Dr. Peter-Friedrich Petersen zeigt den Bildschirm, über den er als Arzt bei der Intubation in die Luftröhre des Patienten schauen kann. Der Förderkreis-Vorsitzende Uwe Serke, Professor Dr. Daniel Chappell und Joachim Schwind (Aventis Foundation) sind begeistert.
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Dr. Peter-Friedrich Petersen zeigt den Bildschirm, über den er als Arzt bei der Intubation in die Luftröhre des Patienten schauen kann. Der Förderkreis-Vorsitzende Uwe Serke, Professor Dr. Daniel Chappell und Joachim Schwind (Aventis Foundation) sind begeistert.

Medizin

Neue Technik erleichtert künstliche Beatmung am Klinikum Höchst

  • vonAlexandra Flieth
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Die Aventis Foundation spendet den Notärzten im Klinikum Höchst ein Video-unterstütztes Gerät. Das kann gerade in Zeiten von Corona Leben retten.

Es ist klein und handlich und mit einer Kamera versehen: Das neue Videolaryngoskop, das Dr. Peter-Friedrich Petersen, Chefarzt der Zentralen Notaufnahmen, und Professor Dr. Daniel Chappell, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie des Klinikums Höchst, im Schockraum des Krankenhauses vorstellen.

Klinikum Höchst bekommt modernes Gerät, das die künstliche Beatmung vereinfacht

Bei der Präsentation mit dabei sind Uwe Serke, der Vorsitzende des Förderkreises des Klinikums Höchst, sowie Joachim Schwind, Vorsitzender des Vorstandes der Aventis Foundation. Die 1996 noch als Hoechst Foundation gegründete gemeinnützige Stiftung hat den Betrag gespendet, mit dem der Förderkreis des Klinikums das medizinische Gerät anschaffen konnte. Rund zwei Millionen Euro spendet die Aventis Foundation jährlich bundesweit und fördert damit Projekte aus Kunst und Kultur sowie Wissenschaft und Lehre.

Eingesetzt wird ein Laryngoskop, wenn einem Patienten das Atmen nicht mehr selbstständig möglich ist. Dann müssen Ärzte intubieren und dem Körper Sauerstoff extern über einen Schlauch zuführen. Das medizinische Gerät besteht in der Regel aus einem Spatel und einer daran befestigten Lichtquelle. Es ermöglicht, den Tubus, so wird der Schlauch in der medizinischen Fachsprache genannt, über den Kehlkopf in die Luftröhre einzuführen. Die zusätzliche Lichtquelle, die am Laryngoskop befestigt ist, erhellt dabei den Rachenraum.

Bei dem Videolaryngoskop handelt es sich um die neueste Entwicklung auf dem Markt. Es kostet circa 5 000 Euro und ist zusätzlich mit einer Kamera versehen, die es für Mediziner möglich macht, den Abstand zum Patienten zu vergrößern und den Vorgang zur Vorbereitung einer Intubation noch besser zu überwachen. Mit der Kamera ist das Blickfeld nämlich um 30 Grad vergrößert im Vergleich zu herkömmlichen Laryngoskopen. "Die Intubation gehört aufgrund der Aerosolbildung, aber auch aufgrund des eingeschränkten Atemweges zu den Hochrisikoprozeduren für Personal und Patient, gerade bei Covid-19", erklärt Professor Chappell.

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wird künstlicher Beatmung oft notwendig

Und gerade in Zeiten der Corona-Pandemie kommt es häufig zur Notwendigkeit einer solchen künstlichen Beatmung. Der Tubus wird vorwiegend von Anästhesisten oder Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, teils auch von Notfall-Medizinern gesetzt. Dafür mussten sich die Ärzte bisher sehr nah an den Patienten heran begeben und sich während des Vorgangs über den Rachen des zu Intubierenden beugen. Für die Mediziner ist die Prozedur daher mit der Gefahr verbunden, sich bei einem mit Covid-19 infizierten Patienten anzustecken.

"Mit dem neuen Laryngoskop vergrößern wir den Abstand um eine Armlänge, dass heißt von circa 30 Zentimetern auf etwa einen Meter", erklärt Dr. Peter-Friedrich Petersen. Aufgrund der Entwicklung batteriebetriebener Systeme ist zudem eine mobile Anwendung des Geräts möglich. "Für eine verbesserte Notfallversorgung im Schockraum und OP, insbesondere bei einem Massenanfall von verletzten Erwachsenen und Kindern, unterstützen wir aktuell die Anschaffung gerade dieser Geräte", unterstreicht der Vorsitzende des Förderkreises, Uwe Serke, die Idee.

Ein schwerer Verlauf von Covid-19 und ein damit möglicher Einsatz des Videolaryngoskops ist jedoch nur eines von vielen denkbaren Szenarien, in denen ein Mensch künstlich beatmet wird. Auch größere Operationen zählen beispielsweise dazu. Das neue Videolaryngoskop ist das vierte Gerät, das durch Spenden vom Förderkreis für das Klinikum Höchst angeschafft werden konnte und nun zum Einsatz kommt. (Alexandra Flieth)

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