Frankfurt – Prominente der Stadt

Frankfurt und seine Persönlichkeiten: Von Wolfgang Goethe bis Niklas Süle

Frankfurt hat viele Gesichter. Von Goethe, Adorno über Joschka Fischer und Publikumsliebling Kaya Yanar zählt „Main-City“ viele berühmte Töchter und Söhne.

  • Frankfurt ist die Geburtsstätte des berühmten Johann Wolfgang von Goethe.
  • Joschka Fischer wohnte gerne in Frankfurt.
  • Sogar Profifußballer wurden in Frankfurt geboren.

Frankfurt am Main Frankfurt ist nicht nur die Stadt der Börse und der Buchmesse. Viele weltweit bekannte Persönlichkeiten sind aus der Stadt am Main hervorgegangen. Ob es nun Goethe ist, dessen Werke im Deutschunterricht nicht fehlen dürfen und denen noch heute eine enorme Wichtigkeit zugesprochen wird, oder andersdenkende Philosophen wie Adorno, die Menschen einen neuen Blick auf die Welt gaben – die historische Stadt in Hessen hat eine Menge solch gefeierter Menschen hervorgebracht.

Frankfurt: Allgemeines zu berühmten Persönlichkeiten

Wie jede größere Stadt hat auch Frankfurt einige Personen vorzuweisen, die nationale oder sogar internationale Bekanntheit erreicht haben. In Frankfurt trifft dies auf eine Vielzahl an Einwohnern zu, die noch am Leben oder bereits verstorben sind. Die folgenden Persönlichkeiten bilden einen Querschnitt aus unterschiedlichen Bereichen ab:

  •  Johann Wolfgang von Goethe († 82, 1832), Dichter und Schriftsteller
  • Heinrich Nestle († 75, 1890), Unternehmer
  • Theodor W. Adorno († 65, 1969), Philosoph und Soziologe
  • Anne Frank († 15, 1945), Zeitzeugin
  • Joschka Fischer (75), ehemaliger Politiker
  • Andreas Möller (52), ehemaliger Fußballprofi
  • Kaya Yanar (47), Komiker
  • Niklas Süle (24), Fußballprofi

Frankfurt: Das Leben des Goethe

Der wohl berühmteste Frankfurter ist der 1749 geborene Johann Wolfgang von Goethe. Er war einer der einflussreichsten deutschen Schriftsteller und Dichter. Seine Werke sind vor allem dem Sturm und Drang und der Tragödie zuzuordnen. Mit „Faust I“ schuf er seine erste Tragödie, die zeitgleich sein gereiftes Selbst zum Ausdruck bringt.

Mit 16 studierte er auf Drängen seines Vaters Jura. Währenddessen belegte er Literaturkurse bei Christian Fürchtegott Gellert († 54, 1769), der ihn zum Dichten inspirierte. Nach vier Jahren als Anwalt zog es ihn nach Straßburg. Der Herzog von Weimar lud Goethe 1775 nach Weimar ein und ernannte ihn zum Minister. Goethe blieb bis an sein Lebensende dort wohnen.

Die Bücher von Goethe und anderen großen Literaten kann man bei vorleser.net als Hörspiel downloaden.

Ende des 18. Jahrhunderts hegte er eine tiefe Freundschaft zu seinem Kollegen Friedrich von Schiller († 45, 1805). Als seine Frau und Schiller starben, lenkte er sich mit der Arbeit an neuen Werken und der Vollendung von Faust ab. Schiller und Goethe wurden nebeneinander in der Fürstengruft in Weimar beigesetzt, die, wie Google Maps verrät, im großen städtischen Friedhof Weimars gelegen ist und jährlich abertausende Touristen anzieht.

Frankfurt: Die wichtigsten Werke von Goethe

In „Die Leiden des jungen Werther“ erzählt der Frankfurter seine persönliche Geschichte einer verschmähten Liebe. Es war sein Durchbruch als anerkannter Schriftsteller und Dichter. Zeitgleich führte das Werk aber auch zu zahlreichen Freitoden von gleichgesinnten Männern. Mit seinem Werk „Faust“ war er Jahrzehnte lang unzufrieden, weshalb er es regelmäßig umschrieb. Der zweite Teil wurde deshalb erst kurz vor seinem Tod und nach fast sechzig Jahren fertig.

Es folgt eine Auswahl seiner bekanntesten Werke:

  • Die Leiden des jungen Werther (1774), Briefroman
  • Der Erlkönig (1782), Gedicht
  • Iphigenie auf Tauris (1787), Schauspiel
  • Der Zauberlehrling (1797), Gedicht
  • Faust. Der Tragödie erster Teil (1808), Drama
  • Faust. Der Tragödie zweiter Teil (1832), Drama

Frankfurt: Anne Frank

Noch heute ist die bewegende Geschichte der Anne Frank (15, 1945) in jedem Geschichtsbuch zu finden. Die 1929 in Frankfurt geborene Frank wanderte 1934 mit ihren Eltern und ihrer drei Jahre älteren Schwester in die Niederlande aus, um als Reformjuden den Nationalsozialisten zu entgehen. Als diese 1940 auch die Niederlande vereinnahmten war das Leben der Familie von Angst geprägt. Sie versteckte sich in einem Hinterhaus des Achterhuis, dessen Zugang mit einem Bücherregal verdeckt war. Dabei wurden sie von Freunden unterstützt. Durch einen Verrat an die Gestapo konnte die Familie Frank gefangen genommen werden.

Im Februar 1945 starb Anne Frank im KZ Bergen-Belsen wahrscheinlich an Fleckfieber, zwei Monate vor der Befreiung durch die Alliierten. Zu ihrem 13. Geburtstag 1942 bekam Anne Frank von ihrem Vater ein Tagebuch geschenkt, in dem sie ihre Erlebnisse in Amsterdam notierte. Nach dem Krieg veröffentlichte dieser die Tagebücher. Sie gelten bis heute als eines der wichtigsten Zeitzeugendokumente der NS-Zeit.

Frankfurt: Unternehmensgründer Nestle und seine Anfänge

Heinrich Nestle (75, 1890) ist der Begründer einer der weltweit bedeutendsten Lebensmittelkonzerne. Den 1814 in Frankfurt Geborenen zog es nach seiner Apothekerlehre in die französische Schweiz. Dort änderte er 1939 seinen Namen zu Henri Nestlé und fing mit der Produktion von Ölen, Alkohol und Limonaden an. Als 1965 ein Fertigprodukt für Babys entwickelt wurde, ergänzte Nestlé dieses um Kondensmilch und testete es als Muttermilchersatz für Säuglinge. 1966 gründete er die Firma Nestlé und mit dem Produkt Kindermehl begann der Siegeszug der Firma. Heute ist der Hauptsitz immer noch im schweizerischen Vevey und die Produkte sind in 187 Ländern erhältlich.

Frankfurt: Die Ansichten des Philosophen Adorno

Der 1903 in Frankfurt geborene Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno hieß ursprünglich Theodor Ludwig Wiesengrund. Weil sein Vater aus einer jüdischen Familie stammte, wurde Adorno 1933 das Recht als Dozent zu arbeiten entzogen. Daraufhin emigrierte er in die Vereinigten Staaten und kehrte nach dem Krieg zurück nach Deutschland. Er gilt als Mitbegründer der sogenannten Frankfurter Schule, die mit dem Gedankengut von Freud und Marx sympathisiert. In seinen Werken geht Adorno der Frage nach dem bestehenden Faschismus und dessen Zusammenhänge mit Unzufriedenheiten der Gesellschaft und dem Kapitalismus auf den Grund.

Frankfurt: Ehemaliger grüner Außenminister Joschka Fischer

Joschka Fischer (72) wurde 1948 in Gerabronn geboren und ist damit kein gebürtiger Frankfurter. Er hat jedoch lange Zeit dort verbracht. Er verließ das Gymnasium ohne Abschluss und schloss sich der Studentenbewegung an. Bis 1977 gehörte er linksradikalen, teils militanten Gruppen an, denen er aber wegen Verlust der Glaubwürdigkeit den Rücken kehrte. 1982 trat er der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei. Ein Jahr später wurde er in den Deutschen Bundestag gewählt. Unter der ersten rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl 1998 wurde er schließlich Außenminister und Vizekanzler.

Nach der Wahl 2005 zog Fischer sich aus der Politik zurück. Danach hielt er viele Vorträge an Universitäten und in Unternehmen. Im Jahre 2009 gründete er das Beratungsunternehmen „Joschka Fischer & Company“ in Berlin. Immer wieder stand er wegen Beratungsdiensten für verschiedene Firmen wie RWE in der Kritik, da diese sich nicht mit den Werten seiner einstigen Partei vereinbaren lassen. Privat ist er seit 2005 mit Minu Barati verheiratet und lebt in Berlin-Grunewald.

Frankfurt: Niklas Süle und Andi Möller sind die Fußballprofis Frankfurts

Auch Fußballprofi Niklas Süle wurde am 03. September 1995 in Frankfurt am Main geboren. Seit Mitte 2017 spielt er für den Bundesliga Verein FC Bayern München als Innenverteidiger in der Abwehr. Seine ersten Erfahrungen als Fußballspieler sammelte er im Verein SV Rot-Weiß Walldorf. Im Jahr 2016 holte Jogi Löw (60) den Profi aufgrund seiner zahlreichen guten Leistungen in die deutsche Nationalmannschaft. Im Oktober 2019 zog er sich bei einem Spiel einen Kreuzbandriss zu.

Andreas „Andi“ Möller wurde 1967 in Frankfurt geboren und schaffte es innerhalb kürzester Zeit, als Jugendlicher Fuß im Fußball zu fassen. Er bestritt 85 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft und kämpfte sich stets das Feld als offensiver Mittelstürmer frei. 1990 wurde er in Italien Weltmeister und war maßgeblich am Weg ins Finale beteiligt. Seine Karriere beendet er 2004 bei Eintracht Frankfurt. Im Oktober 2019 übernahm Möller die Leitung des Nachwuchszentrums dort und kehrt somit zurück in seine Heimatstadt.

Frankfurt: Kaya Yanar vermittelt Kultur und andere Länder

Der gebürtige Frankfurter Kaya Yanar (47) machte sich vor allem ab 2001 einen Namen als Komiker und Künstler. Mit seiner Sendung „Was guckst Du?“ erlangte er landesweite Aufmerksamkeit und traf mit seiner Art des Humors den Nerv der Zeit. So wird er vor allem durch seine Rollenspiele von Fans geschätzt. Nach dem Ende seiner Fernsehshow fing er an, mit Bühnenprogrammen die Städte zu erobern. Er ist im multikulturellen Frankfurt aufgewachsen und bringt diese Erfahrungen und die seiner Eltern, in einem fremden Land mit einer fremden Sprache klarzukommen, auf die Bühne.

2008 spielte er die Hauptrolle im FilmDekker & Adi – Wer bremst verliert!“. Seit Anfang 2020 ist er auf der Streaming-Plattform Twitch unterwegs und spielt dort vor den Augen seiner Fans verschiedene Spiele. Der Komiker lebt seit 2012 mit seiner Frau in der Schweiz.

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