Planen das Sommercamp der Schillerschule: Schulleiterin Claudia Wolff und Johannes Karg. Foto: Holger Menzel
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Planen das Sommercamp der Schillerschule: Schulleiterin Claudia Wolff und Johannes Karg. Foto: Holger Menzel

Bildung

Frankfurt: Nach dem Schuljahr ist vor dem Sommercamp

  • vonAnna Grösch
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Die Schillerschule in Sachsenhausen ist eine von neun Schulen in Frankfurt, die in den Ferien zusätzlichen Unterricht anbieten, um Stoff nachzuholen. Die Teilnahme ist freiwillig. Das Angebot richtet sich vor allem an jene Kinder und Jugendlichen, die wegen des corona-bedingten Schulausfalls noch Nachholbedarf haben.

Frankfurt -Schulleiterin Claudia Wolff ist im Stress. "Eher dreieinhalb", antwortet die Schulleiterin der Schillerschule in Sachsenhausen auf die Frage, ob sie fünf Minuten Zeit für ein Gespräch habe. Am Freitag beginnen die hessischen Schulferien und man sollte meinen, nach diesem chaotischen Schuljahr komme für Lehrkräfte und Schulleiter nun die Zeit zum Durchatmen. Falsch gedacht. Um den Stoff nachzuarbeiten, der wegen der Corona-Krise zu kurz gekommen ist, bietet das Kultusministerium den Schulen finanzielle Unterstützung für ein Zusatzprogramm in den Ferien an.

Das nennt sich "Sommercamp", alle öffentlichen Schulen in Hessen können es in Anspruch nehmen. Die Frankfurter Schillerschule ist dabei. Die Vorbereitungen laufen. "Die Zeit war recht kurz", sagt Schulleiterin Claudia Wolff. Wie genau die teilnehmenden Schulen ihre Sommercamps gestalten, ist ihnen selbst überlassen. Neben angestellten Lehrern unterrichten in diesem Programm auch Studierende oder Lehrer von Volkshochschulen.

115 Schulen in Hessen haben sich bislang angemeldet, neben der Schillerschule sind acht weitere Schulen aus Frankfurt dabei: Louise-von-Rothschild-Schule, Liebfrauenschule, Textorschule, Leibnizschule, Freiherr-vom-Stein-Schule, Liebigschule, Philipp-Holzmann-Schule und Willemerschule. Ob noch weitere Schulen hinzukämen, sei aktuell noch offen.

Viel Stoff haben Hessens Schüler während des corona-bedingten Schulausfalls verpasst, auch die Motivation fürs Homeschooling fiel nicht allen leicht. Während der Sommercamps soll das Versäumte kompensiert werden. Bis zum 29. Juli konnten Schulen sich beim Kultusministerium melden. Wie viel Zeit die Schulen im Vorhinein für die Organisation hatten, kann Ministeriumssprecher Philipp Bender nicht genau sagen. Rund zweieinhalb Wochen zuvor habe man die Schulen angeschrieben, schätzt er. Auf die Beine gestellt werden müssen Verpflegung, Unterricht und Freizeitangebote am Nachmittag.

Das Konzept der Schillerschule habe innerhalb von vier Tagen gestanden, sagt Schulleiterin Wolff: "Wir haben einfach spontan gesagt ,Wir kriegen das hin!'" In zwei Wochen der Sommerferien bietet das Sachsenhäuser Gymnasium das Camp an. "Die Stunden werden ein bisschen spielerischer als der Regelunterricht. Aber wir werden schon wirklich pauken."

Auch im Dezernat für Integration und Bildung ist man mit den Sommercamps beschäftigt. "Solche Angebote sind sehr sinnvoll und notwendig", sagt Referentin Tanja Sadowski. Als Träger ist die Stadt für die Räume zuständig, die benötigt werden. "Unser Problem ist die Kurzfristigkeit. Wir sind noch nicht vollständig darüber informiert, welche Schulen teilweise schon ab Montag mit Feriencamps beginnen. Räume und an manchen Schulen sogar eine Mittagsversorgung müssen extrem kurzfristig organisiert werden." Des Weiteren gibt sie zu bedenken, dass sich das Angebot nicht an Kinder aus Intensivklassen richte, die dort Deutsch lernen. Das bestätigt Ministeriumssprecher Bender. Grundsätzlich richteten sich die Sommercamps zwar an alle Schüler. In den Gruppen, die den verpassten Regelstoff aus dem vergangenen Schuljahr wiederholen, dürften es die Schüler der Intensivklasse wegen fehlender Sprachkenntnisse allerdings schwer haben. Ein Zusatzprogramm für diese Zielgruppe gibt es nicht. Bender argumentiert mit der Zahl der zur Verfügung stehenden Lehrkräfte. "Man muss das, was man anbietet, schließlich auch realisieren können."

An der Schillerschule hat man unter anderem ehemalige Abiturienten gefragt, ob sie in den Sommercamps unterrichten wollen. Zwischen 20 und 25 Leute umfasst das Team, ihren Lohn zahlt das Kultusministerium. Das Angebot ist für die Schüler freiwillig und offen für alle. An der Schillerschule seien Eltern schwächerer Schüler aber gezielt angesprochen worden, erklärt Claudia Wolff.

"Wenn wir aussortieren müssten, würden die stärkeren Schüler vermutlich nicht zum Zuge kommen." Dass es dazu kommt, erwartet sie nicht. Rund 70 Kinder und Jugendliche seien angemeldet. Schon am Freitag ist Auftakt des Sommercamps, mit einem gemeinsamen Frühstück. Angeboten werden die Hauptfächer und vielleicht Naturwissenschaften - die Planungen laufen.

Anna Grösch

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