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So könnte die Multifunktionsarena am Kaiserlei in Frankfurt dereinst aussehen. Der Bedarf an einer solchen modernen Halle für sportliche und musikalische Veranstaltungen ist groß.

Konkurrenz steht in den Startlöchern

Multifunktionshalle: Verhandlungen mit Investor geraten ins Stocken

Die Verhandlungen zwischen der Stadt Frankfurt und einem französischen Investor über den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei sind ins Stocken geraten. Ein neuer Interessent hat sich positioniert. Er will noch größer bauen, allerdings am Flughafen, außerdem die Löwen und die Skyliners unterstützen,

Frankfurt -  Stadtrat Markus Frank (CDU) lässt sich nichts anmerken. Nicht, ob er schon weiß, wie die Sache ausgehen wird oder ob er nervös ist, weil er gerade auf Antwort aus Frankreich wartet. An dem erwarteten Respons hängt nicht mehr und nicht weniger als die Realisierung der ersehnten Multifunktionshalle am Kaiserlei. "Der Termin steht unmittelbar bevor", sagt Frank. Zu diesem nicht näher beschriebenen Termin sei mit einem modifizierten Finanzierungskonzept für das Projekt zu rechnen, vorgelegt vom derzeit favorisierten Investor Lagardère.

Frankfurt: Verhandlungen über Multifunktionsarena stocken

Frank ist seit gut zehn Jahren im Amt als Dezernent für Wirtschaft, Sport, Sicherheit, Feuerwehrwesen, und genauso lange begleitet ihn das Thema Multifunktionshalle. Ein Veranstaltungsort für Sport, Konzerte, Events und sonstige Darbietungen steht also schon lange auf der Wunschliste der Stadt und seit 2016 auch im Koalitionsvertrag des Römer-Bündnisses von CDU, SPD und Grünen. 

Mit der Bereitstellung des städtischen Geländes am Kaiserlei und der Bereitschaft des französischen Investors Lagardère, sich dort mit 130 Millionen Euro zu engagieren, schien die Idee von der Großhalle für bis zu 13.000 Besucher endlich Realität zu werden. Dort sollen der Eishockey-Club Löwen und die in der Bundesliga spielenden Basketballer Skyliners eine neue Spielstätte finden.

Multifunktionsarena für Frankfurt: Gute Verkehrsanbindung

Das 25.000 Quadratmeter große Gelände in Frankfurt am Kaiserlei ist auch wegen der guten Verkehrsanbindung an A 661 und S-Bahn gut dafür geeignet. Das Unternehmen Lagardère sei erfahren in der Umsetzung eines solchen Projektes, sagt Markus Frank "Die machen das nicht zum ersten Mal." Lagardère Sports war bis Juni dieses Jahres Vermarktungspartner der Commerzbank-Arena, bevor Eintracht Frankfurt diesen Geschäftszweig selbst in die Hände nahm.

Überhaupt ist Frank zuversichtlich, dass die Franzosen die richtigen Partner für das Projekt sind, selbst wenn es daran in jüngster Zeit zumindest kurzzeitig gewisse Zweifel gegeben haben mochte bei den politischen Vertretern der Stadt. Das lag am Finanzierungsplan des französischen Unternehmens. Es wollte 60 Millionen Euro investieren und den Rest der Bausumme für die Multifunktionsarena über ein günstiges Bürgschaftsprogramm des Landes finanzieren. Die Stadt Frankfurt hätte sich freilich an der Bürgschaft beteiligen müssen. "Das wollten die Stadtverordneten nicht", sagt Frank.

Frankfurt: Multifunktionsarena - Warten auf Plan für Finanzierung

Lagardère habe auf diese Entscheidung sofort reagiert und ein neues Finanzierungsangebot unter Verzicht auf eine städtische Bürgschaft angekündigt. Darauf wartet Markus Frank in Frankfurt nun. Man sei "in gutem Austausch", mehr lässt der Sportdezernent derzeit nicht wissen. "Um das Verfahren nicht zu gefährden", wie er erklärt.

Könnte Lagardère auch mit einem abgeänderten Finanzierungskonzept die Stadtverordneten nicht überzeugen, wäre die zügige Umsetzung der Planung zwar Geschichte, nicht aber zwingend das Projekt an sich. Denn mit dem amerikanischen Unternehmen Anschutz steht ein weiterer Bewerber parat, wenngleich in der zweiten Reihe.

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Auch Anschutz "macht das nicht zum ersten Mal", um Frank zu zitieren. Das Unternehmen ist vielmehr eines der weltweit führenden im Segment Unterhaltung und Sport, besitzt und betreibt einige der weltweit größten Stadien und Arenen, vermarktet und produziert Veranstaltungen. Anschutz dürfte die Frankfurter Stadtpolitiker verschreckt haben mit seinen Ambitionen auf dem Kaiserlei-Gelände. Neben einer Super-Arena will das amerikanische Unternehmen nämlich noch einiges mehr bauen: Musicaltheater, Hotel und ein Sportcenter. Dagegen nimmt sich das Angebot von Lagardère, einfach nur die Multifunktionshalle zu bauen, übersichtlicher aus.

Frankfurt: Multifunktionsarena am Kaiserlei

Und dann ist da noch die Katz Group. Das kanadische Unternehmen hat große Pläne. Es möchte eigenem Bekunden zufolge in Frankfurt die größte Arena Deutschlands bauen. Nicht am Kaiserlei, sondern am Flughafen. Die Kanadier wollen auch die beiden Sportvereine Löwen und Skyliners unterstützen: Heimspiele in der Superarena sollen für die beiden Klubs kostenfrei sei, außerdem sollen sie jährlich einen gewissen Geldbetrag erhalten, über dessen Höhe derzeit nichts zu erfahren ist. Im August war Katz auf die Bieter-Bühne getreten mit dem Angebot für "The Dome", so nennen sie ihr Projekt, das noch größer, noch teurer, noch umfangreicher ist als alles, was Lagardère am Kaiserlei plant.

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Multifunktionsarena in Frankfurt: 23.000 Plätze

"The Dome" soll rund 23.000 Zuschauern in Frankfurt Platz bieten. Katz will nicht nur die Giga-Arena, sondern auch eine neue S-Bahn-Haltestelle bauen - geschätztes Investitionsvolumen: rund 600 Millionen Euro. Der Flughafenbetreiber Fraport prüft nach eigenen Angaben derzeit allerdings, ob das Projekt grundsätzlich umsetzbar ist. Dem Unternehmen gehören mehrere Grundstücke nördlich der A 3, die für die Arena genutzt werden könnten.

VON SYLVIA A. MENZDORF

Am Kaiserlei zwischen Frankfurt und Offenbach soll eine Veranstaltunhshalle gebaut werden. Wer die Halle baut, ist auch nach vier Jahren noch nicht klar. Juristen sehen außerdem Probleme. 

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