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Milena Schoo (links) und Clara Geadah haben viele Vorstellungen im „Papageno“ gesehen und dort schon Praktika absolviert. Jetzt wollen sie helfen. 

Musiktheater in Not

Zwei Schülerinnen wollen das „Papageno“ retten

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Das „Papageno“ am Palmengarten in Frankfurt ist wegen der Corona-Krise in Not. Zwei 16-Jährige sammeln deswegen Spenden für das Theater.

  • Auch das „Papageno“ am Palmengarten leidet unter der Corona-Krise
  • Deswegen sammeln zwei Mädchen Spenden für das Theater in Frankfurt
  • In kurzer Zeit kam bereits einiges an Geld zusammen

Frankfurt - Das Papageno Musiktheater am Palmengarten befindet sich im Dornröschenschlaf. Wie überall in solchen Etablissements ruht der Betrieb. „Uns als kleines Privattheater trifft die Krise besonders hart, da wir einen hundertprozentigen Einnahmeausfall haben“, steht als Post Skriptum in E-Mails zu lesen, die das Frankfurter Theater als Antwort auf Anfragen automatisch verschickt. „Wenn Sie uns unterstützen möchten, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie auf die Erstattung oder den Umtausch Ihrer Tickets verzichten würden. Uns wäre damit erheblich geholfen“, erfährt man weiter.

Eine ganz andere Art der Hilfe kommt aus den „eigenen Reihen“. Den beiden Frankfurter Schülerinnen Clara Geadah und Milena Schoo liegt es sehr am Herzen, in diesen Zeiten das Papageno zu unterstützen, schreiben die zwei 16-Jährigen. Sie belassen es nicht bei Anschreiben und Worten, sondern lassen Taten folgen, starten einen Spendenaufruf. Sie wollen nichts weniger, als zu helfen, „den Erhalt der Spielstätte und alles, was dazugehört, sicherzustellen“. Denn: „Eine Schließung des Theaters wäre für uns, das gesamte Ensemble und viele Familien aus dem Kreis Frankfurt ein schwerwiegender Verlust.“

Coronavirus in Frankfurt: Schülerinnen sammeln Spenden für „Papageno“-Theater

Trotz der fernbleibenden Einnahmen muss das Theater unzählige bereits verkaufte Tickets zurückerstatten und weiterhin den Unterhalt der Spielstätte finanzieren, erklären die zwei Schülerinnen, die schon von kleinauf mit ihren Familien regelmäßig die Aufführungen in dem Haus am Palmengarten besucht haben. „Und auch trotz bereits beantragter Kurzarbeit fallen nach wie vor Personalkosten an, da das Haus nach wie vor gewartet und verwaltet werden muss.“ In gewisser Weise gehören die beiden Schülerinnen deshalb zum Papageno-Theater, weil sie beide dort Praktika absolviert haben. „Ich war im Januar zum zweiten Mal hier, weil mir das erste Praktikum so gut gefallen hat“, sagt Milena. „Man darf ganz viel machen und es herrscht so eine tolle familiäre Atmosphäre“, erinnert sie sich.

„Weil es so klein ist, gibt es keine festgelegten Aufgabenbereiche, sondern man macht alles. Die Theke, Ticketverkauf, Bühnenbild, Kostüme nähen, Licht, und ich war sogar auf der Bühne“, sagt Clara, die sogar bei zwei Stücken mitspielte. „Unsere erste Idee war, rumzulaufen und Spenden zu sammeln. Aber das ist in Zeiten von Corona sicher keine gute Idee“, sagt Milena.

Frankfurt: Schülerinnen wollen wegen Corona-Krise 5000 Euro für „Papageno“-Theater auftreiben

Dann fingen sie an, Leute anzuschreiben. Und ein wenig später kam die Onlinekampagne hinzu. „Sie läuft jetzt seit gut einer Woche, und wir haben schon mehr als 1800 Euro gesammelt“, sagen die beiden. „Pro Woche braucht das Papageno 10.000 Euro“, sagt Milena. Das werden die beiden jungen Frankfurterinnen wohl nicht schaffen. „Aber wir haben uns als Ziel 5000 Euro gesetzt.“

Die Theatermacher sind „vollkommen überwältigt von der großartigen Aktion von Clara und Milena“, sagen sie. „Die beiden jungen Frauen haben uns erst davon erzählt, als alles schon eingerichtet war. Wir waren - und sind - zutiefst gerührt“, so Theatergründer und -chef Hans-Dieter Maienschein.

Publik machen die Schülerinnen ihre Aktion nicht nur über die Zeitung, sondern auch per Mail und Anschreiben und einen Kettenbrief per WhatsApp. Unterstützer können im Internet auf der Seite gofundme.com helfen. Ansonsten gibt es folgende Kontonummer: DE77 500 502 01 020 063 57 86. 

es

Alle Infos zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Frankfurt lesen Sie in unserem News-Ticker

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