Die Inhaber Matthias Martinsohn (l.) und Goran Petreski vor dem zerstörten Blauen Wasser. In der Nacht zum Sonntag ging das Lokal in Flammen auf.
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Die Inhaber Matthias Martinsohn (l.) und Goran Petreski vor dem zerstörten Blauen Wasser. In der Nacht zum Sonntag ging das Lokal in Flammen auf.

Brandkatastrophe

Nach verheerendem Brand: Schon bald wieder Gäste im Restaurant „Blaues Wasser“

  • vonSabine Schramek
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Nach dem verheerenden Brand im Restaurant „Blaues Wasser“ geht es schon bald mit neuem Konzept weiter

  • Frankfurts Restaurant „Blaues Wasser" ist am Anfang des Monats komplett abgebrannt.
  • Der Schaden an dem Lokal im Frankfurter Ostend wird auf eine halbe Millionen Euro geschätzt.
  • Mit Hilfe des SSC Sparta 1900 Schwimmclub könnte „Blaues Wasser" bald wieder öffnen.

Frankfurt - Direkt am verkohlten Fenster der Blumenwerkstatt vom Szenelokal „Blaues Wasser“ steht eine Vase, die als Pfau gestaltet ist. Kohlrabenschwarz wie alles, was im und am Gebäude zu erkennen ist. Die blaue Flagge mit der Aufschrift „Blaues Wasser“ am Ufer weht auf Halbmast. Dort, wo nur noch Schutt und Asche liegen, läuft Inhaber Matthias Martinsohn (61) in weißer Schutzkleidung auf und ab und telefoniert ununterbrochen. Zwischendurch reicht er Schrottlern Masken, damit sie vor Corona geschützt sind und den Ruß nicht einatmen müssen. „Gestern sah es hier noch viel schlimmer aus“, sagt er mit traurigen braunen Augen. 40 Leute aus unseren Restaurants haben uns geholfen, hier aufzuräumen.“

Martinsohns Partner Goran Petreski (46) packt ebenfalls mit an. Er sieht zuversichtlicher aus und lächelt sogar ab und zu. „Der SSC Sparta 1900 Schwimmclub hat uns angeboten, ab dem Wochenende zwei Wochen lang ihr Gelände zu nutzen“, sagt er. „Sie bieten eine Art ‚Blaues Wasser Light‘ mit Nutzung des Pools, Sonnenschirmen, Essen und Getränken.“ Am Wochenende wollen die Betreiber ab 15 Uhr öffnen, wochentags ab 17 Uhr. „Eintritt nehmen wir keinen. Aber wir werden eine Box unter dem Motto ‚Solidaritätszuschlag‘ oder ‚Brand-Stiftung‘ aufstellen“, sagt er.

Nach dem Brand im Restaurant „Blaues Wasser“ in Frankfurt ist das Gebäude zum Totalschaden geworden.

Restaurant „Blaues Wasser“ hatte keine Gebäudeversicherung

„Die Gerüchte um Brandstiftung sind unerträglich. Wir hatten ja nicht einmal eine Gebäudeversicherung, weil wir ja umbauen wollten und auf die Baugenehmigung warten. Nur die Einrichtung war versichert.“ Den Schaden schätzt Martinsohn auf „mindestens eine halbe Million Euro.“ Das Einzige, was ihn tröstet ist, dass niemand schwer verletzt wurde. „Unser Betriebsleiter war oben und hat die Abrechnung gemacht“, so der Betreiber. Nachbarn hatten Qualm aus der Küche rauchen sehen und Alarm geschlagen. „Der Betriebsleiter ist gestürzt und hat sich dabei einen Cut zugezogen. Unvorstellbar, was gewesen wäre, wenn noch Gäste hier gewesen wären“, erinnert er sich sichtlich betroffen. Auch, dass sich weder Feuerwehr- noch Polizeikräfte verletzt haben, beruhigt ihn.

„Blaues Wasser" wurde wohl von einer defekten Steckdose in Brand gesteckt

„Eine Steckdose war wohl defekt und es entstand ein Schwelbrand unter der Wand, der sich aufs Dach und die Terrasse ausgebreitet hat. Da stand unser Betriebsleiter mit einem Eimerchen und hat versucht, zu löschen, bis es nicht mehr ging.“ Das gesamte Küchengebäude ist eingebrochen und verkohlt. Das, was einst Kühlschränke waren, sind leere verbogene Kästen. „Nur im Keller die Getränke sind übrig geblieben“, so Petreski.

Die beiden Männer versuchen, nach vorne zu blicken. Sie sehen die beiden gigantischen Walnussbäume, die vom Feuer verkohlt wurden und dahinter die lange Wiese voller Blumen, hübscher Holzmöbel und dem Ponton-Boot. Das alles ist heil geblieben. „Schicksalsschläge muss man nehmen, wie sie kommen“, so Martinsohn. „Die Unterstützung der Frankfurter ist einfach großartig und hilft enorm“.

Das verkohlte Gebäude wollen sie sichern und dann als Kunstobjekt wirken lassen. Ende des Monats soll das Grundstück von „Blaues Wasser“ wieder zum üblichen Chill-Out genutzt werden. Sabine Schramek

Bei dem Brand in einem Parkhaus im Frankfurter Nordend hat die Polizei inzwischen die Ermittlungen aufgenommen.

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