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Kunst für „documenta“

Frankfurt: Ordnungsamt hält Kunstwerk für Sperrmüll und erstattet Anzeige

  • vonSebastian Richter
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Der Frankfurter Künstler Milan Kubat baut ein Kunstwerk aus Müll und lässt es draußen stehen. Die Stadtpolizei sieht darin eine Ordnungswidrigkeit.

Frankfurt – Es sollte der „krönende Abschluss“ seines Künstlerlebens werden: Der Frankfurter Milan Kubat wollte sich mit „Zaun“ ein letztes Denkmal setzen. Das Konstrukt besteht aus Plastik, Holz und anderem Müll, der an Strände gespült wird. Damit will Kubat auf die zunehmenden Mengen an Plastikmüll aufmerksam machen, die ihn bei seinen Reisen nach Asien immer wieder schockierten. So wurde er zu seinem riesigen Kunstwerk inspiriert, dass er auf seinem Grundstück in Griesheim errichtete.

Kubats Kunstwerk „Zaun“ sollte auf der „documenta“ gezeigt werden

Später gab es Ärger mit Kubats Vermieter, Kubat musste ausziehen. Einen Teil von „Zaun“ konnte der 75-Jährige bei seinem Auszug nicht mitnehmen – aus Platzgründen. Also ließ Kubat Teile des Kunstwerks stehen. Den Rest wollte er für die „documenta“ abholen, der wichtigsten Kunstausstellung Deutschlands. Nach eigener Aussage waren die Teile schon für die Ausstellung in Kassel nummeriert.

Aber nicht jeder erkannte den künstlerischen Wert von „Zaun“, manche verstanden nicht, dass das Gebilde mehr ist als die Summe seiner Teile. Laut t-online rief der Vermieter das Ordnungsamt. Im August kamen dann Beamte vorbei, die sich die Sache genauer ansahen und Fotos machten. Sie kamen zu dem Schluss: Kubat hat illegal Sperrmüll hinterlassen. Dafür schrieben sie ihm eine Anzeige, schlappe 1.300 Euro soll der Künstler für seine „Müllentsorgung“ zahlen. Der 75-Jährige hat Widerspruch gegen die Strafe eingelegt, das Amtsgericht verhandelt den Fall.

In Frankfurt-Nied gibt es dagegen ein tatsächliches Problem mit illegalem Müll. Hier sprechen die Behörden von „kontaminiertem Boden“. (Sebastian Richter)

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