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Der Blick auf die Gebäude (hier das alte Lehrschwimmbad) zeigt: Die Ernst-Reuter-Schulen müssen saniert werden. Dafür setzt sich der Schulleiter Gerhard Schneider unermüdlich ein. 

Diskussion im Ortsbeirat

Nordweststadt: Mögliche Erweiterung der Europäischen Schule entfacht Streit

Die Machbarkeitsstudie, dass eine Erweiterung der Europäischen Schule an ihrem jetzigen Standort rechnerisch möglich ist, bringt Unruhe in den Stadtteil.

Frankfurt – Gerhard Schneider, Leiter der Ernst-Reuter-Schule II, ist ein eher ruhiger Vertreter. Am Donnerstagabend, in der Sitzung des Ortsbeirates 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt), war er das nicht. "Ich bin richtig wütend. Wütend, traurig und enttäuscht", sagte er. Grund für seinen emotionalen Ausbruch in der Bürgerfragestunde war das vor wenigen Tagen bekanntgewordene Ergebnis einer Machbarkeitsstudie des Amtes für Bau und Immobilien. Mit dem nüchternen Ergebnis: Eine Erweiterung der Europäischen Schule (ESF) an ihrem jetzigen Standort am Praunheimer Weg wäre rechnerisch möglich.

Möglich vielleicht, sagte Schneider, aber nur zulasten der Ernst-Reuter-Schulen (ERS). Wie schon 2014, als die Ernst-Reuter-Schulen Teile ihres Geländes an die ESF abgeben mussten. "Informiert wurden wir nicht, gefragt sowieso nicht. Vieles wird hinter unserem Rücken gemacht", sagte der Schulleiter und berichtete von einer 15-köpfigen Delegation, die während der Ferien das Gelände der Reuter-Schulen genauestens unter die Lupe genommen habe. Durch einen Kollegen wurde er darüber informiert. "Diese Intransparenz ist ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik der Stadt", so Schneider.

Europäische Schule in Frankfurter Nordweststadt: Dringend nötige Sanierung

Nicht nur Applaus, sondern vor allem Unterstützung bekam der Schulleiter von allen Anwesenden. Der Antrag der Grünen, die ESF nicht auf Kosten der Ernst-Reuter-Schulen zu erweitern, wurde sogleich in einen interfraktionellen umgewandelt. 

"Wir werden uns mit Händen und Füßen gegen die Erweiterung der ESF sträuben", sagte Erik Harbach, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Zumal es wahrscheinlich nicht nur Platz sei, der den Reuter-Schulen verloren gehe. Sondern auch die seit Jahren geplante, mehr als dringende Sanierung der ERS stünde damit auf der Kippe. "So rächt es sich eben, wenn ein Projekt immer weiter nach hinten geschoben wird", sagte er. 

Ebenfalls interfraktionell wurde in diesem Zuge ein SPD-Antrag, der die zügige Sanierung und Erweiterung der ERS fordert sowie den Abschluss der Arbeiten weit vor 2029. Diese Jahreszahl seht der kürzlich veröffentliche Zeitplan vor.

Frankfurt: Geht die langjährige Vorarbeit zur Erweiterung der ERS verloren? 

Es ist die sogenannte Planungsphase Null, bei der Wünsche und Ideen von allen beteiligten Seiten gesammelt werden, die bei der ERS seit einigen Jahren läuft. Mit daran beteiligt ist auch Sandra Schmidt, Kinderbeauftragte, Elternbeirätin und ehemalige Schülerin. Naturwissenschaftliche Bauten sowie eine Musik-Abteilung seien geplant. "Es wäre sehr traurig, wenn all diese Arbeit, der Einsatz von Lehrern und Schülern, durch solche eine unsinnige Studie zunichte gemacht würde", sagte sie.

Für Jürgen Schmidt, Vorsitzender SPD, sind "diese Studien absurde Planspiele". Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Porsche kritisierte derweil noch einmal das Vorgehen der Stadt. "Es ist der übliche Stil, dass wir als Ortsbeirat und auch die Schule nicht informiert werden. Traurig ist das", sagt er, versprach aber zugleich, dass man gesammelt hinter der ERS stehe.

von Judith Dietermann

Für die Schüler der Textorschule in Frankfurt Sachsenhausen ist es eng. Deshalb soll der Schulhof größer werden, das würde allerdings Parkplätze kosten.

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