Vom Anfangsverdacht der Bestechung befreit: Felix Scheuerpflug, der starke Mann hinter dem Arena-Projekt am Flughafen. Wer ihn angezeigt hatte, ist nicht klar.
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Vom Anfangsverdacht der Bestechung befreit: Felix Scheuerpflug, der starke Mann hinter dem Arena-Projekt am Flughafen Frankfurt. Wer ihn angezeigt hatte, ist nicht klar.

Arena-Pläne in Frankfurt

Streit um die Multifunktionshalle wird immer bizarrer

  • vonSylvia Amanda Menzdorf
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Die Staatsanwaltschaft entlastet den Dome-Geschäftsführer. Felix Scheuerpflug zeigt daraufhin aber prompt den Skyliners-Chef an. Der Streit um eine Multifunktionsarena in Frankfurt nimmt skurrile Züge an.

Frankfurt - Im Wettbewerb um den Bau einer Multifunktionshalle wird es zunehmend bizarr. Anfang vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Felix Scheuerpflug, Geschäftsführer der "The Dome Besitzgesellschaft" wegen des Verdachts der Bestechung im geschäftlichen Verkehr aufgenommen und im Juli dessen Büro- und Privaträume durchsucht. Jetzt stellt sie das Ermittlungsverfahren ein.

Die Gesellschaft plant den Bau der Großarena "The Dome" für 23.000 Besucher am Flughafen. Das Projekt steht in Konkurrenz zu einer mit 13.000 Plätzen kleineren Halle, die Basketball-Manager Gunnar Wöbke am Kaiserlei bauen möchte. Scheuerpflug und Wöbke sind nicht nur Konkurrenten um das Hallen-Projekt. Sie sind auch die Protagonisten in dem Sachverhalt, den die Staatsanwaltschaft mehr als ein Jahr lang untersuchte.

Multifunktionshalle in Frankfurt: Ominöses Treffen der zwei Konkurrenten

Scheuerpflug soll dem Manager des Basketballvereins Skyliners anlässlich eines Treffens in der Gerbermühle im September 2019 angeboten haben, Provisionen für die Vermittlung von Sponsoren für die Eventarena "The Dome" an ihn persönlich zu zahlen. Zu Zahlungen war es nie gekommen. Das stand auch für die Staatsanwaltschaft von Anfang an fest. Sie ermittelte lediglich wegen eines "Anfangsverdachts". Dieser ließ sich nicht erhärten. Ende des Verfahrens.

"Es ist nun endlich klar, dass die Beschuldigungen jeglicher Grundlage entbehren", kommentierte gestern ein Sprecher der "The Dome Besitzgesellschaft" die Einstellungsverfügung auf Anfrage dieser Zeitung, Einen Bestechungsversuch habe es nie gegeben. "Der Vorwurf ist einfach absurd." Dank der akribischen Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft habe sich das erwiesen, Scheuerpflug stehe nun mit "blütenreiner Weste" da.

Geschäftsbeziehungen zum Skyliners-Manager Wöbke hätten ohnehin nie bestanden, so der Sprecher. Das Treffen in der Gerbermühle, das die Ermittlungen nach sich gezogen hatte, sei seinerzeit auf Initiative Wöbkes zustande gekommen. Die Idee einer Kooperation mit dem Basketball-Manager hätte die "The Dome Besitzgesellschaft" Ende 2019 aufgegeben, nicht zuletzt wegen dessen "außergewöhnlicher Forderungen". Details wollte der Sprecher nicht erläutern. Ein Vormietvertrag sei nicht mehr angestrebt worden. Wer die Ermittlungen gegen Felix Scheuerpflug in Gang gesetzt habe, sei offenbar nicht bekannt. Man werde dieser Frage aber nun mit Nachdruck nachgehen, so der Sprecher.

Streit um Multifunktionshalle: Nun geht es um Falschbeschuldigung

Wöbke hatte gegenüber dieser Zeitung im Sommer vergangenen Jahres bestritten, Anzeige gegen Scheuerpflug erstattet zu haben. Im Zuge des nun zu den Akten gelegten Ermittlungsverfahrens war er als Zeuge aufgetreten. "Im Frühjahr 2020 wurde ich zweimal von der Polizei als Zeuge befragt und habe nach bestem Wissen und Gewissen wahrheitsgemäß die Fragen beantwortet", so Wöbke gestern auf Anfrage. "Wer anderes behauptet, lügt."

Was Wöbke wann gesagt und zu Protokoll gegeben hat, könnte in der nächsten Zeit die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Der Rechtsvertreter von Scheuerpflug hat nach Angaben des Sprechers von "The Dome" nun Strafanzeige "in allen Belangen" gegen den Basketball-Manager erstattet. Es dürfte dabei vor allem um den Vorwurf der Falschbeschuldigung gehen. (Sylvia A. Menzdorf)

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