Grabkränze markieren den gefährlichen Bahnübergang in Nied.
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Trauergaben erinnern an das Unfallopfer in Frankfurt-Nied - mittlerweile sind sie vor das SG-Grundstück verlegt worden

Gefährlicher Bahnübergang in Nied

Ende der Todesschranke beschlossen – Ausführung lässt aber auf sich warten

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
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Ein Drei-Stufen-Plan für den Umbau des Bahnübergangs in Frankfurt-Nied wurde vorgestellt, angegangen werden wird er aber nicht vor 2027.

Nied - Die SPD-Stadtverordnete Milli Romic hatte den richtigen Riecher: "Irgendetwas müssen sie heute auf den Tisch legen - sonst hätten die sich nicht hierher getraut", raunte sie kurz vor Beginn der Podiumsdiskussion mit Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, und Klaus Oesterling (SPD), dem Verkehrsdezernenten der Stadt, auf dem Gelände der SG Nied, direkt neben dem gefährlichen Bahnübergang.

Kurz darauf hatte sie Gewissheit: Stadt und Bahn wollen den Umbau des Bahnübergangs an der Oeserstraße in Nied schneller als gedacht angehen. Hatten die beiden im Verkehrsausschuss der Stadtverordnetenversammlung am 26. Mai noch von einem Zeithorizont 2029 gesprochen, heißt das Ziel jetzt 2027. Konkret präsentierten sie den etwa 250 Teilnehmern, die trotz Wind und Nieselregen gekommen waren, einen 3-Stufen-Plan, mit dem der Übergang mittelfristig ersetzt werden soll - durch eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger und schließlich, 300 Meter östlich davon, durch eine Auto-Unterführung.

Bahnübergang in Frankfurt-Nied: Sicherungsanlage wird erneuert

Bis zum kommenden Jahr soll in einem ersten Schritt die Technik der Sicherungsanlage erneuert und dabei die letzte Kurbelschranke im Rhein-Main-Gebiet ersetzt werden. Dann, versprach Vornhusen, sollen die Schranken automatisch schließen, sobald sich ein Zug nähert. Ein Schrankenposten werde dann die Freigabe für den Zug erteilen. Zudem würden sich die Schranken auch nicht mehr - wie derzeit immer wieder beklagt - auf Autos nieder senken, die nicht schnell genug den Bahnübergang verlassen.

Die Unterführung für Fußgänger und Radfahrer soll als zweite Maßnahme bis 2023/2024 in Betrieb gehen. Komplett wegfallen wird der Bahnübergang dann laut Planung mit der letzten Maßnahme - der Straßenunterführung. "Um die Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse zu verkürzen, haben wir eine Task Force gegründet", erklärte Vornhusen. Schneller gehen soll es nach Worten von Oesterling nun auch deshalb, "weil es gelungen ist, die Unterführung des Fuß- und Radwegs sowie die Unterführung der Straße aus dem Gesamtverfahren herauszuziehen."

Doch wie realistisch sind diese Pläne tatsächlich? Vornhusen klang selbst skeptisch: Am Ende der Veranstaltung, der Kreis der Zuhörer hatte sich schon merklich gelichtet, ließ er das durchblicken. Während er erklärte, bei Stufe 1 und 2 "verhalten optimistisch" zu sein, nannte er Stufe 3 "sportlich" und fügte etwas nebulös hinzu: "Da werden wir wohl Erfahrungen sammeln."

Bahnübergang in Frankfurt-Nied: "Monsterstunde" am Nachmittag

Was er damit meinen könnte, hatte zuvor schon Oesterling benannt. Bevor die Auto-Unterführung gebaut werden könne, müsse die Stadt einige Hindernisse aus dem Weg räumen: Es gebe "Eingriffe in das Grundwasser und Grundstücke", erklärte er. Außerdem seien auf der Nordseite Beeinträchtigungen für Bewohner zu erwarten. Man könne nicht prognostizieren, "wie lange das dauert und ob das ohne Klagen abgeht."

Überhaupt wussten die Experten nicht auf alle Fragen der Bürger eine Antwort. Vor allem nicht darauf, was konkret gegen das tägliche Chaos an der Kreuzung getan wird: Tobias Fechler von der Nieder CDU berichtete von einer "Monster-Stunde" am Nachmittag, in der die Schranken 51 von 60 Minuten geschlossen bleiben - und Anwohner klagten über Aggressionen und Hupkonzerte. Vornhusen versprach: "Ich mache mich schlau."

Vorsichtig reagierte denn auch Heike Stoner von der Bürgerinitiative "Nied - die Schranke muss weg" auf die Ankündigungen. Zwar habe sie leise Hoffnung gefasst und würde sich freuen, wenn der Bau wie geplant umgesetzt werde. "Aber ich glaube das erst, wenn der erste Spatenstich getan ist." (Michael Forst)

Bei einem Unfall an dem Bahnübergang im Frankfurter Stadtteil Nied wurde Anfang Mai eine 16-jährige Fußgängerin getötet und eine 50 Jahre alte Autofahrerin sowie ein 52 Jahre alter Radfahrer schwer verletzt. Die Deutsche Bahn sprach anschließend von einem „Arbeitsfehler“. Technik soll die Risiken am umstrittenen Bahnübergang vorerst mindern.

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