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Mehrere Millionen Euro

Krumme Geschäfte mit der Justiz: Frankfurter Oberstaatsanwalt sitzt in U-Haft

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Ein Oberstaatsanwalt in Frankfurt soll in krumme Geschäfte in Millionenhöhe verwickelt sein. Seit Freitag sitzt er in U-Haft.

  • Ein Oberstaatsanwalt und ein Unternehmer sitzen derzeit in U-Haft.
  • Ihnen wird von der Staatsanwaltschaft Frankfurt Bestechung vorgeworfen.
  • Der Beamte soll dem Unternehmer zu Gutachtertätigkeiten in Millionenhöhe verholfen haben.

Update vom Samstag, 25.07.2020, 07:15 Uhr: Festnahme eines Oberstaatsanwaltes, die Justizbehörde Frankfurt in krumme Geschäfte verwickelt. Die Meldung gleicht einem Paukenschlag. Oberstaatsanwalt Alexander B. soll einem Komplizen Aufträge für Gutachten in Millionenhöhe verschafft haben. Jetzt sitzt er in U-Haft.

Paukenschlag in Frankfurt: Oberstaatsanwalt in U-Haft

Alexander B. soll seinem Komplizen Gutachter-Aufträge verschafft haben und dabei kräftig mitverdient haben, wie hessenschau.de berichtet. Das Unternehmen soll mit diesen Aufträgen rund 90 Prozent seiner Einnahmen aus Gutachtervergütungen von Justizbehörden generiert haben. Der hr spricht von Geld in Höhe von mehr als 12,5 Millionen Euro. Als Gegenleistung soll der Staatsanwalt in einem Zeitraum von fünf Jahren (2015 bis 2020) über 240.000 Euro erhalten haben.

Update vom Freitag, 24.07.2020: Bei dem in U-Haft sitzenden Beamten der höheren Justiz soll es sich gemäß Informationen des Hessischen Rundfunk um den Oberstaatsanwalt Alexander B. handeln. Der Mann sei auch der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Einem Komplizen soll er Gutachter-Aufträge verschafft und sich dabei selbst bereichert haben. Die Generalstaatsanwaltschaft, in deren Dienst er steht, ist die fachlich und disziplinarisch vorgesetzte Behörde für alle hessischen Staatsanwaltschaften.

Erstmeldung: Frankfurt - Wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sitzt ein Beamter des höheren Justizdienstes derzeit in Untersuchungshaft. Er soll einem Unternehmen zu Gutachtertätigkeiten in Millionenhöhe verholfen haben. Dafür kassierte er als Gegenleistung mehrere hunderttausend Euro.

Im Speziellen ging es dabei um Gutachtenaufträge in strafrechtlichen Ermittlungsverfahren, wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Freitag (24.07.2020) mitteilte. Der 53-jährige Beamte habe von August 2015 bis Juli 2020 über 240.000 Euro erhalten.

Frankfurt: Beamter der höheren Justiz in U-Haft - Verdacht auf Bestechlichkeit

Aufgrund von Aufträgen des beschuldigten Beamten, der für die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt tätig ist, soll das Unternehmen in den letzten 10 Jahren mehr als 90 Prozent seiner Einnahmen aus Gutachtenvergütungen von Justizbehörden in Höhe von über 12,5 Millionen Euro erzielt haben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dem 53-Jährigen sowie dem 54 Jahre alten Leiter des Unternehmens werden gewerbsmäßige Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung vorgeworfen. Auch der Unternehmer sitzt in Untersuchungshaft.

Laut Staatsanwaltschaft kamen die Ermittler durch eine Anzeige aus dem persönlichen Umfeld auf die Spur des 53-Jährigen. Am Donnerstag wurden insgesamt zehn Objekte, darunter die Wohnungen der beiden Beschuldigten in Frankfurt und im Hochtaunuskreis sowie der Arbeitsplatz des Beamten durchsucht. Neben Bargeld im vierstelligen Bereich seien auch Unterlagen und elektronische Datenträger sichergestellt worden.

Frankfurt: Verdacht auf Bestechlichkeit - Funktion des Beamten nicht bekannt

Der 54-jährige Mann soll im Jahr 2005 das Unternehmen auf Initiative des Beamten gegründet und seitdem geleitet haben, dessen Geschäftszweck überwiegend in der Erstattung von Gutachten für Justizbehörden bestand. Welche Funktion der Beamte genau ausübte, gab die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekannt.

Ebenfalls um den Verdacht der Bestechung ging es bei einer Razzia in den Geschäftsräumen von „The Dome“ am Flughafen Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. (svw / mit dpa)

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