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Nach Straßensperrung im Nordend: Schleichverkehr ärgert die Nachbarn und freut die Radfahrer

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Von: Gernot Gottwals

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Immer öfter nutzen Autofahrer die Falkensteinerstraße, um über die Humboldstraße und die Holzhausenstraße in den Oeder Weg zu gelangen. Das nervt die Anwohner; vor allem in den Hauptverkehrszeiten ist dann viel Verkehr hier.
Immer öfter nutzen Autofahrer die Falkensteinerstraße, um über die Humboldstraße und die Holzhausenstraße in den Oeder Weg zu gelangen. Das nervt die Anwohner; vor allem in den Hauptverkehrszeiten ist dann viel Verkehr hier. © Sauda

Der Oeder Weg in Frankfurt ist gesperrt. Dass sich Autos durch die Nebenstraßen quälen, nervt die Anwohnenden. 

Frankfurt – Seit der Sperrung des Oeder Wegs von Norden und Osten Richtung Stadtmitte zugunsten des Radverkehrs mehren sich Beschwerden von Anwohnern über Schleichverkehr durch die Cronstetten- und Falkensteiner Straße. „Beide Straßen sind Tempo-30-Zonen, aber viele Fahrzeuge fahren trotz der offiziellen Beschränkung mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Cronstettenstraße“, beschwerte sich Hans Martin Hermann im Ortsbeirat 3 (Nordend). Da es um den Frauensteinplatz und die Falkensteinerstraße keine Fußgängerüberwege gebe, sei die Verkehrssituation sehr unübersichtlich und besonders für Kinder sehr herausfordernd.

„An der Cronstettenstraße liegen vier Kindergärten sowie ein Seniorenheim. Daher bewegen sich viele Personen mit eingeschränktem Verkehrssicherheitsgefühl an und auf der Cronstettenstraße“, erklärt Hermann weiter. Da durch den zunehmenden und immer schneller fahrenden Verkehr auch viele Rechts-vor-Links-Situationen sehr unübersichtlich würden, fordert Hermann neben einer stärkeren Beschilderung und Überwachung der 30er-Zone mit seiner Initiative Stopp-Schilder und Bremsschwellen an den Rechts-vor-Links-Kreuzungen.

Verkehrspolitik in Frankfurt: Kritische Stimmen kommen von der SPD

Weitere Forderungen sind weitere Fußgängerüberwege und Bremsschwellen am Frauensteinplatz, eine Einbahnstraßenlösung für die Cronstettenstraße in West-Ost-Richtung, eine Einbahnstraßenlösung für die Cronstettenstraße in West-Ost-Richtung sowie eine umgekehrte Einbahnstraßenlösung für die Falkensteiner Straße in Nord-Süd-Richtung.

Rüdiger Koch (SPD) hält die Wirkung solcher Maßnahmen für begrenzt und sieht besonders Einbahnstraßenlösungen kritisch: "Dadurch werden die zunehmenden Verkehrsprobleme nur verlagert", findet er, und blickt kritisch zurück auf die Entstehungsgeschichte der aktuellen Sperre - eine Maßnahme, die vor allem mit der Mehrheit von Grünen, Linke und ÖkoLinX zustande gekommen sei, während andere Fraktionen die Maßnahme ablehnten.

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CDU und FDP widersetzten sich in Frankfurt: Die Sperrung kam trotzdem

So gab es Gegenstimmen und auch Gegenanträge, als vor einem Jahr die Diagonalsperre am Oeder Weg und der Holzhausenstraße beschlossen wurde, um den Durchgangsverkehr Richtung Innenstadt herauszuhalten. „Dass der Schleichverkehr über die Cronstetten- und Falkensteiner Straße kommen würde, war abzusehen“, betont Koch. Er erinnert an den damaligen Antrag der SPD, der – anders als der Antrag der CDU und FDP – die Sperrung nicht vollständig ablehnte, sondern für einen Kompromiss warb.

"Uns war und ist es wichtig, wenigstens die östliche Diagonalsperre in der Holzhausenstraße wieder aufzuheben, damit der Verkehr aus dem Osten und der Eckenheimer Straße im Norden über die Holzhausenstraße wieder fließen kann", betont Koch. Dies würde auch für Entlastung in der Cronstetten- und Falkensteiner Straße sorgen.

Maßnahmen in Frankfurt laufen: Magistrat trifft Vereinbarung

Doch zunächst ist abzuwarten, da eine begleitende Maßnahme und Verkehrszählung läuft: So hat der Magistrat eine Vereinbarung mit der Frankfurt School of Applied Sciences getroffen, die bereits mit Vorarbeiten für die Datenerhebungen begonnen hat und zusätzlich zur Analyse von Zähldaten und Kamerabeobachtungen nun Interviews mit Verkehrsteilnehmern, Anwohnern und Geschäftsleuten über die objektiven Auswirkungen der Diagonalsperre führen wird. Der Untersuchungszeitraum soll insgesamt zwei Jahre betragen, Zwischenergebnisse sollen dem Ortsbeirat mitgeteilt werden.

Die Grünen-Sprecherin Gabriele Trah setzt hingegen darauf, einige der Anregungen von Hans Martin Herrmann und den anderen Anwohnern schon vorab zusammen mit dem Straßenverkehrsamt zu prüfen und umzusetzen. Von einem Kompromiss im Sinne einer teilweisen Aufhebung der Diagonalsperre hält sie hingegen nichts: „Dann suchen sich große Teile des Autoverkehrs aus dem Taunus, die über den Alleenring umgeleitet werden sollen, ihren Weg über die Holzhausenstraße durch das Nordend in die Innenstadt“, betont die Grüne. (Gernot Gottwals)

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