Marktleiter Serhat Acar kontrolliert noch einmal die Ware, bevor am Donnerstag eröffnet wird. Gesehen beim Pre-Opening der ersten Lidl-Metropolfiliale in Deutschland in Niederrad. Foto: Holger Menzel

Premiere

Besonderer Lidl eröffnet in Niederrad

An diesem Donnerstag öffnet mit mehreren Monaten Verspätung die neue Lidl-Filiale an der Niederräder Goldsteinstraße.

Frankfurt - Länger als ursprünglich geplant haben die Bewohner und Arbeitnehmer im Lyoner Quartier darauf warten müssen, dass die neue Lidl-Filiale ihre Türen öffnet. Am Donnerstag ist es nun so weit: Ab 7 Uhr morgens darf der Neubau an der Goldsteinstraße betreten und das Angebot des Discounters in Augenschein genommen werden.

Den Spatenstich hatte es bereits am 7. März 2018 gegeben. Doch danach wurde der Bauplan noch einmal geändert, um die Parkebene im Erdgeschoss mit ihren 103 Stellplätzen heller und großzügiger zu gestalten. Statt auf 42 Säulen stützt sich das Obergeschoss mit seinen 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche nur noch auf 19 Pfeiler. Das hat, wie der für das Projekt verantwortliche Immobilienleiter Dirk Brunner erklärt, die Statik grundlegend verändert und einen neuen Bauantrag notwendig gemacht. Die Zeit bis zur Fertigstellung überbrückte eine provisorische Interimsfiliale in der Lyoner Straße.

Innovativer als London

Entstanden ist nun an der Stelle, an der das Unternehmen schon fast 20 Jahre beheimatet ist, die erste sogenannte Metropolfiliale auf deutschem Boden. Vorbilder für das Konzept gibt es unter anderem bereits in London, Mailand und Wien. Doch laut Stephan Zimmermann, dem Geschäftsführer der zuständigen Regionalgesellschaft Alzenau, wurde in Niederrad in Sachen Innovation noch einmal ein Schritt weiter gegangen.

Die modernen Filialen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in hochverdichtete Stadtteile den jeweiligen Voraussetzungen entsprechend einpassen lassen und dadurch Platz sparen, dass das Verkaufsgebäude über dem Parkplatz errichtet wird. Gegebenenfalls dient ein solches Modell dazu, in weiteren Obergeschossen auch noch Wohnungen einzurichten. Im Süden Frankfurts hat man sich dagegen entschieden.

Anders sieht dies bei einem weiteren Projekt der Marke im Gallus aus. Dort befindet man sich laut Stephan Luxem, dem Leiter des Immobilienbüros Rhein-Main, in der Bauantragsphase für eine Kombination aus Supermarkt und insgesamt 110 neuen Wohnungen. Projektpartner ist dabei die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding. "Wir wollen das Grundstück aber selbst behalten", betont der Lidl-Vertreter.

Gute Energiebilanz

In Niederrad wurde auch auf eine gute Energiebilanz geachtet. So dient eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Stromerzeugung, zwischen Kühlung und Heizung findet ein Austausch statt, und die Beleuchtung übernehmen LED-Lampen. Das gilt auch fürs Parkhaus, in dem zudem ein Sensorsystem darauf achtet, dass niemand dort länger sein Auto abstellt als eine Stunde. Bei Überschreiten des Zeitlimits droht eine Geldstrafe in Höhe von 30 Euro.

Für Elektro-Autos und -Fahrräder gibt es mehrere Ladestationen. Selbsttönendes Glas als Sonnenschutz macht Jalousien verzichtbar. Sowohl um das Gebäude herum als auch auf dem Dach und an den Wänden sollen Pflanzen Schadstoffe aus der Luft herausfiltern.

"Ein Pilotprojekt für Deutschland", nennt Zimmermann die Niederräder Metropolfiliale, an der insgesamt mehr als sechs Jahre lang gefeilt wurde. Für weitere Niederlassungen soll sie als Vorbild gelten, allerdings stets unter Berücksichtigung der individuellen Umstände. "Wir wollen uns die Flexibilität bewahren", sagt Luxem. Was bedeutet, dass aus dem Baukastensystem für Metropolmodelle nicht immer alle Elemente verwendet werden.

VON KATJA STURM

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