Erster Auftritt seit März für Natascha Wright, einst die Stimme von La Bouche. Fürs Foto posiert sie in einem Kleid des Frankfurter Modemachers Albrecht Ollendiek.
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Erster Auftritt seit März für Natascha Wright, einst die Stimme von La Bouche. Fürs Foto posiert sie in einem Kleid des Frankfurter Modemachers Albrecht Ollendiek.

Kultur

Frankfurt: Ohne Musik geht es nicht

  • VonEnrico Sauda
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Es fühlt sich gut an, Natascha Wright wieder live singen zu hören. Ihre klare, kräftige, markante Stimme schallt durch den großen Raum im Gebäude an der Mainzer Landstraße 50. Dort, in der obersten Etage, findet eine akademische Feier statt - eine Veranstaltung am Campus der Hochschule für angewandtes Management, bei dem der Studiengang Fashionmanagement/Global Brands im Fokus steht.

"Es ist mein erstes Event seit März. Bei uns war kompletter Lockdown", sagt Natascha Wright, die Stimme der Band "La Bouche" , die mit Songs wie "Be My Lover" oder "Sweet Dreams" große Erfolge feierte. "Es ist eine schöne Gelegenheit, sich mal wieder zu zeigen und Leute aus Frankfurt zu treffen", sagt Natascha Wright. "Richtige", "echte", "große" Konzerte seien allerdings noch nicht in Sicht. "Darauf würde ich mich sehr freuen, aber bis das wieder so weit ist, das dauert noch",bedauert die Frankfurterin.

"Wir hatten sehr viele Festivalauftritte im Kalender stehen, aber die mussten wir alle absagen", klagt sie. Die jüngste Absage erhielt sie vor einer Woche erst. Sie versteht die Veranstalter. "Es gelten noch sehr strenge Regeln", gibt sie zu bedenken. "Und ein Veranstalter hat unglaublich hohe Kosten, die er bei dem Aufwand, der für ein Festival betrieben wird, nicht decken kann."

Doch ganz ohne Musik und Konzerte kann und will die Vollblutmusikerin, die auch schon mit Größen wie Udo Jürgens auf der Bühne stand, nicht leben. "Als klar war, dass nichts stattfinden würde, haben wir, als das noch erlaubt war, bei uns zu Hause Wohnzimmerkonzerte organisiert", berichtet sie. Doch es gab nicht nur einen Schmaus für die Ohren, sondern auch für den Gaumen. "Meine Mutter hat gekocht", verrät Natascha Wright. Es gab Garnelen, Hähnchenbrust und, und, und. Alfred McCrary , ihr Mann, saß am Klavier. "Ganz tolle akustische Musik haben wir gemacht und mein Sohn hat mitgesungen und der große Sohn hat gerappt", berichtet sie von den Ereignissen. Stichwort: Keep it in the Family - also alles bleibt in der Familie. "Das musste auch so sein", so Natascha Wright mit Blick auf die Kosten. "Die Leute waren begeistert." Was auch sonst? "Es wäre doch toll, künftig auch so etwas zu machen. Vielleicht in einem Pop-Up-Restaurant", gerät sie ins Träumen. Doch das ist Zukunftsmusik.

Auch die Events im Hause Wright fielen den Lockdowns zum Opfer. "Mal sehen, was die Zukunft bringt." Die Corona-Zeit hinterließ bei der Sängerin ihre Spuren. "Aber ich war nicht depressiv. Ich habe mir gesagt, dass ich jetzt hart arbeiten muss, damit ich weitermachen kann." Die Folge war, dass sie viel Musik komponierte, viel aufnahm - auch Videos. Doch nicht nur das.

"Ich habe ein Buch geschrieben", sagt sie. "Aber nur ein dünnes", fügt sie rasch hinzu. Titel: "Express your Uniqueness" (Drücke deine Einzigartigkeit aus). "Es ist ein bisschen ein Ratgeber, ein wenig Motivation und ein wenig Biografie", sagt sie über den Inhalt. "Es soll eine Inspiration für junge Künstler sein und sie darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Eigenwerbung ist", erklärt Natascha Wright. es

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