Das tragische Unglück am Bahnübergang in Frankfurt-Nied und seine Folgen beschäftigt die Menschen noch immer (Archivbild).
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Das tragische Unglück am Bahnübergang in Frankfurt-Nied und seine Folgen beschäftigt die Menschen noch immer (Archivbild).

Schneller als geplant

Nach Tod von 16-Jähriger: Gefährlicher Bahnübergang in Frankfurt-Nied kommt nun endgültig weg

  • Melanie Gottschalk
    vonMelanie Gottschalk
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Das dürfte besonders die Anwohner in Frankfurt-Nied freuen: Viel früher als geplant soll der Bahnübergang an der Oeserstraße wegkommen.

  • Deutsche Bahn und Stadt Frankfurt wollen den Bahnübergang an der Oeserstraße in Frankfurt-Nied schneller als geplant durch eine Unterführung ersetzen.
  • Im Mai 2020 kam es dort zu einem tragischen Unglück: Ein 16 Jahre altes Mädchen starb.
  • Dreistufiger Masterplan soll schon in Kürze umgesetzt werden.

Frankfurt - Im Mai 2020 ist es an dem Bahnübergang im Frankfurter Stadtteil Nied zu einem tragischen Unglück gekommen. Eine 16 Jahre alte Jugendliche wurde in den Abendstunden von einem Zug erfasst und starb. Ein Fahrradfahrer und eine Autofahrerin wurden darüber hinaus schwer verletzt. Die Schranke war zu diesem Zeitpunkt oben.

Gefährlicher Bahnübergang: Seit Jahren protestieren Anwohner in Frankfurt

Seit Jahren protestieren die Anwohner, fordern eine Unterführung an diesem gefährlichen Bahnübergang an der Oeserstraße in Frankfurt-Nied. Bisher passierte nichts, doch nun scheinen die Deutsche Bahn und die Stadt Frankfurt die Proteste erhört zu haben. Am Dienstag (06.10.2020) stellte die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Stadt ihren Masterplan vor, der vorsieht, dass die Fußgänger-Unterführung schneller kommt, als geplant.

Laut einer Mitteilung der Bahn soll in drei Stufen der gefährliche Bahnübergang an der Oeserstraße in Frankfurt-Nied beseitigt und durch eine Personenunter- und Überführung für den Fahrzeugverkehr ersetzt werden. Um die Umsetzung dieses Masterplans schneller vorantreiben zu können, haben die Deutsche Bahn und die Stadt Frankfurt eine gemeinsame Taskforce gegründet.

Deutsche Bahn und Stadt Frankfurt wollen gefährlichen Bahnübergang ersetzen

Der dreistufige Plan sieht im ersten Schritt die Erneuerung der Technik der Sicherungsanlage bis Ende 2021 vor. Die Schranken sollen dann automatisch schließen, wenn sich ein Zug nähert. Das ist bisher nämlich nicht der Fall. Für den Bahnübergang an der Oeserstraße in Frankfurt-Nied ist ein Schrankenwärter oder eine Schrankenwärterin zuständig. Der Unfallbericht nach dem Unglück im Mai legte nahe, dass die Schrankenwärterin, die zu diesem Zeitpunkt Dienst hatte, schuld hatte.

Im zweiten Schritt soll dann eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer gebaut werden, die laut der Deutschen Bahn wohn 2023 oder 2024 in Betrieb genommen werden kann. Im dritten und letzten Schritt soll dann eine Überführung für den Fahrzeugverkehr gebaut werden, womit der Bahnübergang komplett wegfallen werde. Finanziert wird das Vorhaben am Bahnübergang an der Oesertraße in Frankfurt gemeinsam von der Deutschen Bahn und der Stadt.

Umbau nach tragischer Tod an gefährlichem Bahnübergang: Bürgerinitiative noch skeptisch

Nach dem tragischen Unglück im Mai 2020 gründete sich eine Bürgerinitiative mit dem Namen „Die Schranke muss weg“, die in kürzester Zeit 1000 Mitglieder zählte. Mitgründerin Heike Stoner ist noch skeptisch, was den Masterplan der Deutschen Bahn und der Stadt Frankfurt angeht.

Man werde die kommende Entwicklung kritisch begleiten und abwarten, sagte sie gegenüber dem hr. Sollte der Bau wie geplant umgesetzt werden, würde sie sich freuen. „Aber ich glaube das erst, wenn der erste Spatenstich gesetzt ist.“

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