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Partyszene seit Corona-Pandemie: Vereinzelt exzessiver Drogenkonsum

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Von: Kim Hornickel

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Frankfurt zieht Bilanz: Studie zu Drogenkonsum in der Pandemie zeigt vereinzelt besorgniserregende Ergebnisse. (Symbolbild)
Frankfurt zieht Bilanz: Studie zu Drogenkonsum in der Pandemie zeigt vereinzelt besorgniserregende Ergebnisse. (Symbolbild) © Christoph Soeder/dpa

In Frankfurt werden seit der Pandemie weniger Drogen in den Straßen konsumiert – doch gemeinnützige Vereine sehen einen gefährlichen Trend in Clubs und Zuhause.

Frankfurt – Die Stadt Frankfurt hat in der Corona-Pandemie mit Freiluft-Partys gekämpft – allein auf dem Opernplatz hatten bis zu 800 Feiernde, im Sommer 2020, Polizisten angegriffen. Der Alkohol floss an vielen Versammlungsorten in Strömen, jetzt wollte die Stadt Frankfurt wissen, ob auch der Drogenkonsum während der Pandemie zugenommen hat.

Um das herauszufinden, förderte das Drogenreferat der Stadt eine Studie des „Centre for Drug Research“ der Goethe-Universität, deren Ergebnisse jetzt bekannt wurden. Und die Wissenschaftler kamen zu einem überraschenden Ergebnis: Die Freiluft-Partys 2021 in Frankfurt verliefen den Experten zufolge weitestgehend ohne exzessiven Drogenkonsum. Auch Gewaltausbrüche waren 2021 in Frankfurt eher eine Seltenheit, urteilten die Wissenschaftler.

Corona-Pandemie verändert Partyszene: Weniger Drogen und Alkohol konsumiert

Insgesamt hätten junge Menschen während der Pandemie deutlich weniger Drogen, Alkohol und Zigaretten konsumiert, erklärt Studienleiter Bernd Werse. In Frankfurt war die Polizei, laut einer Presseerklärung der Stadt, neben einzelnen Lärm-Beschwerden hauptsächlich wegen betrunkener Männergruppen in Einsatz.

Während in den Straßen der Frankfurter Innenstadt weniger Drogen genommen wurden, und die Feiernden lieber zum Alkohol griffen, sei das im Privaten anders, erklärt Karsten Tögel-Lins, Geschäftsführer des Vereins „Basis“. Tögel-Lins und seine Mitarbeiter versuchen durch das Projekt „Safe Party People“, in Frankfurter Clubs, auf Festivals oder in Parks mit Feiernden ins Gespräch zu kommen. Sie klären über die Gefahren beim Drogenkonsum auf und versuchen zu helfen. In den Gesprächen zeige sich auch, dass vor allem die Gruppe der Mittzwanziger aus Frust zu Hause mehr Drogen konsumiere als vor der Pandemie, so Tögel-Lins.

Nachtleben Frankfurt: Stadt und Vereine warnen vor K.O-Tropfen

Die Stadt fördert das Projekt und will damit auf Berichte aus dem Frankfurter Nachtleben reagieren. Denn einige Clubs melden besorgniserregende Entwicklungen. „Von ihnen hören wir, dass in bestimmten Ausgehszenen deutlich härter gefeiert und konsumiert wird als früher“, sagt Tögel-Lins. Vor allem hochdosiertes Ecstasy sei im Umlauf sowie die Droge Liquid Ecstasy, bekannt als K.O-Tropfen. Über deren Wirkung klärt „Safe Party People“ auf und teilt „Cup Condoms“ aus – Latexüberzüge für Gläser, die das Drogenreferat mitfinanziert.

Damit will die Stadt Frankfurt „junge Leute mit unseren Präventionsangeboten unterstützen“, erklärt Gesundheitsdezernent Stefan Majer. Mit diesem Anliegen sieht er sich auf einer Linie mit den Clubs. Stadt und Veranstalter setzten sich für „ein sicheres, unbeschwertes Nachtleben“ ein, so Majer. (kh)

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