Neues Wohngebiet für Frankfurt geplant
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Ein Gartenstuhl mit dem Schild "Pächter" steht in einem Kleingarten. Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark (BIEGL Günthersburgpark) e. V. kämpft gegen ein neues städtisches Wohngebiet im Nordend, die „Günthersburghöfe“.

Dortelweiler Straße

Wohnen hinter dem Günthersburgpark - Details zu den Bauplänen

Auf dem Gelände der Gärtnerei Friedrich im Nordend in Frankfurt werden Wohnungen und eine Kita gebaut. Doch was ist mit dem Günthersburgpark?

Frankfurt – Als die Pläne zur Bebauung der Gärtnerei Friedrich Anfang 2008 erstmals vorgestellt wurden, sollten auf dem rund 8000 Quadratmeter großen Areal an der Dortelweiler Straße etwa 35 Wohnungen entstehen, die Häuser drei Stockwerke hoch werden. Das ist längst Schnee von gestern. 

Aktuell sind 100 Wohnungen in Einzelgebäuden mit bis zu vier Etagen geplant. Übrig geblieben ist aber ein 65 Meter breiter und elf Meter hoher Riegel mit drei Stockwerken entlang der Dortelweiler.

Und der stört viele Mitglieder des Ortsbeirates 3 (Nordend) immer noch. In dem Gebäude sind geförderte Wohnungen geplant, außerdem soll eine Kita darin untergebracht werden. Grünen-Sprecher Michael Mirsch kritisierte in der jüngsten Sitzung des Gremiums, in dem Vertreter des Stadtplanungsamtes das Projekt vorstellten, denn auch eine "Klassenaufteilung". Er hätte sich auch eine luftigere Bebauung gewünscht, sagte Mirsch. Ingo Weiskopf vom Stadtplanungsamt konterte, dass angesichts des Wohnungsmangels "sparsam mit Grund und Boden umzugehen sei. Wir müssen eine gewisse Ausnutzung erreichen".

Frankfurt-Nordend: Öffentlicher Radweg mündet im Günthersburgpark

Verschattungen bräuchten die Bewohner gegenüber nicht zu befürchten, führte Weiskopf aus. Die Traufhöhe betrage elf Meter und orientiere sich an der Bebauung vis-á-vis. Die Gebäude in zweiter Reihe haben vier Stockwerke. Erschlossen wird das Gebiet von der Dortelweiler Straße, wo laut Weiskopf auch die Einfahrt der Tiefgarage ist. Das Quartier ist ansonsten autofrei. Ein öffentlicher Rad- und Gehweg durchzieht das Gebiet und mündet in den Günthersburgpark - dort, wo heute der einstige Betriebshof des Grünflächenamtes ist. Das Areal wird im Zuge der Erweiterung dem Park zugeschlagen.

Kritik gibt es für den Riegelbau an der Dortelweiler Straße. Er wird als viel zu wuchtig empfunden. Dass die restlichen Gebäude relativ luftig angeordnet sind, gefällt hingegen. Das Gebäude rechts direkt an der Straße hat Bestandsschutz. Nur wenn der Eigentümer des Geländes umzieht, können sie abgerissen werden.

In der Mitte wird es laut Weiskopf einen Quartiersplatz geben. Direkt daneben ist das Außengelände der Kita. Im südlichen Teil wird ein Spielplatz für Kinder ab sieben Jahren angelegt. Als eine Art Abtrennung zum Günthersburgpark wird es einen privaten Grünstreifen geben. "Ein wenig Privatsphäre ist ja schon nötig", sagte Weiskopf.

Ob Eigentums- oder Mietwohnungen entstehen, ist laut Peter Kreisl, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes, noch unklar. Das entscheide der oder die Investoren. Im Moment werde zunächst die Offenlegung des Bebauungsplans vorbereitet. Klar ist, dass 30 Prozent der Wohnungen gefördert sind - also 30 Einheiten. Vorgeschrieben sei auch, dass alle Flachdächer begrünt werden und möglichst viel Fläche unversiegelt bleibt. Denn: 80 Prozent des Regenwassers soll erst gar nicht in die Kanalisation gelangen.

Kritik an Bauprojekt im Frankfurter Nordend: Solarenergie vergessen

Dass nicht daran gedacht worden sei, Solarpanels auf den Dächern zu montieren, kritisierte Manfred Zieran (ÖkoLinx). Im Zuge der Klimaveränderung dürfe diese Variante nicht gegen Regenwasserrückhalt ausgespielt werden. "Das ist jenseits von Gut und Böse", sagte Zieran. Kreisl versicherte, dass sicher eine Möglichkeit bestehe, um Solarenergie zu berücksichtigen. Mirsch wiederum würde sich einen repräsentativeren Eingang zum Günthersburgpark wünschen. Die präsentierte Variante erinnere ihn eher an einen "Hintereingang", sagt er und plädierte für Tore wie am Zugang an der unteren Wetteraustraße. Nicht zu vergessen sei die Verkehrssituation in der Dortelweiler Straße während der Bauphase, gab die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt zu bedenken. "Kleinere Lastwagen wären wegen der schmalen Straße sinnvoll", sagte sie.

Von Matthias Bittner

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