Nicht nur in Frankfurt-Bornheim ein leidiges Thema: Anwohner finden keinen Parkplatz, weil alle restlos belegt sind. Die Parkgebühren für Auswärtige sollen abhelfen.
+
Nicht nur in Frankfurt-Bornheim ein leidiges Thema: Anwohner finden keinen Parkplatz, weil alle restlos belegt sind. Die Parkgebühren für Auswärtige sollen abhelfen.

Parken in der Stadt

Parkscheinautomaten bald überall in Bornheim – Westend ist als nächstes dran

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
    schließen

Autos abstellen wird für Pendler und Kunden bald in drei weiteren Zonen in Bornheim teuer. Nächstes Jahr folgen Westend und Nordend.

Frankfurt - Im August wird die nächste der vier Parkzonen in Bornheim "scharf geschaltet". Dies berichtet Hans Preißl, Fachreferent bei Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Zur Erinnerung: Die Koalition hatte im vergangenen Jahr beschlossen, die Parkraumbewirtschaftung in der Innenstadt auszudehnen und damit die Pendler zu veranlassen, auf den öffentlichen Nahverkehr auszuweichen. In Bornheim, im Westend, im Nordend, in Bockenheim und anderen Stadtteilen sollte das Parken, wie jetzt schon in der Innenstadt, generell kostenpflichtig werden, außer für Anwohner. Dann aber kam das Urteil des Verwaltungsgerichts zur Stadtpolizei. Leiharbeitnehmer durften nicht länger hoheitliche Aufgaben wahrnehmen, der städtischen Polizei fehlte Personal zur Kontrolle.

"Das ist kein Problem mehr", sagt Preißl. "Es gibt ständig Verhandlungen zwischen dem Kämmerer und dem Personaldezernenten, die Stellen werden ausgeweitet, Personal eingestellt und geschult."

Frankfurt: Parkscheinautomaten bald überall in Frankfurt-Bornheim

Schon zu Jahresbeginn wurde das Parken im Bewohnerparkbezirk 40 kostenpflichtig. Dort stehen Parkautomaten, und wer kein Anwohner ist, muss zahlen, um dort zu stehen. Die Erfahrungen sind Preißl zufolge positiv: "Die Anwohner in der Zone 40 finden leichter Parkplätze." Allerdings erhöhte sich der Parkdruck auf die umliegenden Gebiete. "Das wird sich jetzt ändern", so Preißl, denn auch dort wird es noch in diesem Jahr ernst. Bis Mitte August werden die Automaten im nächsten, einen Monat später im übernächsten und im Oktober im letzten der vier Bornheimer Bezirke aufgestellt.

Als nächstes ist das Westend dran. "Vielleicht gelingt es noch in diesem Jahr, vielleicht auch erst Anfang 2021, das Parken im Westend kostenpflichtig zu machen", sagt der Fachreferent. Direkt im Anschluss geht es im Nordend weiter.

Dass so lange nichts passierte, nachdem der erste Bezirk in Bornheim eingerichtet wurde, erklärt Preißl damit, dass dort mit der Parkzonenausweitung Erfahrungen gesammelt werden mussten. "Wir hatten anfangs zu wenige Parkautomaten", räumt er ein.

Die in Frankfurt relativ neue Möglichkeit, Parkgebühren mit dem Smartphone zu zahlen, ersetzt dabei keinen einzigen Parkautomaten. Denn, wie Heike Mühlhans, Geschäftsführerin der IVM GmbH weiß, werden im Umland, wo es die Möglichkeit schon länger gibt, lediglich "zwei bis vier Prozent der Parkvorgänge" so beglichen.

Frankfurt: Ausweitung der Parkzonen - Land Hessen macht Druck

Dass die Ausweitung der Parkzonen nun so schnell kommen soll, liegt am Luftreinhalteplan des Landes Hessen. Die Stadt muss die Parkzonen so schnell wie möglich errichten. Die Ausweitung der Parkzonen kommt nun unabhängig von den Erfahrungen.

Offen ist etwa noch, wie die Kontrolle der Zonen bewerkstelligt wird. Verhandlungen mit dem Personalamt um eine Erhöhung der Stellenzahl, laufen ständig, sagt Preißl. Zuletzt, als ein Gerichtsurteil die Vergabe der Aufgabe an Leiharbeitnehmer untersagte, wurden 75 neue Stellen bei der Stadt geschaffen. 60 Leiharbeitnehmer wurden so kompensiert und zusätzlich 15 Stellen bei der Verkehrspolizei geschaffen,

Rainer Michaelis, Leiter der städtischen Verkehrspolizei, berichtete, dass zurzeit 19 der 165 Stellen dort nicht besetzt sind. "Zurzeit läuft gerade ein Auswahlverfahren. Für die 19 Stellen haben wir 184 Bewerber."

Frankfurt müsse immer damit rechnen, dass Verkehrspolizisten ins Umland abwandern. Dort sind die Lebenshaltungskosten niedriger. Denn der Verdienst der Verkehrspolizisten ist mit einem Anfangsgehalt von 2586 Euro brutto (Entgeltgruppe 6 TVÖD Stufe 1) nicht großstadtverträglich. Auch wenn 40 Euro Schichtzulage, kostenloses Jobticket, Betriebsrente und das Weihnachtsgeld hinzu kommen. "Wir haben einige Stellen höher gruppieren können", sagt Michaelis, "in die Entgeltgruppe 8 TVÖD Stufe 1 mit einem Bruttogehalt von 2808,91 Euro." Allerdings werden diese Stellen intern besetzt. Wer als Verkehrspolizist in den städtischen Dienst eintrete, fange mit dem niedrigeren Gehalt an. Von Thomas J. Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare