So soll der Neubau der WBG am Röderbergweg 75 im Ostend von Frankfurt einmal aussehen.
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So soll der Neubau der WBG am Röderbergweg 75 im Ostend von Frankfurt einmal aussehen.

Wohnungsbau

Genossenschaft WBG startet Neubau im Ostend – Gegner nennen ihn „Monstrum“

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Auf einem Areal im Röderbergweg im Frankfurter Ostend errichtet die Wohnbaugenossenschaft (WBG) neue Wohnungen. Das soll auch für die Nachbarn Vorteile haben. Die sehen das aber anders. 

  • Die Wohnungsnot in Frankfurt ist gravierend
  • In Ostend sollen bis 2021 insgesamt 14 neue Wohnungen entstehen
  • Wegen des Projekt im Röderbergweg gibt es Kritik an der Wohnbaugenossenschaft

Frankfurt – Die Garagen aus den 50er Jahren sind größtenteils abgerissen, Mitte März 2020 rollen nun die Bagger an und heben die Baugrube auf dem Areal im Röderbergweg 75-81 aus. Dort errichtet die Wohnbaugenossenschaft in Frankfurt eG (WBG) einen Neubau mit 14 Wohnungen. Fertig soll das Gebäude im Herbst 2021 sein.

Das Bauvorhaben hatte zuletzt hohe Wellen geschlagen, die Behörden und den zuständigen Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) beschäftigt, weil sich die Nachbarn gegen die Pläne wehrten. Sie gründeten eine Mieterinitiative gegen Nachverdichtung und kritisierten, dass Bäume weichen müssten. Das sei für das Stadtklima gar nicht günstig. Selbst als der erste Entwurf überarbeitet werden musste - die Bauaufsicht hatte ihn abgelehnt, weil der Bau 34 statt der im Ostend zulässigen 30 Prozent der Grundstücksfläche beansprucht hätte und niedriger werden sollte - waren die Gegner nicht zufrieden und sprachen von einem "Monstrum".

Anders als die direkten Nachbarn in Frankfurt spricht die WBG davon, dass sich der Neubau mit einer modernen Architektursprache gut in den vorhandenen Bestand einfüge. Fassadenbegrünung und eine begrünte Dachterrasse würden das Gebäude ideal zwischen dem Baumbestand einbinden. Wie so häufig ist Architektur Geschmacksache - dem einen gefällt's, der andere findet's schrecklich. So oder so: Die Baugenehmigung ist erteilt. 

Neubau im Ostend von Frankfurt: Gesamtes Areal wird laut WBG aufgewertet

"Der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum ist riesig. Im Röderbergweg haben wir die Möglichkeit, auf einem eigenen Grundstück den Bestand zu erhöhen, um kostengünstige Wohnungen zu bauen", sagt WGB-Vorstand Cora Lehnert. Es sei sehr gründlich geplant worden. "Wir sind uns sicher, dass eine Aufwertung des gesamten Areals sehr vorteilhaft auch für die bisherigen Bewohner sein wird und die Qualität des Quartiers erheblich verbessert", so Lehnert weiter.

In dem Gebäude im Frankfurter Ostend entsteht ein Mix von Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. Auf der Dachterrasse gibt es einen Mietergemeinschaftsraum. Terrasse und Gemeinschaftsraum stehen auch für Mieter der anderen Genossenschaftswohnungen zur Verfügung. Weil Freiflächen mit den Nachbargrundstücken zusammengelegt werden, entsteht eine zusammenhängende, gemeinsam nutzbare und deutlich größere Außenanlage. Geplant sind dort Begegnungsräume und neue Wegebeziehungen. 

Frankfurt: Neubau von WBG im Ostend erhält Wiesen und Spielplatz

Außerdem sind Zonen vorgesehen, die als Spielplatz, Begegnungs- und Kommunikationsbereiche sowie Erholungsfreiräume genutzt werden können. Schmetterlings- und insektenfreundliche Wiesenanteile sind ebenfalls vorgesehen. Auch zwei Car-Sharing-Plätze und Fahrradabstellplätze werden neu geschaffen.

Die WBG will umfassend über Bauvorhaben und -fortschritte informieren. Mit Aushängen, Rundbriefen und E-Mails soll informiert werden.

Zudem investiert die Genossenschaft mehr als 300.000 Euro in Sicht- und Sonnenschutz und eine komplette Neugestaltung der Fassade für die Bestandsmieter des dort bereits vorhandenen Gebäudes.

Frankfurt-Ostend: WBG gewährt Mietminderung wird

Die WBG gewährt den Mietern außerdem vom ersten Tag an eine freiwillige Mietminderung von 15 Prozent auf die Bruttowarmmiete sowie nach Abschluss der Arbeiten eine dauerhafte Mietreduktion um 21 Cent pro Quadratmeter monatlich, da der Flächenanteil des Grundstücks auf weitere Wohneinheiten aufgeteilt werden kann. 

Von Matthias Bittner

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