer durch illegales Grillen verursacht wird. Der Antrag der SPD, das Grillen dort zu erlauben, um der illegalen Vermüllung entgegenzuwirken, wurde abgelehnt. "Das bringt nur noch mehr Dreck und Gestank und verstärkt die Probleme", sagte Uwe Schulz von der FDP.

VON STEFANIE WEHR

Eine Herausforderung für die Stadt Frankfurt ist der Müll in den Straßen und in den Parks. Auffällig ist, dass immer mehr Glasscherben und Zigarettenkippen dabei sind.

So kann es auch gehen: Vor dem Museumsuferfest 2019 haben 350  Freiwillige entlang des Mains in Frankfurt Müll und Abfall eingesammelt. Dazu eingeladen hatten sie die Sauberkeits-Initiative #cleanffm, der Sportkreis Frankfurt und das Sharkprojekt.

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