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Frankfurt-Harheim: Vor der Niddabrücke entsteht das Fundament für die Behelfsbrücke, damit auch die schweren Baulaster der Bahn hinüber können.

Frankfurt-Harheim

Brücke über die Nidda zwei Wochen komplett gesperrt – Ärger über die Deutsche Bahn

Eine Brücke über die Nidda in Frankfurt wird für zwei Wochen komplett gesperrt. Anwohner ärgern sich über die Deutsche Bahn.

  • In Frankfurt wird eine Brücke über die Nidda gesperrt
  • Zwei Wochen komplett dicht
  • Anwohner in Harheim ärgern sich über die Deutsche Bahn (DB)

Frankfurt – Helmut Seuffert ist sauer. "Während die Bahn für den ohnehin verbotenen Autoverkehr über die Harheimer Niddabrücke nach Berkersheim großflächige Umleitungsschilder aufstellt, unterbricht sie kommentarlos den legalen und gut genutzten Fuß- und Radfahrerverkehr durchs Niddatal", sagt der Grünen-Ortsbeirat und frühere Ortsvorsteher.

Frankfurt: Brücke über die Nidda zwei Wochen komplett gesperrt – Ärger über Deutsche Bahn

Noch kommen Fußgänger und Radler um die beiden Baustellen herum auf und über die Niddabrücke - und somit zum S-Bahn-Halt Berkersheim oder mit dem Fahrrad Richtung Frankfurter Innenstadt. Auf beiden Seiten der Nidda entstehen Auflagen für eine Hilfsbrücke, über die schwere Lastwagen zur Bahn-Baustelle rollen können: DB Netz erweitert die durch Berkersheim führende Main-Weser-Bahn von zwei auf vier Gleise.

Zwei Wochen lang wird die Brücke komplett gesperrt, so die Bahn: So lange dauert es, die Behelfsbrücke aufzubauen. Zwei Meter hoch und einen Meter breit ist das Schild, das Autofahrer beim Abbiegen von der Maßbornstraße zur Niddabrücke sehen. Einen Hinweis auf die zweiwöchige Komplettsperrung, die Radler und Fußgänger betrifft, findet man hingegen nicht. Nur an einem Bauzaun am Niddaradweg, rund 20 Meter von der Brücke entfernt an einen Baum gelehnt, hängt ein Zettel im kleinen A4-Format, der aufklärt: Ab Montag (13.01.2020) ist die Brücke dicht.

Ärger über Deutsche Bahn (DB) in Frankfurt: Hinweis auf Wegsperrung fehlt

Alles andere als gut sei die Informationspolitik der Bahn, findet ein Harheimer, der mit seiner Frau an der Nidda spazieren geht. "Auch an der Homburger Landstraße, wo die letzte Brücke vor Harheim ist, steht kein Schild mit dem Hinweis, dass die Brücke bald gesperrt ist." Schlimm sei das, weil mit der Brückensperrung auch der Niddaradweg unterbrochen wird, der an der Harheimer Niddabrücke die Flussseite wechselt.

Seuffert ärgert auch, dass die Ersatzbrücke, die der Ortsbeirat für die Zeit der Brückenschließung erkämpft hatte, nun doch nicht gebaut wird: Anfangs hatte die Bahn versprochen, wenige hundert Meter neben der Niddabrücke eine Flussquerung für Fußgänger und Radler zu bauen. Irgendwie müssen die Harheimer ja zur S-Bahn oder zum Radweg in die Innenstadt kommen, argumentieren die Stadtteilpolitiker.

Deutsche Bahn (DB) in Frankfurt: Ersatzbrücke wird doch nicht gebaut

Als klar wurde, dass die Komplettsperrung nur kurz ist, plante die Bahn um. Statt der Ersatzbrücke sollte nun das Technische Hilfswerk (THW) eine provisorische Brücke aufstellen.

"Erst vor drei Wochen erklärte die Bahn, dass das nicht geht und die Niddabrücke komplett gesperrt werden muss", schimpft Seuffert. Wegen der wechselnden Wasserstände sei es für das THW technisch nicht möglich, eine Brücke aufzubauen, bestätigt eine Bahnsprecherin.

Auf die Kritik, dass sie Autofahrer gut, Radler und Fußgänger aber quasi gar nicht informiere, geht DB Netz nicht ein, verspricht aber: An allen Wegen zur Niddabrücke in Harheim, Berkersheim und Frankfurter Berg würden rechtzeitig zusätzliche Hinweisschilder aufgehängt. Und sie werden aktualisiert: Die Sperrung der Brücke verschiebe sich voraussichtlich um ein bis zwei Wochen. Zum Einsatz kommt eine 43 Meter lange, neun Meter breite Fertigteil-Hilfsbrücke mit einer Tragkraft von mehr als 16 Tonnen, die die Bahn mietet.

Frankfurt: Anwohner ärgern sich über Informationen der Deutschen Bahn (DB)

"Das Aufstellen geht schnell, aber der Bau der Rampen dauert einige Tage", erklärt die Bahn. "Je nachdem wie das Wetter mitspielt, rechnen wir mit bis zu zwei Wochen." Danach sei die Brücke wieder für alle Verkehrsteilnehmer nutzbar.

Nicht nur der Bau der Hilfsbrücke und eines Ersatzbauwerks sorgt in im Ortsbeirat für Kritik an der Logistik der Bahn beim viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn. Auch dass die Buslinie 25 nicht mehr zum S-Bahn-Halt Berkersheim fuhr und die städtische Nahverkehrsorganisation Traffiq erst spät erklärte, stattdessen zum Frankfurter Berg zu fahren, sorgte für Verdruss.

Nachgehakt hatten die Harheimer auch bei der Planung jener Brücke, die den Bahnübergang in Berkersheim ersetzt. Noch immer haben Bahn und Stadt keinen abschließenden Entwurf vorgelegt. Diskutiert wurde zuletzt, wo die Brücke in Berkersheim enden soll: Endet sie in den Feldern statt in Berkersheim, können zwar Landwirte sie nutzen. Eine Verlängerung der Linie 25 bis zur U5 in Preungesheim wäre aber nicht möglich. 

Von Andreas Haupt

In vier nördlichen Stadtteilen von Frankfurt könnte der Nahverkehr in Zukunft aus Sammeltaxen oder Rufbusse bestehen. Die Stadt möchte hier ein Pilotprojekt des RMV umsetzen.

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