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ARCHIV - 28.03.2018, Hessen, Offenbach: Der Verkehr fließt von Frankfurt aus über die neue Kaiserlei-Promenade zum Kreisel. (zu dpa "Multifunktionshalle: Frankfurt und Offenbach vor Entscheidung" vom 27.07.2018) Foto: Andreas Arnold/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sportarena für Rhein-Main

Frankfurt und Offenbach entscheiden über Investor für Multifunktionshalle

Sportbegeisterte träumen schon lange von einer großen Arena für Rhein-Main. Nach langem Hickhack ziehen nun Frankfurt und Offenbach an einem Strang - und müssen jetzt über einen der beiden möglichen Investoren am Kaiserlei befinden.

Seit Jahren wird in der Rhein-Main-Region über den Bau einer Großarena für Basketball und Eishockey oder Konzerte debattiert. Auf dem Weg zur sogenannten Multifunktionshalle für rund 13 000 Zuschauer steht nun ein entscheidender Schritt bevor.

In der ersten Augusthälfte wollen die Städte Frankfurt und Offenbach entscheiden, ob und mit welchem Investor das rund 130 Millionen Euro teure Großprojekt gebaut werden kann. Die geplante Arena hat für die Region zugleich hohen Symbolwert, weil es ein gemeinsames Projekt der beiden Schwesterstädte an ihrer Grenze am Kaiserlei ist. Davon gibt es in den beiden Kommunen, die eine schon historische Konkurrenz bis hin zur Feindschaft verbindet, nicht allzu viele. Allerdings wird inzwischen verstärkt kooperiert - auch zum Beispiel im Wohnungsbau.

Bei den beiden Bietern um das Projekt handelt es sich nach Medienberichten um die amerikanische Anschutz Entertainment Group und die französische Lagardère-Gruppe. Beide bringen Erfahrung im Betrieb von großen Event-Projekten mit. Die Unternehmen mussten aber ihre erste Angebote inzwischen überarbeiten, weil die beiden Städte nicht zufrieden waren.

Im einen Fall ging es um die aus Sicht der Kommunen nicht angemessene Erbpachthöhe für das Grundstück am Kaiserlei. Der zweite Anbieter plante neben der Halle noch weitere Bebauung, was den Kommunen missfiel.

Derzeit werten Fachleute und Juristen die verbesserten Offerten aus, wie Andrea Brandl, Sprecherin von Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), sagt. "Damit gehen wir in die nächsten Gespräche." Diese sind für Ende Juli geplant. Das Angebot soll nicht der Meistbietende erhalten, betont Brandl. Es gehe um eine überzeugende städtebauliche Lösung.

Für Offenbach ist wichtig, dass der durch die Halle entstehende zusätzliche Verkehr vom ohnehin schon vielbefahrenen Kaiserlei aufgenommen werden kann. Ein Nutzungskonzept muss eine entsprechende Lösung bieten, sagt Offenbachs Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Derzeit wird das Drehkreuz an der A661 für rund 41 Millionen Euro umgebaut - mit Geld von Frankfurt, Offenbach und dem Land.

Die beiden Städte versichern zugleich, dass sie an einem Strang ziehen. "Die Gespräche zwischen unseren beiden Städten laufen sehr einvernehmlich", betont Weiß. Es gab aber eine Zeit, in der Offenbach dem Bau der Halle nichts Positives abgewinnen konnte und sich vom großen Nachbarn bevormundet fühlte.

In der Halle sollen künftig vor allem die Frankfurter Traditionsvereine Skyliners (Basketball) und Löwen (Eishockey) spielen. Prominente aus Wirtschaft und Sport in der Region haben Ende Juni in einem "Offenen Brief" an die Verantwortlichen in beiden Städten nochmals deutlich gemacht, wie wichtig die "Leuchtturmfunktion" des Projekts ist. Sie stellen es in eine Reihe mit den Arenen in Hamburg und Berlin und weisen darauf hin, dass auch Mannheim seit 2005 ein solches Aushängeschild besetzt.

Bis dahin kann es in Rhein-Main noch einige Jahren dauern. Nach dem möglichen Zuschlag an einen Investor steht für das Projekt ein Architekten-Wettbewerb an. Dann müssen die Magistrate und Stadtparlamente über den Erbpachtvertrag entscheiden. Vor dem Jahr 2020 erwartet deshalb das Frankfurter Wirtschaftsdezernat auch keinen Spatenstich.

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