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Park + Ride in Frankfurt: Lösungen gibt's, aber kein Geld

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die CDU schlägt fünf Park+Ride-Standorte in Autobahn- und ÖPNV-Nähe vor. Noch fehlt aber ein Posten im Frankfurter Haushaltsentwurf.

Frankfurt - Verstärkt das Park+Ride (P+R) auszubauen, das hat das städtische Mobilitätsdezernat angekündigt. Geld dafür will die Regierung jedoch nicht bereitstellen, wie ein Blick in den aktuellen Haushaltsentwurf zeigt. Dabei beklagt sich selbst die Wirtschaft längst über viel zu volle Straßen und fehlende Alternativen. "Wir nehmen wahr, dass die Bedingungen für den Kfz-Verkehr in Frankfurt immer schlechter werden", sagt Ulrich Caspar, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Umgestaltung von Hauptstraßen verschlechtere die Erreichbarkeit der Unternehmen und verlangsame den Verkehrsfluss - was Firmen und deren Mitarbeiter treffe.

Einige Alternativen fehlen bisher, weil der Ausbau von Bahn und Bus oft viele Jahre oder sogar Jahrzehnte dauert. Deshalb dürften viele Pendler erleichtert aufgehorcht haben, als die Stadt vor wenigen Wochen einen Paradigmenwechsel ankündigte: Man wolle nun doch Park+Ride-Angebote am Stadtrand ausbauen, hatte Wolfgang Siefert, Referent von Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne), in dieser Zeitung erklärt.

Das solle die Zeit bis etwa Ende des Jahrzehnts überbrücken, bis der Nahverkehr besser ausgebaut sei, betonte Siefert. Zuvor hatte die Stadt viele Jahre darauf gedrängt, dass P+R möglichst in den Wohnorten der Pendler erfolgt und diese dann per Bahn nach Frankfurt fahren sollten.

Park+Ride: Frankfurter Umland-Kommunen zeigen kaum Initiative

Allein: Für den Bau dort sind die jeweiligen Orte zuständig, nicht die Stadt Frankfurt. So rollen weiterhin eine Viertelmillion Pendler täglich über die Straßen in die Metropole. Dass die Stadt nun Park+Ride an den Stadtgrenzen doch ausbauen will, lobt sogar die Opposition. Als Frank Nagel, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, allerdings im Haushaltsentwurf nachschaute, war er überrascht: "Dort ist kein Geld bereitgestellt für Planungen" - und erst recht nicht für die Umsetzung.

Park+Ride in der Borsigallee: Ob es möglich ist, hier noch mehr Plätze zu schaffen, sollte schleunigst geprüft werden, findet die CDU. FOTO: leonhard Hamerski
Park+Ride in der Borsigallee: Ob es möglich ist, hier noch mehr Plätze zu schaffen, sollte schleunigst geprüft werden, findet die CDU. © Leonhard Hamerski

Das wundert Nagel auch deshalb, weil die CDU bereits vor vier Jahren ein Konzept entwickelt hatte. Dabei sei wichtig, dass die Parkplätze groß genug seien. "Standorte sind nur wirkungsvoll ab 2000 und mehr Parkplätzen", so Nagel. Ebenso dürfe keine Fläche verschwendet werden, es müssten also stets mehrstöckige Anlagen - Parkhäuser - sein.

Am wichtigsten sei es, Standorte zu wählen, die an Schnittpunkten zwischen Schiene und Autobahn liegen. Auch müssten die dort verkehrenden Bahnstrecken noch genug Kapazität für mehr Fahrgäste haben.

Einige Standorte schlagen die Christdemokraten daher vor, die alle schnell umsetzbar seien:

Park + Ride-Anlagen in Frankfurt: "Nicht immer nur Ausreden"

Das Beispiel Taunusblick zeige, "dass es in der Region Frankfurt Rhein-Main große Potenziale für Park+ Ride-Anlagen" gebe, erklärt IHK-Präsident Caspar. Mit einer Verlängerung der U 7 hierher könnten zugleich "mehrere Tausend Fachkräfte, Touristen und Kunden des Einzelhandels direkt vor den Toren der Stadt abgepasst werden".

Sollte es die neue Stadtregierung mit einer Entlastung des Stadtverkehrs ernst meinen, seien schnelle Lösungen nötig, fordert zudem CDU-Politiker Nagel. "Es müssen jetzt kreative Lösungen realisiert werden und nicht immer nur Ausreden, warum etwas nicht möglich ist." (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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