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Schießen, vertreiben oder sich mit ihnen arrangieren? Über den Umgang mit Wildgänsen gibt es in Hessen unterschiedliche Ansichten.

Invasive Art 

Nilgans-Problem: Mögliche Lösung in Sicht? 

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Schießen, vertreiben oder sich mit ihnen arrangieren? Über den Umgang mit Wildgänsen gibt es in Hessen unterschiedliche Ansichten. 

Frankfurt – Verkotete Badeseen und abgefressene Felder - wenn Wildgänse in Hessen auftreten, machen sie sich oft unbeliebt. Besonders Grau- und die eingewanderten Nilgänse gelten als Problem. Mit Abschuss und Zäunen wird gegen sie vorgegangen. Ob das dauerhaft hilft, ist unklar. Bernd Petri, Ornithologe beim Naturschutzbund Nabu, sieht keine Veränderung der Situation: „Wir müssen einfach mit diesem Neubürger leben“, sagt er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Nilgans.

Frankfurt: Nilgans weiterhin unbeliebt 

Im Brentanobad in Frankfurt wurden zuletzt sieben Nilgänse von einem Jäger erlegt, wie die Bäderbetriebe Frankfurt mitteilten. Bereits 2017 waren sechs Tiere geschossen worden. Geschäftsführer Frank Müller zog eine positive Bilanz: Die Zahl der Tiere sei danach von 100 auf maximal 10 zurückgegangen. Gehalten habe der Zustand etwa eineinhalb Jahre, ehe die Zahl der Gänse wieder zugenommen habe. Nach den neuerlichen Abschüssen seien bisher zwei Gänse im Brentanobad gesichtet worden. Daher werteten die Frankfurter Bäder die Abschüsse "durchaus als Erfolg", wie Müller sagt.

Frankfurt: Umstrittene Maßnahmen gegen Nilgans 

Im Frankfurter Ostpark soll seit Mitte des Jahres eine Sichtschutzhecke lästige Wildgänse von einer Liegewiese fernhalten. Wie eine Sprecherin des Umweltdezernats sagt, werden erste Untersuchungsergebnisse der staatlichen Vogelschutzwarte im Februar erwartet. 

Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, ob die Hecke Wirkung gezeigt hat, oder ob die Tiere aufgrund der Trockenheit ferngeblieben seien. 2018 war bereits ein Sichtschutzzaun aufgestellt worden, um die Tiere von der Wiese, die neben einem Weiher liegt, fernzuhalten. Ziel des Konzepts ist es, dass die Gänse nicht mehr länger das als Zufluchtsort dienende Gewässer sehen können.

Frankfurt: Nilgans-Problem – Lösung durch Sender? 

Künftig sollen weitere Daten erhoben werden, zum Beispiel, indem Wildgänse mit Sendern versehen werden. Abgeschlossen werden soll das Projekt im März 2021. Finanziert wird es mit 100.000 Euro vom hessischen Umweltministerium. Welche Lösung sich schlussendlich durchsetzen wird, ist derzeit noch völlig offen. 

marv mit dpa

Mit der Stimmenmehrheit der Tansania-Koalition hat das Stadtparlament Offenbach ein von der SPD gefordertes härteres Vorgehen gegen die Nilgans-Plage abgelehnt.

Der Umgang mit den Nilgänsen in Frankfurt ist schon lange ein Streitthema. Jetzt wird ein junger Mann selbst aktiv – und wird von der Polizei verhaftet.

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