Mit einem begrünten Dach und viel Holz im Innenraum - so stellen sich die Skyliners ihre Stadtarena am Kaiserlei vor.
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Mit einem begrünten Dach und viel Holz im Innenraum - so stellen sich die Skyliners ihre Stadtarena am Kaiserlei vor.

Am Kaiserlei

Mega-Projekt am Kaiserlei: Pläne für Stadtarena werden konkret

  • vonSylvia Amanda Menzdorf
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Der Manager der Frankfurt Skyliners plant ein Projekt am Kaiserlei. Die Kosten liegen bei 150 Millionen Euro.

  • Die geplante Multifunktionsarena für Frankfurt am Kaiserlei erhält einen neuen Namen.
  • Noch ist unklar, an welchem Standort die neue Halle entstehen soll.
  • Eigentlich soll 2025 die Eröffnung gefeiert werden, aber es gibt Kritik an den Plänen.

Frankfurt – Es geht um Passion und Petersilie bei der digitalen Präsentation und den großen Traum des Basketball-Managers Gunnar Wöbke, am Kaiserlei eine Arena für Frankfurt und die Region zu bauen. „Stadtarena am Kaiserlei“ soll das Projekt heißen, was weitaus charmanter klingen soll als der bisherige Arbeitstitel „Multifunktionshalle“, unter dem die Stadt bereits seit 15 Jahren versucht, Wirklichkeit werden zu lassen, was am Ende doch immer nur Wunsch blieb. Damit soll nun Schluss sein.

Von Frankfurt aus „Bilder um die Welt“ schicken

Wöbke, geschäftsführender Gesellschafter des Basketball-Bundesligisten Skyliners, hat gestern die Planungen vorgelegt: 13 000 Plätze für Sport- und Kulturveranstaltungen, 150 Millionen Euro Investitionsvolumen. Die Ideen des Bauherrn hat der Architekt Zvank Turkali übersetzt – in eine ovale Halle, die sich einfügt zwischen Main und Oberräder Kräuterfeldern. Mit viel Holz im Inneren und einem begrünten Dach. Erreichbar über die Autobahn oder per S-Bahn. Ein Fahrrad-Parkhaus mit 2000 Plätzen samt Elektroladevorrichtungen für E-Bikes soll der Arena ein Alleinstellungsmerkmal geben. Finanzieren will Wöbke das Vorhaben zur einen Hälfte mit Bankkrediten und zur anderen aus Eigenkapital und mit Einnahmen aus einem noch zu gründenden Publikums-Fond. Nach einer Planungsphase von 18 bis 24 Monaten sollen dann die Baumaschinen rollen. Eröffnung der Stadtarena am Kaiserlei in Frankfurt soll am 27. September 2025 sein.

Gunnar Wöbke träumt davon, dass dann „Bilder um die Welt gehen“ von der begrünten Dachterrasse der Halle, auf der Petersilie und Pimpernelle gedeihen und die anderen Kräuter der Frankfurter Grie Soß. Dass man sich dort oben an Pavillons mit gastronomischen Angeboten trifft. Heiterkeit und Leichtigkeit sollen sich dort einstellen und zu einem magischen Ort machen.

Grundstück am Kaiserlei in Frankfurt noch nicht vergeben

Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg. Es sei höchste Zeit, dass die Politik sich entscheide für das Projekt, so Wöbke, „dass wir endlich die Anhandgabe für das Grundstück bekommen.“ Das Grundstück gehört der aufs Engste mit der Stadt verbundenen Stiftung Allgemeiner Almosenkasten und soll im Wege des Erbbaurechts für 60 Jahre vergeben werden. Zum bestmöglich zu erzielenden Preis, so verlangt es die Stiftungssatzung. Ein Vertrag soll dem Investor gegen Zahlung des Erbpachtzins erste Vorarbeiten auf dem Baugrundstück ermöglichen, bevor Baurecht geschaffen ist. Wöbke sprach gestern von „Millionensummen“, die sich die Stadt Frankfurt während der zurückliegenden 15 Jahre habe entgehen lassen, indem sie das Grundstück nicht verwertet habe und berief sich auf angeblich getroffene Absprachen: „Es gibt eine Zusage für das Grundstück.“

SPD wehrt sich kategorisch gegen Halle am Kaiserlei

Die SPD-Faktion im Römer hatte vergangene Woche einer Veranstaltungshalle am Kaiserlei endgültig eine Absage erteilt. Sie will das Grundstück dem Bund für den längst fälligen Neubau der Europäischen Schule in Frankfurt offeriert sehen. Eine Schule, die der Bund baut, erläuterte SPD-Geschäftsführer Holger Tschierschke gestern, sei für die Stiftung Almosenkasten eine sichere Sache, während die Vergabe an den privaten Investor eines Großprojekts das Risiko berge, im Falle der Insolvenz des Bauherrn oder Betreibers im schlimmsten Fall mit einer Bauruine dazustehen. Gunnar Wöbkes Business-Plan bescheinigte er „mangelhafte Transparenz“.

Konzerte und Veranstaltungen nach Frankfurt locken

Wöbke weiß, dass seine Arena allein mit Basketball-Turnieren nicht zu finanzieren ist. Mit Spiel- und Trainingsbetrieb der Eishockey-Löwen und der Volleyballer United Volleys kann er wohl nicht rechnen: Beide Vereine haben die Kooperation kategorisch abgelehnt.

Mit Konzerten und Kulturveranstaltungen will Wöbke die Halle rentabel machen. Neben 50 Sportveranstaltungen, sollen 70 Konzerte und zehn andere Events stattfinden. „Viele Künstler, die gern in Frankfurt auftreten würden, weichen aktuell nach Mannheim oder Köln aus“, sagte Wöbke. Ob Künstler, denen die erprobte Festhalle mit ihren rund 10 000 Zuschauerplätzen zu klein ist, auf die Arena am Kaiserlei mit 3000 Plätzen mehr ausweichen oder weiterhin doch lieber in anderen Städten auftreten, bleibt abzuwarten.

Zweifel an der Halle am Kaiserlei aus der Opposition in Frankfurt

Zweifel kamen gestern aus der Opposition im Römer. Michael Müller, finanzpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion, meinte: „In fünf Jahren wurde außer heißer Luft nichts produziert. Kein Ergebnis und keine Perspektive für die Vereine sind das Resultat einer gescheiterten Politik des Sportdezernenten, flankiert von einem Liegenschaftsdezernenten, der hier erneut seine Unfähigkeit zeigt. Notwendig ist es jetzt, einen Schlussstrich zu ziehen und das Projekt Kaiserlei-Multifunktionsarena endlich zu beerdigen und mit einer Stimme das Projekt am Flughafen zu unterstützten.“ (Sylvia A. Menzdorf)

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