Verleihung Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
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Mirrianne Mahn (Die Grünen), Referentin für Diversitätsentwicklung, unterbricht Peter Feldmann (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, bei dessen Rede und äußert sich über ihre Ängste bezüglich Rassismus und rechten Tendenzen.

Verleihung des Friedenspreises

Debatte um rechte Verlage bei Buchmesse: OB Feldmann äußert sich – und wird unterbrochen

  • Svenja Wallocha
    VonSvenja Wallocha
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Bei der Verleihung des Friedenspreises äußert sich Frankfurts OB Peter Feldmann zur Meinungsfreiheits-Debatte der Buchmesse. Dabei wird er unterbrochen.

Frankfurt – Viele Bücherfans hat es in diesem Jahr wieder nach Frankfurt gezogen. Denn die Frankfurter Buchmesse fand 2021, wenn auch kleiner, wieder mit Publikum statt. Doch zum Start der Messe kam es direkt zu einer Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit. Zunächst hatte Jasmina Kuhnke („Schwarzes Herz“) ihren Auftritt auf der Messe wegen der Anwesenheit des rechten Jungeuropa-Verlags abgesagt. Später waren weitere Autorinnen und Autoren gefolgt. Die Debatte prägte auch die Verleihung des Friedenspreises und führte zu einer kleinen Unterbrechung.

„Ich finde es schlimm und ich mache mir auch Sorgen, richtig große Sorgen, wenn ich lese, dass Autorinnen Angst haben, nach Frankfurt zu fahren, weil sie hier auf rechtsradikale Verlage und Autoren treffen könnten“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) während seiner Rede in der Paulskirche am Sonntag (24.10.2021).

Buchmesse 2021 in Frankfurt beginnt mit Debatte um Grenzen der Meinungsfreiheit

„Sie wissen, wir stehen alle für die Freiheit des Wortes, und das ist ein hohes Gut.“ Aber, so sagte er auch: „Die Würde des Menschen ist das größte Gebot unserer Verfassung.“ Im kommenden Jahr sollten sich all diese Autorinnen sicher fühlen, auf die Buchmesse zu kommen. In Frankfurt sei Platz für Menschen aus 180 Nationen, aber kein Platz für Fremdenfeindlichkeit oder anderen Formen der Diskriminierung.

Der SPD-Politiker wurde plötzlich von Mirrianne Mahn unterbrochen, Stadtverordnete für die Grünen in Frankfurt, die ungeplanterweise auf die Bühne kam. „Das Paradox ist, dass wir hier in der Paulskirche, der Wiege der Demokratie, einer schwarzen Frau den Friedenspreis verleihen, aber schwarze Frauen auf genau dieser Buchmesse nicht willkommen waren“, sagte sie. „Und ich sage ganz klar ‚nicht willkommen waren‘, weil nicht dafür gesorgt wurde, dass sie sich sicher fühlen. Das ist keine Meinungsfreiheit.“

Frankfurt: Autorin Dangarembga mit Friedenspreis geehrt

Bei der Verleihung in der Paulskirche wurde Tsitsi Dangarembga, Autorin und Filmemacherin aus Simbabwe, geehrt. Sie erhielt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die 62-Jährige habe es geschafft, „uns eine Gesellschaft so nahe zu bringen, dass sie uns zwar nicht restlos verständlich wird, wir sie aber auf uns beziehen können, auf uns und unsere eigenen Unzulänglichkeiten“, sagte die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs, am Sonntag in Frankfurt. Dangarembga sei „eine weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur.“ (svw mit dpa)

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