Im Polizeipräsidium ist die neue Wache, die für Teile des Westends und das Nordend zuständig ist. Sie entsteht durch die Zusammenlegung der Reviere 2. und 4. Das 2. Revier in der Mercatorstraße wird aufgegeben. foto: Boris Roessler/dpa
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Im Polizeipräsidium ist die neue Wache, die für Teile des Westends und das Nordend zuständig ist. Sie entsteht durch die Zusammenlegung der Reviere 2. und 4. Das 2. Revier in der Mercatorstraße wird aufgegeben. foto: Boris Roessler/dpa

Polizei

Frankfurt: Neue Nordend-Wache ist schon im August einsatzbereit

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Die Zusammenlegung des 2. und 3. Reviers geht schneller als erwartet. Im Ortsbeirat stellte Polizeipräsident Gerhard Bereswill nun die Pläne vor und begründete die Fusion. Das stieß nicht nur auf Zustimmung.

Voraussichtlich schon Mitte August werden die Beamten des 2. und 3. Reviers ihren Dienst in der gemeinsamen Wache im Polizeipräsidium an der Adickesallee 70 beginnen. Das sagte Polizeipräsident Gerhard Bereswill in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates 3, in der er über die Pläne und Hintergründe der bevorstehenden Zusammenlegung der beiden Reviere informierte. Nur noch einige Wände müssten versetzt werden. Bislang war immer die Rede davon gewesen, dass das 2. Revier in der Mercatorstraße 50 Ende des Jahres geräumt werde.

Ein Grund dafür sind nach Angaben von Bereswill die unbefriedigenden Arbeitsbedingungen für die Beamten. Das 1954 erbaute Mehrfamilienhaus teilten sich die Polizisten mit Mietern, Begegnungen von Beamten mit Festgenommenen und Mietern im Treppenhaus seien unangenehm für beide Seiten. Außerdem hätten die Räume nicht mehr dem Standard entsprochen und hätten dringend renoviert werden müssen.

Steuergeld sparen

Als Polizeipräsident sei es auch seine Pflicht, die Wirtschaftlichkeit im Auge zu haben - "es geht schließlich um Steuergeld", sagte Bereswill. Dank der Zusammenlegung sinken die Ausgaben. Weil es im 3. Revier - dieses befindet sich bereits in der Adickesallee 70 - genügend Platz gibt, muss die Polizei keine Miete mehr für die Räume in der Mercatorstraße zahlen. Ein weiterer Vorteil der Zusammenlegung: Die Position des Dienstgruppenleiters und die Administration sind nicht mehr doppelt zu besetzen. Das schafft laut Bereswill Kapazitäten, so dass im Zuständigkeitsgebiet (Westend und Nordend) künftig sogar drei statt wie bislang nur zwei Streifen unterwegs sind.

Die Polizeipräsenz werde merklich zunehmen, weil es, wie in anderen Revieren bereits üblich, auch im Nordend einen Schutzmann als Ansprechpartner für Bürger geben wird. Er bietet Sprechstunden im Stadtteiltreff im Merianbad sowie im Awo-Zentrum in der Eckenheimer Landstraße an. Und die jüngst installierte Fahrradstaffel, die schwerpunktmäßig in der Innenstadt unterwegs ist, zeigt auch Präsenz im Nordend und im Westend.

Die Frankfurter Polizei hatte ihre Pläne bereits vor einigen Wochen öffentlich gemacht. "Bislang ist uns keine Kritik seitens der Bürger zu Ohren gekommen", sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Rüdiger Koch. Das Konzept sei schlüssig und überzeugend. Das sahen fast alle seiner Kollegen im Ortsbeirat so.

Charme der Wache ums Eck geht verloren

Alle sind jedoch nicht glücklich damit. "Der Charme der Wache ums Eck geht verloren. Ich lehne eine Zusammenlegung ab", sagte Manfred Zieran (Öko-Linx). Das Polizeipräsidium sei ein abstoßender und großer Klotz, kritisierte Hans-Georg Oeter (Bürger für Frankfurt). Die Hemmschwelle, es zu betreten, sei bei vielen Menschen sehr hoch. Nicht optimal sei auch der weite Weg bis zur Wache am äußersten Zipfel des Nordend. Vor allem für Senioren sei das ein Problem.

Grundsätzlich könnten sich die Bürger mit ihren Anliegen jederzeit an den Schutzmann vor Ort wenden und dessen Sprechstunden - wahrscheinlich zwei wöchentlich - besuchen. Er nehme auch Anzeigen auf. Sollte sich herausstellen, dass Awo-Zentrum und Stadtteiltreff nicht ausreichten, sei durchaus ein zusätzlicher Ort für Sprechstunden möglich, stellte Bereswill in Aussicht. Seiner Ansicht nach ist das Revier im Polizeipräsidium hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Der Standort sei mit Bus und U-Bahn zu erreichen, wer mit dem Auto kommt, kann einen der Besucherparkplätze nutzen.

Allerdings, das räumte der Polizeipräsident ein, sei das Gebäude mit seinen enormen Ausmaßen und seiner dunklen Fassade tatsächlich etwas furchteinflößend. "Heute würde man vermutlich eine andere Farbe wählen", sagte er. Damit die Wache leichter zu finden ist, sollen noch Schilder angebracht werden, die den Weg weisen. Matthias Bittner

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