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Deutlich weniger Feierwütige im Nordend, doch die Beschwerden reißen nicht ab

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Von: Oliver Teutsch

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So viele Menschen wie im September 2021 halten sich derzeit nicht freitags auf dem Friedberger Platz auf.. Das entlastet auch andere Plätze.
So viele Menschen wie im September 2021 halten sich derzeit nicht freitags auf dem Friedberger Platz auf. Das entlastet auch andere Plätze. Foto: Rolf Oeser. © Rolf Oeser

Das Ordnungsdezernat sieht in Frankfurt Nordend Erfolge durch einen Strategiewechsel. Die Interessengemeinschaft Untere Bergerstraße hält dagegen.

Frankfurt – Auch in der Sommerferienzeit sind die Feiern auf den Plätzen im Nordend ein Thema. Derzeit gibt es urlaubsbedingt auf Luisenplatz, Merianplatz und Matthias-Beltz-Platz deutlich weniger Feierwütige als noch vor einem Monat. Ein Stück weit will Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) dies aber auch als Erfolg eines Strategiewechsels erkannt haben.

Denn seit Mitte Juli dürfen die Feiernden freitags länger auf dem Friedberger Platz verweilen. „Die Erfahrungen der letzten Freitage zeigt, dass die Zusammenkünfte auf dem Friedberger Platz ungefähr gleichzeitig mit der Schließung der Außengastronomie auslaufen und die Verlagerung auf die viel kleineren benachbarten Plätze weitgehend ausblieb“, so Rinn. Der Strategiewechsel sei der Tatsache geschuldet, dass es den Leuten auf dem Friedberger Platz nicht zu vermitteln sei, dass sich die Gäste der angrenzenden Gastronomie zuvor deutlich länger außen aufhalten durften als die Menschen auf dem Friedberger Platz.

Frankfurt Nordend: Junge Menschen sollen außerhalb der Wohngebiete feiern

Zum Teil sei die geringere Lärmbelästigung auf den Nordendplätzen auch dem Konzept „Nachtschicht Hauptwache“ zu verdanken. In der Innenstadt war ein Alternativangebot geschaffen worden, um die jungen Menschen zum Feiern außerhalb der Wohngebiete zu animieren. Allerdings hatte das neue Konzept Gegenwind erhalten, als eine Anwohnerin mit einer Klage gedroht hatte, sollte die Musik noch nach 22 Uhr spielen. Zwar müsse noch „ein anderes Flair her“, das Angebot werde aber immer noch angenommen, konstatiert Rinns Sprecher Stefan von Wangenheim und ergänzt im Hinblick auf den Strategiewechsel: „Die Richtung stimmt.“

Anwohner beschwert sich über zu laute Musik der Feiernden am Nordend

Kaweh Newati von der Interessengemeinschaft Untere Bergerstraße möchte in den Jubel nicht einstimmen. „Nur weil es weniger Menschen sind, wird die Musik ja nicht leiser“, betont der Geschäftsmann, der in der Nähe des Merianplatzes wohnt. Am vergangenen Freitag habe es am Merianplatz erneut bis sechs Uhr morgens laute Musik gegeben. Dass in der Innenstadt die Musik um 22 Uhr abgestellt werde, weil eine Anwohnerin mit Klage drohte, während im Nordend weiter nachts die Musik dudelte, obwohl sich seit Jahren Hunderte beschwerten, sei für ihn „ein Hohn“.

Verbesserungen habe es lediglich bei der Müllproblematik gegeben. Da die Menschen jetzt länger auf dem Friedberger Platz verweilen dürfen, rückt die Reinigungskolonne der FES erst am Samstagmorgen an, reinigt dann aber auch gleich im Anschluss den Merianplatz, der sonst erst am Vormittag dran gewesen sei. „Da muss ich jetzt nicht mehr über Müllberge drübersteigen“, so Nemati. (Oliver Teutsch)

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