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Seit 24. Februar rattern wieder die Baumaschinen auf der Baustelle Freiligrathstraße 11. Die Lärmbelästigung nervt die Anwohner. Sie kritisieren, dass die in einem Gutachten aufgeführten Maßnahmen zu ihrem Schutz nicht umgesetzt wurden. 

Ostend

Nachbarn fordern Baustopp: Schon wieder Krach um Bunkerabriss

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Im Frankfurter Stadtteil Ostend fordern die Anwohner einen Baustopp für den Abriss des Bunkers, weil die Lärmschutzmaßnahmen nicht eingehalten werden.

  • Bunker in Frankfurt Ostend soll abgerissen werden
  • Nachbarn protestieren gegen den ständigen Lärm auf der Baustelle
  • Abriss des Bunkers soll doppelt so lange dauern

Frankfurt - Den sofortigen Stopp der Arbeiten auf der Baustelle Freiligrathstraße 11 fordern die Nachbarn. Das Abrissunternehmen Robert Zeller GmbH aus Offenbach, so ihr Vorwurf, habe die in einem Gutachten als zwingend angesehenen Maßnahmen zum Schutz der Anwohner nicht umgesetzt. "Es ärgert uns, dass auf die Anwohner keine Rücksicht genommen wird", sagt Astrid Haupt. Seit dem 24. Februar geht der Abriss des Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg weiter.

Die Geduld der Nachbarn in Frankfurt ist aber schon überstrapaziert. Sie sind genervt vom Dauerlärm der Fräsen und vom dadurch entstehenden Staub. In einem Schreiben an die Bauaufsicht fordern sie, die Abbrucharbeiten so lange auszusetzen, bis die Anforderungen aus dem schallschutztechnischen Untersuchung tatsächlich umgesetzt werden.

Frankfurt: Nachbarn fordern Baustopp auf der Baustelle im Ostend

In dem Gutachten heißt es, dass der Bunker durch ein spezielles Layher-Protect-Gerüst einzuhausen ist. Dieses soll auch die Arbeitsebene auf dem Dachgeschoss vier Meter überragen. Die Innenseite des Gerüstes soll absorbierend sein. Laut Anwohner Günter Berger befinde sich aber nur auf Höhe des Dachs das geforderte Layher-Protect-Gerüst, das allerdings einige Löcher habe. Ansonsten seien an der Fassade nur Spanplatten angeschraubt. Auch die im Gutachten angekündigten Lärmmessungen habe es bislang nicht gegeben, kritisiert Berger.

Auf seine Initiative hin war ein Stopp der Lockerungssprengungen verhängt worden. Vorausgegangen war ein "Unfall" am 10. Januar. Bei einer Sprengung war ein drei mal drei Meter großes Stück einer Außenmauer herausgebrochen und hatte einen Teil des am Gebäude angebrachten Gerüstes mit in die Tiefe gerissen. Verletzt wurde dabei niemand.

Das Abrissunternehmen hatte daraufhin einen Statiker zu Rate gezogen, der klären sollte, was die Ursache für den "Unfall" ist. Daran, dass zu viel Sprengstoff verwendet worden sei, könne es nicht liegen, ist Zeller sicher. Er sieht den Grund eher darin, dass beim Bau des Bunkers, anders als vermutet, kein Metall verwendet worden sei. Davon ist Berger aber überzeugt. Er hatte nach dem "Unfall" die Stadtpolizei in Frankfurt verständigt. Die Bauaufsicht hatte daraufhin einen Stopp der Lockerungssprengungen verhängt. Im Nachgang wurde dann entschieden, auf die Lockerungssprengungen zu verzichten und das Gebäude durch den Einsatz von Fräsen zurückzubauen. Wegen der veränderten Abbruchtechnik war vom Abrissunternehmen das Gutachten beauftragt worden.

Frankfurt Ostend: Abbruch des Bunkers dauert doppelt so lange

Die geänderte Abbruchtechnik ist allerdings deutlich zeitaufwendiger. Statt wie ursprünglich fünf Monate dauert der Abbruch des Hochbunkers in Frankfurt nun zehn Monate, sagt Simone Zapke, Leiterin der Bauaufsicht. Noch im Laufe dieser Woche sollen Lärmmessungen stattfinden. Sollte sich dabei herausstellen, dass die mittlere Lärmbelästigung tatsächlich mehr als 69 Dezibel betrage, müsse nachgesteuert werden. "Das funktioniert nur über Bauzeitbeschränkungen", sagt die Amtsleiterin. Das will sie aber vermeiden, weil das Abbruchunternehmen dann eventuell auch am Samstag arbeitet. "Ein freies Wochenende halte ich aber für besser", so Zapke. Grundsätzlich sei man aber der Auffassung, dass die Lärmbelästigung tatsächlich noch verträglich sei, weil es auch unvermeidbaren Lärm auf der Baustelle gebe. Die besonders lärmintensiven Arbeiten an der durch den "Unfall" beschädigten Außenfassade seien ohnehin in eineinhalb Wochen beendet.

In Punkto Lärmbelästigung sind die Anwohner aber anderer Meinung. Sie sind der Meinung, dass es sich um ein Gebiet handelt, in denen ausschließlich Wohnungen untergebracht sind - dort seien maximal 50 Dezibel zulässig.

Der Bunker in der Freiligrathstraße in Frankfurt aus dem Zweiten Weltkrieg weicht einem Neubau mit 24 Wohnungen.

von Matthias Bittner

Die Probleme um den Bunker in Frankfurt-Ostend sind nicht neu. Zuvor hatte es bei einer Probesprengung Probleme gegeben. Währenddessen spricht sich der Ortsbeirat 4 für die Nutzung des Bunkers in Bornheim für Vereine aus.

Die Cassellabrücke in Frankfurt soll abgerissen werden. Der Neubau kann wohl nicht vor dem Jahr 2024 beginnen.

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