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Durch neue Wohngebiete steigen die Schülerzahlen an der Michael-Grzimek-Schule. Die dreizügige Grundschule wird künftig vierzügig.

Nieder-Eschbach

Hortplätze in Nieder-Eschbach bleiben Mangelware

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Die FDP im Römer schlägt Alarm und fordert den Magistrat auf, die Hortplatzsituation in Nieder-Eschbach zu verbessern. Derzeit liege die Versorgungsquote bei 68 Prozent.

Nieder-Eschbach - Es gibt Themen, die wiederholen sich Jahr für Jahr. In Nieder-Eschbach sind das die fehlenden Hortplätze, denn die sind für das kommende Schuljahr 2020/21 mal wieder Mangelware. Das sagt zumindest der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Römer, Stefan von Wangenheim. 90 Plätze fehlten derzeit, rechnete er in einem entsprechenden Antrag nach. Deswegen forderte er darin den Magistrat auf, die Hortplatzsituation im Stadtteil "signifikant zu verbessern" und allen Kindern, die eine Nachmittagsbetreuung benötigten, diese auch zu gewährleisten.

Nieder-Eschbach: 89 Vormerkungen, 34 Betreuungsplätze

Hierzu sollte die Versorgungsquote bereits zum kommenden Schuljahr deutlich angehoben worden, forderte von Wangenheim. Zudem solle die Schülerzahlentwicklung an der Michael-Grzimek-Schule neu ermittelt, anhand der Prognose die Grundschule entsprechend erweitert und gleichzeitig ein bedarfsgerechtes außerschulisches Betreuungsangebot geschaffen werden. "Es kann nicht Anspruch einer familienfreundlichen Stadt sein, dass eine Versorgungsquote von gerade einmal 68 Prozent wie in Nieder-Eschbach ausreichend ist und die Stadt Frankfurt keine Veranlassung zur Schaffung neuer Hortplätze sieht", schreibt der bildungspolitische Sprecher der Liberalen im Römer.

Die Versorgungsquote im Schulbezirk der Michael-Grzimek-Schule liege derzeit bei 67 Prozent, heißt es jetzt in einem Magistratsbericht. Diese beziehe sich auf den Stand vom 1. November 2018, aktuelle Daten würden derzeit erhoben und müssten noch ausgewertet werden. Für die aktuell 349 Grundschulkinder stünden derzeit 235 Betreuungsplätze zur Verfügung - davon 150 Plätze in Horten sowie 85 Plätze in der Erweiterten Schulischen Betreuung (ESB).

Eine Auswertung der Statistik des Kindernets zeige zum Stichtag 1. September 2020 derzeit 89 Vormerkungen. Diese Anzahl zeige jedoch nicht den realen Bedarf, betont der Magistrat. Denn dort würden unter anderem auch Anmeldungen von sogenannten Kann-Kindern, die erst nach dem Stichtag am 30. Juni sechs Jahre alt werden, mitgezählt würden, im Sommer jedoch nicht eingeschult werden. Zudem zähle die Statistik auch Kinder, die letztlich auf einer Privatschule angemeldet würden.

Nieder-Eschbach: Bedarf steigt durch neue Wohngebiete

Laut Aussage des Trägers der ESB, des Evangelischen Vereins für Jugendsozialarbeit, werden zum Schuljahr 2020/21 regulär 34 Betreuungsplätze frei. Darüber hinaus sei das Stadtschulamt mit der Leitung der ESB bezüglich einer Aufstockung der Plätze zum kommenden Schuljahr im Gespräch.

Anhand der aktuellen Prognose der Schülerzahlentwicklung seien an der Michael-Grzimek-Schule von einem "geringfügigen Anstieg" bis zum Schuljahr 2024/25 auszugehen, so der Magistrat. Für das kommende Schuljahr rechne man mit 89 Einschulungen, im Folgejahr ebenso mit 89. Für 2024/25 werden 94 Einschulungen prognostiziert. Errechnet werden diese anhand der Zahl der schulpflichtigen Kinder in Nieder-Eschbach, die Eingangsquote liege derzeit bei 0,93. Sprich: Von 100 schulpflichtigen Kindern, werden auch 93 an der Grundschule im Stadtteil eingeschult. Nach der derzeitigen Prognoserechnung, würde die bislang dreizügige Grundschule über alle Jahrgänge vierzügig, so der Magistrat. Für das Schuljahr 2024/25 rechne das Stadtschulamt mit insgesamt 347 Schülern, die die Einrichtung besuchen werden, 2020/21 werden es 328 sein. Durch die neuen Wohngebiete, die derzeit in und um Nieder-Eschbach entstehen, sei jedoch eine weitere Zunahme der Schüler zu erwarten. 

von Judith Dietermann

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