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Immer wieder müssen Kinder auf dem Weg zur Schule um Baufahrzeuge herumlaufen. Peter Jülich

„Extrem gefährlich“

Pestalozzischule: Eltern in Sorge um ihre Kinder 

Eltern und Ortsbeirat 11 kritisieren Schulwegführung während der Bauarbeiten am Riederwaldtunnel. Laut Hessen Mobil kann die Strecke uneingeschränkt genutzt werden.

Riederwald - Eltern der Pestalozzischule sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder während der Bauarbeiten am Riederwaldtunnel. Vorarbeiten für den Autobahntunnel sind seit einigen Monaten im Gange. Derzeit befindet sich eine Baustelle nördlich des Riederwalds auf Höhe der Seckbacher Grundschule und beeinträchtigt den Schulweg.

„Die Baufahrzeuge stehen auf dem Gehweg, die Kinder müssen außen herum auf der Straße laufen“, kritisierte die Kinderbeauftragte Simone Koch in der Ortsbeiratssitzung am Montag. Weil der offizielle Schulweg unlängst auf die westliche Seite der Haenischstraße verlegt wurde, wünschte sie sich zumindest einen temporären Zebrastreifen über die Gustav-Behringer-Straße, um die Sicherheit der gut 250 Schüler zu erhöhen. Vom Ortsbeirat kam Zuspruch.

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„An dieser Stelle gibt es zumindest seit der letzten Woche eine Absperrung“, sagt Rainer Frey von der Bürgerinitiative Riederwald. „Der Schulelternbeirat hat sich dahintergeklemmt, dass wenigstens die Autos dort nicht mehr um die Ecke rasen können.“ Dennoch könne man noch viel zur Verbesserung der Sicherheit machen – ein weiteres Ärgernis nach der Sorge um zu viel Lärm und eine schlechte Lernatmosphäre während der Bauzeit.

Andrea Janson, stellvertretende Elternbeirätin der Pestalozzischule, bemängelte, dass es schwer sei, Erstklässlern den Schulweg beizubringen, weil die Verkehrssituation unübersichtlich sei und häufig verändert werde. „Bald ist die Schule quasi auf einer Verkehrsinsel, dann wird es noch komplizierter.“

Die im Internet bereitgestellte Schulwegekarte sei „auch im Zuge der derzeit laufenden Bautätigkeiten zum Tunnel uneingeschränkt nutzbar“, heißt es von der Verkehrsbehörde Hessen Mobil auf Nachfrage der FR. Lediglich durch Arbeiten der Stadtentwässerung sei die Strecke in der Haenischstraße abweichend vom Schulwegplan auf die westliche Gehwegseite verlegt worden. „Die Querung der Haenischstraße ist für die Fußgänger lichtsignalgesteuert. Somit gewährleistet auch die jetzige Schulwegführung das Konzept des Schulwegeplans.“

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Vor wenigen Wochen veranstalteten Baubehörde, Schule, Eltern, Stadtschulamt und Straßenverkehrsamt eine Ortsbegehung, um einen sicheren Weg zur Pestalozzischule finden. Dabei, sagt Simone Koch, seien alle von der Ankündigung einer Hessen-Mobil-Vertreterin überrascht worden, dass die Haenischstraße ab Herbst für den Verkehr gesperrt werde. Die Information habe Hessen Mobil zunächst versucht den Betroffenen vorzuenthalten, moniert die Kinderbeauftragte. „Die Kommunikation ist oft schlecht, keines der anwesenden Ämter hatte mit der Sperrung geplant“, sagt auch Ortsbeirätin Susanna Bornmann (SPD), die beim Ortstermin zugegen war. Derzeit werde von der Flinschstraße aus eine Behelfsstraße zur Schule gebaut.

Antrag von FDP und SPD 

„Die Kombination aus Elterntaxis und Schulbussen, Baustelle und Kreuzung ist extrem gefährlich“, sagt die Ortsbeirätin. „Wir möchten vor der Schule ein Park- und Halteverbot einrichten und den Verkehr auf den Parkplatz am Stadion leiten“, hält sie weitere Ergebnisse des Zusammentreffens fest. „Die Sperrung bringt vielleicht auch Ruhe rein“, hofft Bornmann. „Wie lange sie dauert, wissen wir nicht.“

Der Ortsbeirat 11 verabschiedete einen Antrag, dass die Fußgängerüberwege am Erlenbruch durch gelb blinkende Warnlichter sicherer gemacht werden sollen. „Der Fußgängerbereich auf dem Erlenbruch ist jeweils weit entfernt von den Lichtsignalanlagen in der Haenisch- und Schäfflestraße und wird daher von Autos häufig übersehen“, heißt es im Antrag von FDP und SPD.   Von Sophie Vorgrimler 

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